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Fr, 24. September 2004, 15:50

Unternehmen

SCO sucht gestohlenen Code

Die Zeit großer Ankündigungen und steigender Aktienkurse weicht bei SCO immer mehr einem Alptraumszenario.

Kaum ist die letzte negative Schlagzeile verklungen, folgt schon die nächste. Wie Groklaw zu berichten weiß, sucht SCO dieser Tage vehement nach Passagen des angeblich in den Linux-Kernel überführten SCO-Codes.

Bereits vor einer Woche hatte der MIT-Professor Randall Davis verkündet, dass er keine Spuren von Unix-Code in Linux finden konnte. Randall hatte die von SCO beanstandeten Passagen mit den Quelltexten von SCO Unix System V verglichen und kam zu dem Schluss, dass der von IBM in den Linux-Kernel implementierte Code keine Modifikation oder gar Kopie von SCOs Code war. »Trotz einer ausführlichen Prüfung konnte ich im IBM-Code keine Spuren des Unix System V Codes feststellen«, so der Professor am 13. August.

Über ein Monat später scheint SCO weiter einzuknicken. Wie einer Abschrift der Protokolle der Anhörung zu entnehmen ist, sucht SCO dieser Tage vehement gerade nach diesen kopierten Code-Stellen. So hat die Gruppe in der Gerichtsverhandlung zugeben müssen, dass vor und nach Einreichung der Klage gegen IBM kein Vergleich des Linux- und des Unix-Codes durchgeführt wurde. Man habe sich bei SCO auf einen 1999 von Softwareentwicklern durchgeführten Vergleich gestützt, der allerdings nur für interne zwecke erstellt wurde und nicht für die Öffentlichkeit gedacht war.

Somit sind die öffentlichen Ankündigungen, die SCO-Chef Darl McBride von sich gab (tausende von Codezeilen) nichts mehr als pure Propaganda. McBride zufolge hat SCO Experten angeheuert, die den Quellcode von Unixware und Linux Zeile für Zeile vergleichen. Dabei hat man Anfang 2003 angeblich Passagen gefunden, die völlig identisch waren, und auch solche, die ein wenig abgeändert wurden, um ihre Herkunft zu verschleiern. Es sollte sich um »keine unbedeutenden« Codestücke handeln. Um welche es sich handelte, wollte McBride allerdings nie sagen. Als Grund gab der Manager immer die Befürchtung an, dass der fragliche Code dann aus dem Kernel entfernt werden könnte.

Ein Jahr später sucht SCO nun eine »Straßenkarte« um die früheren Beschuldigungen selbst belegen zu können. So will SCO von IBM nun eine Beschreibung, eine Karte, auf der die Weiterentwicklung von IBMs UNIX ersichtlich ist. Erst dann könne man sich an die Suche nach dem bereits 1999 gefundenem und anscheinend nun verlorenem Code machen. Laut SCO muss nun IBM der Gruppe »unter die Arme greifen« und den Weg zeigen.

Der SCO Group scheint nichts Besseres einzufallen, als auf Zeit zu spielen: So lautet die Reaktion von Beobachtern. Die von SCO beabsichtigte Strategie die Saat der Angst zu säen, ist augenscheinlich nur am Anfang der Verhandung aufgegangen. Mittlerweile zeigt sich auch die Börse von dem Treiben des Unternehmens weitgehend unbeeindruckt. Das Papier des Unternehmens schloss am Donnerstag mit 3,64 USD ab.

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