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Mi, 2. Juni 2004, 17:34

Software::Distributionen::Solaris

Sun konkretisiert Pläne zu Open Source-Solaris

Medienberichten zu Folge konkretisiert Sun seine Pläne, Solaris unter eine Open-Source-Lizenz stellen.

»Ich will nicht sagen, wann es passieren wird«, so Jonathan Schwartz, Präsident von Sun Microsystems, »aber machen Sie keinen Fehler, wir werden Solaris öffnen«. Wie CNET Asia zu berichten weiß, sei der Schritt bereits erwartet worden und es sei lediglich die Frage der Lizenz, unter der Solaris veröffentlicht werden soll. Als Beispiel für eine erfolgreiche Offenlegung eines Produktes führt Schwartz Java an. So könnte die Sprache laut Aussagen des Managers ohne eine rege Community nicht existieren und Sun alleine könnte den Support nicht schultern. »[Java] existiert, weil es hunderte und tausende von Partnern gibt«, so Schwartz weiter. »Wir müssen jetzt das Modell von Java nehmen und auf Solaris übertragen«.

Darf man diesen Aussagen Glauben schenken, so dürfte Solaris dasselbe Problem wie Java bekommen. Die Meinungen über die Entwicklung von Java könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Sun den Java-Prozess als offene Strategie bezeichnet, sehen vor allem Vertreter aus dem Open-Source-Lager diese Arbeit als einen kontrollierten Prozess ohne freie Ansätze. Zwar sind im Java Community Process (JCP) ausgewählte Entwickler vereinigt, die die Entwicklung von Java vorantreiben, doch schlussendlich ist es Sun, das die Kontrolle über die Entwicklung hält. Der Java Community Prozess setzt auf eine konsensorientierte Zusammenarbeit bei der Erarbeitung der Spezifikationen, bei der Referenzimplementierung und bei dafür notwendigen Spezifikationen zur Konformitätsprüfung. Durch die schiere Größe des JCP, dem die Schwergewichte der Branche angehören, und die Dominanz von Sun Microsystems fühlen sich vor allem kleinere Unternehmen nicht ernst genommen. Nicht zuletzt diese Vorbehalte gegenüber dem Marktriesen haben dazu geführt, dass sich Gegenbewegungen bildeten und Alternativen zu Java entstanden.

Es darf deshalb angenommen werden, dass Sun ähnlich Java, falls überhaupt, den früheren Aussagen folgen wird und Solaris nicht unter eine freie Lizenz stellen wird. Eine vollständige Freigabe von Solaris würde laut Schwartz zwangsläufig zu dessen Fragmentierung (»Forking«) führen, was er auf jeden Fall zu verhindern versuche. Den Weg der Linux-Lizenzierung zu gehen, so der Manager, führe zu Open Source, aber nicht zu offenen Standards. »Es ist ein großer Unterschied zwischen beiden (Open Source und offene Standards)«, stellt Schwartz fest. »Es gibt ein Linux-Unternehmen, das die zwei Konzepte vermengt, und das ist Red Hat. Das ist sehr gefährlich«.

John Loiacono, Executive Vicepräsident der Sun Software Group, will ebenfalls das Modell einer Untersuchung unterziehen. Unter anderem sei zu klären, ob die neue Lizenz für alle eine kostenlose Nutzung einräume oder Einschränkungen für eine kommerzielle Nutzung enthalten soll. Ferner soll Sun laut Aussagen von Loiacono klären, ob es verschiedene »Level« einer kostenlosen Nutzung geben soll.

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