Peer to peer ist nun mal ein Fachbegriff, den es im Deutschen nicht gibt. Da sollte man dann nicht auf teufel komm raus uebersetzen, weil dabei etwas heraus kommt was zwar vom Sinn her uebersetzt ist, was aber keiner mehr versteht. Als ich das Wort gelesen habe musste ich erstmal ins Englische uebersetzen um zu verstehen was da verzapft wurde. Man wuerde ja auch nicht so Sachen wie "Laptop" oder "Mousepad" uebersetzen?
Von Kai F. Lahmann am Mi, 6. Oktober 2004 um 12:34 #
Aus "Laptop" wird hierzulande gerne "Notebook", was dann aber keiner mehr versteht, der wirklich englisch kann - für die ist das nämlich "Notizbuch". Auf niederdeutsch sagt man "Klappreekner" dazu, das doch schön, oder?
"Mousepad" wird öfters mal "Mausunterlage" - versteht dann auch jeder.
P2P ist wirklich ein Problem und DIESE Übersetzung haut nicht um.
Von Jörg W Mittag am Mi, 6. Oktober 2004 um 15:21 #
> P2P: Punkt-zu-Punkt (?)
Nein, P2P steht für Peer-to-Peer, nicht für Point-to-Point. Für Peer-to-Peer existiert meines Wissens keine eingeführte deutsche Übersetzung, nichtmal die xenophoben Sprachwarte vom VDS haben eine und die sind normalerweise immer die ersten, wenn es darum geht, falsche und sinnentstellende Übersetzungen zu erfinden. Ich würde z.B. "Teilnehmer-zu-Teilnehmer" vorschlagen, wobei ich dabei etwas Bauchschmerzen habe, weil die Gleichrangigkeit, die in dem Wort "peer" steckt, nicht richtig zum Ausdruck kommt.
Es geht dabei aber gar nicht um P2P, da mit P2P eine _direkte_ Verbindung zwischen zwei "gleichrangigen" Partnern gemeint ist. Bei der Verschluesselung von einem Ende zum anderen Ende koennen die verschluesselten Messages aber ueber beliebig viele Zwischenstationen laufen (die Jabber Server z.B.).
Ausserdem kann man auch ganz gut "tragbarer Rechner" und "Mausunterlage" statt "Laptop" bzw. "Mousepad" sagen.
Von Jörg W Mittag am Mi, 6. Oktober 2004 um 15:09 #
> Peer to peer ist nun mal ein Fachbegriff
Es geht hier aber nicht um Peer-to-Peer sondern um End-to-End. Und die korrekte (und durchaus weit verbreitete) deutsche Übersetzung von End-to-End lautet nunmal Ende-zu-Ende. Verwendete man stattdessen den von dir vorgeschlagenen Begriff Peer-to-Peer, dann entstellte die Übersetzung den Sinn derart, dass niemand mehr den Sinn verstünde.
Also ich finde die Übersetzung in Ordnung und auch eine Übersetzung von Mousepad in Mausunterlage würde ich in Ordnung finden, wobei das wirklich schon ein wenig ungewöhlich klingt. Ich muss aber sagen das Ende zu Ende die Bedeutung korrekt wiedergibt und jeder der wirklich weiß, was damit gemeint ist wird das auf Anhieb verstehen..Wer natürlich immer nur den engl. Begriff aufgenommen hat und nicht die Bedeutung kommt ins Taumeln, das ist klar.
Von Jörg W Mittag am Mi, 6. Oktober 2004 um 11:20 #
> Die Kerntechnologien des freien Jabber-Projektes sind offizielle Internet-Standards.
Das ist falsch. Sie sind derzeit "Proposed Standards". Sobald die Interoperabilität mindestens zweier unabhängiger Implementierungen dieser Proposed Standards nachgewiesen wurde und ausreichend Erfahrungen im erfolgreichen Betrieb dieser Proposed Standards gesammelt wurden, können sie zu "Draft Standards" erhoben werden. Und vom Draft Standard zum "Internet Standard" ist es noch einmal ein riesiger Schritt, der unter anderem erfordert, dass "erhebliche" (im Gegensatz zu "ausreichend" beim Draft Standard) Erfahrung sowohl im erfolgreichen Betrieb als auch bei der Implementierung gesammelt wurde und dass man allgemein der Meinung ist, dass das standardisierte Protokoll erhebliche Vorteile für die Internet-Gemeinschaft bietet. In Anbetracht der Tatsache, dass es bei fast 4000 RfCs gerade einmal 65 Internet Standards gibt, gehe ich mal davon aus, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis XMPP ein Internet Standard wird — falls das überhaupt jemals geschehen sollte.
olli
;-)))
Isch
Peer to peer ist nun mal ein Fachbegriff, den es im Deutschen nicht gibt. Da sollte man dann nicht auf teufel komm raus uebersetzen, weil dabei etwas heraus kommt was zwar vom Sinn her uebersetzt ist, was aber keiner mehr versteht. Als ich das Wort gelesen habe musste ich erstmal ins Englische uebersetzen um zu verstehen was da verzapft wurde. Man wuerde ja auch nicht so Sachen wie "Laptop" oder "Mousepad" uebersetzen?
"Mousepad" wird öfters mal "Mausunterlage" - versteht dann auch jeder.
P2P ist wirklich ein Problem und DIESE Übersetzung haut nicht um.
Nein, P2P steht für Peer-to-Peer, nicht für Point-to-Point. Für Peer-to-Peer existiert meines Wissens keine eingeführte deutsche Übersetzung, nichtmal die xenophoben Sprachwarte vom VDS haben eine und die sind normalerweise immer die ersten, wenn es darum geht, falsche und sinnentstellende Übersetzungen zu erfinden. Ich würde z.B. "Teilnehmer-zu-Teilnehmer" vorschlagen, wobei ich dabei etwas Bauchschmerzen habe, weil die Gleichrangigkeit, die in dem Wort "peer" steckt, nicht richtig zum Ausdruck kommt.
jwm
Bei der Verschluesselung von einem Ende zum anderen Ende koennen die verschluesselten Messages aber ueber beliebig viele Zwischenstationen laufen (die Jabber Server z.B.).
Ausserdem kann man auch ganz gut "tragbarer Rechner" und "Mausunterlage" statt "Laptop" bzw. "Mousepad" sagen.
Es geht hier aber nicht um Peer-to-Peer sondern um End-to-End. Und die korrekte (und durchaus weit verbreitete) deutsche Übersetzung von End-to-End lautet nunmal Ende-zu-Ende. Verwendete man stattdessen den von dir vorgeschlagenen Begriff Peer-to-Peer, dann entstellte die Übersetzung den Sinn derart, dass niemand mehr den Sinn verstünde.
jwm
Das ist falsch. Sie sind derzeit "Proposed Standards". Sobald die Interoperabilität mindestens zweier unabhängiger Implementierungen dieser Proposed Standards nachgewiesen wurde und ausreichend Erfahrungen im erfolgreichen Betrieb dieser Proposed Standards gesammelt wurden, können sie zu "Draft Standards" erhoben werden. Und vom Draft Standard zum "Internet Standard" ist es noch einmal ein riesiger Schritt, der unter anderem erfordert, dass "erhebliche" (im Gegensatz zu "ausreichend" beim Draft Standard) Erfahrung sowohl im erfolgreichen Betrieb als auch bei der Implementierung gesammelt wurde und dass man allgemein der Meinung ist, dass das standardisierte Protokoll erhebliche Vorteile für die Internet-Gemeinschaft bietet. In Anbetracht der Tatsache, dass es bei fast 4000 RfCs gerade einmal 65 Internet Standards gibt, gehe ich mal davon aus, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis XMPP ein Internet Standard wird — falls das überhaupt jemals geschehen sollte.
jwm