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Do, 24. Juni 2004, 22:21

Gesellschaft::Politik/Recht

1000 »Stimmen« gegen Softwarepatente

Über 1000 Gegner von Software- und Logikpatenten trafen sich am Rande des diesjährigen LinuxTags zu einer Demonstration gegen jegliche Art von »Programmieren in Ketten«.

Aufmarsch der Patentkritiker

Aufmarsch der Patentkritiker

Kurz nach 18 Uhr bewegten sich 10 Sträflinge, die symbolisch die Zukunft des Programmierens in Europa darstellten, gefolgt von rund 1000 Besuchern des LinuxTags in Richtung des Karlsruher Marktplatzes. Getrieben von der Sorge um »kreative Sperrgebiete«, wie Jan Wildeboer, Organisator der Demonstration, Software- und Logikpatente nennt. Auf zahlreichen Plakaten gaben die Gegner der Patente zum Besten, dass Logikpatente Monopole bilden und forderten, dass die EU-Minister den Beschluss des EU-Parlaments respektieren sollten.

Am 18. Mai genehmigte der EU-Ministerrat einen Kompromissvorschlag zur Einführung von Software-Patenten in Europa. Noch am Tag davor hatte es geheißen, die deutsche Delegation wolle sich zumindest der Stimme enthalten, alles schien offen zu sein. Deutschland stimmte jedoch zu, der Entwurf wurde auf den Weg gebracht. Seitdem wollen die kritischen Stimmen nicht verstummen und die Gegner der Patentdirektive hoffen nun auf das Europaparlament, das im Herbst über die Zukunft der Patente zu entscheiden hat. Das Parlament hatte bereits in der ersten Lesung der Richtlinie deutliche Grenzen auferlegt und könnte es wiederholen.

So steht auch der LinuxTag vollständig im Zeichen von »computerimplementierten Erfindungen«. Namhafte Sprecher aus der Industrie, Politik und aus dem Kreise der Community erläutern das Gefahrenpotential der Patente und warnen ausdrücklich vor der Einführung von Patenten. Einen vorläufigen Höhepunkt findet die Frage nach Patenten in einer morgen um 15 Uhr ausgetragenen Podiumsdiskussion.

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