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Fr, 17. September 2004, 00:42

Software::Distributionen::Canonical

Erste Version von Ubuntu Linux vorgestellt

Mit einem Paukenschlag triit die erste Version von Ubuntu Linux, einer neuen Distribution auf Basis von Debian und GNOME, auf die Bühne.

Ubuntu Linux (das Zulu-Wort »Ubuntu« bedeutet »Menschlichkeit gegenüber anderen«) ist eine nichtkommerzielle Distribution, die von einer Firma entwickelt wird. Der augenscheinliche Widerspruch löst sich auf, wenn man sich die auf der Isle of Man eingetragene Firma Canonical Ltd. genauer ansieht. Die Firma ist noch jung, hat aber zahlreiche Entwickler von GNOME, Debian, Arch Linux und anderen in ihren Reihen. Diese arbeiten nicht auf der Isle of Man, sondern von ihrer jeweiligen Heimat aus. Die weltweite Verteilung der Entwickler deckt fast alle Zeitzonen ab.

Hinter Canonical steckt Mark Shuttleworth, dessen Biografie sehr lesenswert ist. Nur Bruce Perens hat Bedenken, doch könnten diese darin begründet sein, daß sein mit Firmengeldern angeschobenes Projekt UserLinux ähnliche Ziele wie Ubuntu Linux verfolgt und nun fast überholt worden ist.

Ein Interview mit Jeff Waugh wirft etwas mehr Licht auf diese Konstellation. Demnach hat Cannonical derzeit 34 Mitarbeiter weltweit. Ubuntu Linux soll völlig frei sein. Die Firma will Einkommen mit zusätzlichen Tools und Produkten erwirtschaften, die in Kürze vorgestellt werden sollen.

Ubuntu Linux ist in erster Linie ein Desktopsystem, für das es professionellen Support geben soll, wenn gewünscht. Es beruht auf Debian und GNOME 2.8. KDE ist derzeit nicht enthalten, könnte aber später hinzukommen. Neue Versionen sollen alle sechs Monate erscheinen, womit die Vorteile von Debian Unstable mit denen von Debian Stable vereint werden sollen. Für die Distribution sollen jeweils achtzehn Monate lang Sicherheitsupdates zur Verfügung stehen. In Anbetracht der einfachen Update-Möglichkeit, die Ubuntu von Debian erben wird, scheint dieser Zeitraum angemessen.

Die Arbeit der Ubuntu-Entwickler soll an die Open-Source-Gemeinschaft zurückfließen, beispielsweise an Debian und GNOME. Obwohl Ubuntu auf Debian beruht, ist es nicht vollständig kompatibel, da die Pakete neu compiliert wurden - der Quellcode ist allerdings der gleiche. Ein »Update« von Debian Sarge auf Ubuntu ist daher auch nur Experten zu empfehlen, alle anderen sollten neu installieren, um Probleme zu vermeiden.

Das Ubuntu-Projekt geht mit einer vollständigen Infrastruktur an den Start: Auf der Homepage gibt es ein FAQ, ein Wiki und andere Dokumentation. Es gibt Mailinglisten und einen IRC-Channel. Die erste Version, die genau genommen ein Preview ist, steht zum Download bereit. Die Versionsnummer 4.10 erklärt sich daraus, daß sie aus Jahr und Monat der Veröffentlichung zusammengesetzt ist. Der Codename dieser Version ist »Warty Warthog« (warziges Warzenschwein). Das unter 600 MB große ISO-Image steht für x86, AMD64 und PowerPC zur Verfügung. Der Download ist auch per BitTorrent möglich. Die CDs können auch bestellt werden, was für Anwender mit geringer Internet-Bandbreite (zum Beispiel in Entwicklungsländern) die beste Möglichkeit ist, an Ubuntu zu kommen.

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