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So, 23. Mai 2004, 13:05

Andy Tanenbaum zu Ken Browns »Linux-Studie«

Nach der Veröffentlichung des ersten Kapitels aus dem heftig diskutierten Buch, das die Hintergründe der Entstehung von Linux beleuchten will, zieht die Alexis de Tocqueville Institution harsche Kritik auch aus den Reihen des vermeintlichen »Linux-Erfinders« auf sich.

Andy Tanenbaum, Entwickler von Minix und Professor für Informatik an der Freien Universität von Amsterdam, der in der Studie selbst als Beleg für diese Behauptung zitiert wird, berichtet in zwei detaillierten Artikeln über die zweifelhaften Methoden des Autors Kenneth Brown. So hat der Autor des Buches nach Meinung von Tanenbaum keine Ahnung von den Dingen, über die er schreibt. Brown hatte keines der Standardwerke zum Thema Unix gekannt und war im Interview über Themen wie geistiges Eigentum schlecht informiert. Von seinem mangelnden Wissen über die Entstehung von Software will Tanenbaum nicht mal reden.

Der Minix-Entwickler selbst, der im Gegensatz zu Linus Torvalds von Ken Brown interviewt wurde, empfand das Gespräch mit Brown als »merkwürdig« und den Besuch als einen Akt der Spionage für SCO. So hat der Autor der Studie versucht, die wahren Beweggründe für das Interview nicht zu erkennen zu geben und entsprechend nicht sehr zielgerichtet gefragt. Brown hoffte wohl, so Tanenbaum, dass er selbst Rache suche und Linus des Diebstahls bezichtigen werde. Weit gefehlt. Wie der Professor in einem weiteren Artikel schreibt, ist er fest davon überzeugt, dass Linus der rechtmäßige Vater von Linux sei und jegliche Zweifel unangebracht seien. Ferner hege Tanenbaum keine Aversionen gegenüber Linus.

Ende letzter Woche hatte die Alexis de Tocqueville Institution das erste Kapitel des Buches vorgelegt, das die Hintergründe der Entstehung von Linux beleuchten will. In diesem behauptet der Autor Ken Brown, Linus könne nicht der Vater von Linux sein, da er nicht die Zeit und Erfahrung für die Programmierung eines neuen Betriebssystems gehabt habe. »Jedenfalls ist es sehr fraglich, ob es Linus, immer noch nur ein Student, mit keinerlei Erfahrung in der Programmierung von Betriebssystemen, möglich war, dasselbe in einem Sechstel der Zeit zu leisten«, so Brown in seinem Buch. Während Ritchie und Thompson für Unix vier Jahre für 11.000 Codezeilen brauchten, verschlang die Entwicklung von Minix durch Tanenbaum und Evans (ca. 12.000 Zeilen Code) drei Jahre. Dass Torvalds bis zu 12.000 Zeilen Code von Linux 0.01 in nur sechs Monaten geschrieben habe, deutet für den Autor des Buches darauf hin, dass der ursprüngliche Code von Linux geklaut sein musste.

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