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Mo, 16. August 2004, 19:53

Anonyme Tauschbörse MUTE

Ein neue Tauschbörse namens MUTE soll die Anonymität ihrer Nutzer wahren.

Als klare Ursache für die Entwicklung gibt der Entwickler an, die Daten der Nutzer vor Organisationen wie der RIAA geheimhalten zu wollen, die in der Vergangenheit häufiger die Teilnehmer an Peer-to-Peer-Tauschbörsen verklagten. Der bereitgestellte Client steht unter der GNU General Public License für verschiedene Plattformen wie Linux, Mac OS X und Windows zur Verfügung. Die Unterstützung vieler Plattformen erhält das Werkzeug durch die Verwendung des wxWidgets-Toolkits.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Sharing-Tools setzt MUTE nicht auf eine Direktverbindung zwischen Clients, wozu eine IP nötig wäre. Stattdessen generiert jeder Client eine ID, die nicht mit seiner IP in Verbindung steht. Informationen wie Suchanfragen und Dateien enthalten die Quell- und Ziel-ID, wobei jeder Client nur seine eigene Identität kennt, nicht die der anderen. Zudem verschlüsselt MUTE sämtliche Daten mittels AES, wobei es den benötigten Schlüssel mittels RSA überträgt.

Um keine direkte Verbindung zwischen den Nutzern zu benötigen, durchlaufen die Pakete mehrere Zwischenstationen - Anwender, die sich ebenfalls im Tauschnetzwerk befinden. Dabei steht zwischen den tauschenden Personen mindestens eine weitere, die die Pakete zwischen ihnen routet. MUTE sucht dabei automatisch die beste Route. Bei deren Ermittlung zieht die Software sowohl die netztopologische Länge des Pfades als auch dessen Belastung zu Rate.

Um ihr Ziel zu erreichen, hinterlassen Pakete Markierungen. Erhält ein Netzwerkknoten ein Paket ausgehend von Client "abc", so ist er in Kenntnis darüber, dass er dieses beispielsweise vom Client "123" zugestellt bekam. Soll er anschließend ein Paket an "abc" senden, so wird er es an "123" übergeben.

Der Verzicht auf Direktverbindungen verursacht zum Nachteil der Nutzer einen höheren Traffic. Wo sich bei konventionellen Tauschbörsen nur zwei Personen an einem Austausch beteiligen, sind im MUTE-Netzwerk mindestens drei Anwender involviert. Dadurch erreicht MUTE weniger als zwei Drittel der Performance anderer Netze wie BitTorrent.

Die genauere Funktionsweise beschreibt der Autor Jason Rohrer in einem Dokument zu technischen Details.

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