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Do, 8. April 2004, 10:43

Software::Business

Mozilla.org will Konterplattform zu Longhorn errichten

Brendan Eich von der Mozilla Foundation sieht die Möglichkeit, eine Konkurrenz zu Microsoft Longhorn in einer Allianz mit GNOME und anderen OpenSource-Projekten zu schaffen.

Dies soll erreicht werden, indem ein Ausgleich zu den neuen Formaten und Möglichkeiten des kommenden Microsoft-Produkts geschaffen wird, was nur möglich ist, indem der Mozilla-Browser gegenüber dem Internet Explorer einen hohen Anteil der Benutzer gewinnt und offene Standards zum Einsatz kommen, auf denen ein effizienter und einfacher Aufbau stattfinden kann.

Um die Konkurrenzfähigkeit mit dem Internet Explorer zu erreichen wäre es jedoch nötig, widerwillig Internet Explorer DOM, ActiveX Plugins und andere Eigenheiten des proprietären Pendants aus dem Hause Microsoft zu unterstützen. Dies ist jedoch erforderlich, um eines der beiden genannten Ziele zu erreichen.

Wenn die Mozilla Foundation sich weiterhin nur auf die Entwicklung der Mozilla Suite konzentriert, würde diese bald in der Bedeutungslosigkeit versinken, da mit neuen Longhorn-Formaten (wie auch XAML) eine neue Plattform zur Entwicklung von Anwendungen zur Verfügung steht. Diese Formate könnten - ähnlich der ehemals neuen Formate des Internet Explorer 4 - durch die Monopolstellung von Microsoft verbreitet werden, was die Entstehung von Applikationen, die nur auf dieser Plattform lauffähig sind, unterstützt.

Zum Aufbau einer Konterplattform schlägt Eich folgende Schritte vor:

  • Die Entwicklung von plattformunabhängigen Anwendungen mit Hilfe der Gecko-Engine und guter Integration in die Umgebung
  • Anwendungen wie die Mozilla Suite, Firefox, Thunderbird und OpenOffice benötigen auch unter Windows viel Förderung, speziell in Unternehmen, die Viren oder hohe Lizenzgebühren vermeiden wollen.
  • Wenn es sinnvoll erscheint, können diese Unternehmen zu Linux migrieren oder zumindest ein Upgrade auf Longhorn herauszögern um Kosten zu sparen.
  • Gleichzeitig kann die Kreation einer neuen Desktop- und Internetplattform mit Teilen von Mozilla und GNOME erfolgen. Dabei soll so viel Quelltext wie möglich wiederverwendet und das Neuschreiben desselben vermieden werden. Ein hoher Wert liegt dabei auf dem Einsatz freier Standards wie XUL.

Diese neu-entwickelte Plattform sollte außerdem plattformunabhängige Hardwarebeschleunigung durch OpenGL erhalten, um komplexe Effekte, Animationen und Videos performanter darzustellen. Ferner spornt Eich zum Einsatz von höher-abstrahierten Programmiersprachen wie Java oder Mono C# an, um eine typensichere und vor Buffer-Overflows geschützte Programmierung zu ermöglichen. Das verwendete Toolkit zur Darstellung graphischer Oberflächen soll sich dabei nahtlos in das zugrunde liegende System integrieren, wobei XUL zur Beschreibung der Oberflächen dienen sollte.

Ziel sollte es sein, die Pläne zu verwirklichen, bevor Microsoft mit Longhorn und XAML bemerkenswerte Marktanteile erreichen kann.

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