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Di, 27. April 2004, 17:05

Software::Distributionen::Debian

Neuer Debian-Gesellschaftsvertrag verzögert Veröffentlichung von »Sarge«

Mit einer deutlichen Mehrheit wurde dem neuen Debian-Gesellschaftsvertrag (Debian Social Contract) in der Version 1.1 zugestimmt.

Die Änderung am Vertrag ist damit die erste seit dem 5. Juli 1997 und fand vor allem zur Klärung seines Gültigkeitsbereiches statt. So wird in Zukunft nicht mehr nur für die Freiheit der in Debian enthaltenen Software garantiert, sondern auch für die Freiheit von Dokumentation und Firmware, welche bisher Grauzonen darstellten, da Unstimmigkeiten darüber herrschten, ob diese unter den Begriff »Software« fallen. Desweiteren wird sichergestellt, dass das Debian-System auch weiterhin nicht auf unfreie Software angewiesen ist und ohne diese betrieben werden kann. Die Richtlinien für Freie Software sind ebenfalls im Gesellschaftsvertrag enthalten und dienen vielen als Grundlage für die Definition Freier Software.

Da Debian seine Anforderungen an die Freiheit nun verschärfte, wirft dies einige Probleme hinsichtlich der Herausgabe von Debian »Sarge« auf, deren Lösung mit Zeitaufwand verbunden ist, wodurch sich die Entwicklung verzögern könnte. Beispielsweise können wichtige Pakete wie die GNU C Library im Hauptzweig zukünftig nur ohne Dokumentation geliefert werden und Firmware für bestimmte Hardware muss von den Treibern getrennt werden, um sie aus dem Hauptzweig zu entfernen. Das Basissystem muss auf die Unterstützung dieser Hardware verzichten. Firmware, die zum Booten oder Aufsetzen des Systems benötigt wird, wird in den non-free-Zweig verlagert. Dies würde vor allem Netzkarten-Treiber betreffen. Um eine Unterscheidung von unfreier Firmware und anderer unfreier Software zukünftig gewährleisten zu können, ist eine Vielzahl von Änderungen an der Debian-Installationsroutine notwendig.

Durch die notwendigen Änderungen am System sieht sich Anthony Towns, der Release-Manager des Debian-Projektes, nicht imstande, noch dieses Jahr die neue Version freizugeben.

Wie auch in der Vergangenheit werden Debianpakete, die nicht den Richtlinien für Freie Software entsprechen, weiterhin im non-free- und contrib-Zweig zu finden sein. Diese sind zwar keine offiziellen Teile der Distribution, sind jedoch in diese integriert und auf optimale Lauffähigkeit auf Debian abgestimmt.

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