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Mi, 21. April 2004, 14:57

Backporting - gut oder schlecht?

Linus Torvalds hat sich angesichts einer Kritik über die Portierung von Features aus dem Kernel 2.6 auf den Kernel 2.4 geäußert.

Die Originalaussage von SuSE-Mitarbeiter Jürgen Geck sieht die Rückportierung von Code als kompatibilitätsschadend an, da die gepatchten Kernels aus der 2.4 Serie nicht mehr konform zu den Originalen sind. Außerdem mangele es an Interesse seitens der Anwender, die ohnehin schon auf die 2.6 Version des Kernels umgestiegen sind. Die Kritik richtete sich dabei an Red Hat, wo das Übertragen von Code zwischen den Kernelserien üblich ist.

Linus hingegen hält es durchaus für sinnvoll, die besten Stücke aus neueren Versionen auf ältere zu portieren. Er sieht jedoch Probleme in der Wartung, die gerade bei größeren Änderungen auftreten könnten, da neuer Code in alter Umgebung oft nur unregelmäßig oder unsauber gepflegt wird, was die Wartung anderer Kernelteile wiederum erschwert. Dieses Problem sei jedoch nur von temporärer Natur, da die alte Kernelversion sich ohnehin auf dem Weg der Ablösung befindet. Einen weiteren Vorteil sieht er darin, dass den zurückportierten Features ein größeres Publikum an Testern zuteil wird, wodurch diese im Kernel 2.6 reifen und früher einen zuverlässigen Einsatz ermöglichen.

Während Mandrake dem Backporting eher skeptisch gegenüber steht, wird es beim Debian-Projekt praktiziert: Patches für den 2.4er Kernel werden nur dann angenommen, wenn der betreffende Code aus der 2.6er Serie stammt. Aussagen des Debian-Projektleiters zufolge erleichtert die Rückportierung bestimmter Kernelteile sogar den Umstieg auf neue Versionen.

Miguel de Icaza ist ebenfalls ein Befürworter, so profitierte das Mono-Projekt nicht unerheblich von Red Hats Portierung der NPTL auf den Kernel 2.4.

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