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Mo, 18. Oktober 2004, 14:30

Unternehmen

Microsoft muss Linux lieben lernen

Laut Aussage von Clayton Christensen, der in den USA als Guru unter den Management-Beratern gilt, muss Microsoft, um den Anschluß an die Open-Source-Konkurrenz nicht zu verlieren, dringend in Linux-Applikationen investieren.

Clayton Christensen, Professor an der Harvard Business School und Autor des Buches »The Innovator's Dilemma« ist kein Unbekannter unter den Management-Beratern. Für Christensen sind es insbesondere ökonomische und strategische Barrieren, die Großunternehmen daran hindern, die Rolle des Innovationsführers in ihrer angestammten Industrie langfristig aufrecht zu erhalten. Große Unternehmen investieren laut Christensen lieber in die Optimierung ihrer Produkte und Standards anstatt in die Implementierung und Nutzung neuer Ideen. Dies tritt beispielsweise dann ein, wenn sich ein Technologiewechsel zu einem Zeitpunkt abzeichnet, zu dem Unternehmen noch nicht den optimalen Punkt auf der Erfahrungskurve erreicht haben. So auch Microsoft im Bezug auf Linux. Open Source hat die von Microsoft sich selbst auferlegten Fesseln nicht. Es gibt keine eingeschliffenen Strukturen, große Entwicklungs-Abteilungen oder aufwendige Distributionskanäle, die eine radikale Erneuerung des Portfolios behindern würden.

Laut Christensen müsse Microsoft lernen, mit Linux zu kooperieren, anstatt das freie System zu bekriegen, um langfristig am Markt seine Marktposition halten zu können. Nach seiner Meinung muss der Gigant bereits in den kommenden sechs bis sieben Jahren stufenweise Linux-Anwendungen im Handheld-Bereich fördern. Dieser biete gegenüber dem »Stammgeschäft« größere Wachstumschancen. Wenn das Unternehmen nicht auf die neuen Marktentwicklung reagieren wird, läuft Microsoft Gefahr, den Trend zu verpassen.

Als Beispiel nennt Christensen Digital Equipment, das in den Achtzigern sehr schnell wuchs und den Anschluß am Ende verpasste. Digital vertrieb kleine und einfache Computer als Ersatz zu Mainframes. Als der PC seinen Siegeszug antrat, stieg die Firma nicht in den neuen Markt ein: Ein PC bot eine weit geringere Marge als Digitals Produkte und erfüllte nicht die technischen Bedürfnisse der bestehenden Minirechnerkunden. Im Fall Microsoft sind Linux-Anwendungen eine Bedrohung für Microsofts lukratives Geschäft mit dem Desktop PC und Windows. Laut Christensen verändert sich der Trend zunehmend zu Handheld-Computern und Microsoft droht der Abstieg, wenn das Unternehmen nicht auf Linux setzt.

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