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So, 7. November 2004, 11:01

Software::Distributionen::BSD::OpenBSD

Kampagne für freie Firmware von OpenBSD

Das OpenBSD-Projekt hat damit begonnen, Hardware-Hersteller zur freien Bereitstellung ihrer Firmware zu bewegen.

Ohne Firmware, die beim Systemstart geladen wird, sind viele Geräte heutzutage nicht funktionsfähig, da sie keinen Flash-Speicher mehr besitzen. Selbst ein freier Treiber unter der GPL oder BSD-Lizenz hilft nichts, wenn er das Gerät nicht mit der passenden Firmware laden kann. Hersteller stellen Firmware-Lader jedoch häufig nur für Windows zur Verfügung. Etwas besser ist die Situation, wenn die Firmware zum freien Download bereit steht. Doch oft ist die Verteilung dieser Firmware als Bestandteil von frei verfügbaren Systemen nicht erlaubt. Diese Situation ist für Linux ebenso unbefriedigend wie für die freien BSD-Systeme. OpenBSD ist es nun gelungen, einigen Chipherstellern die Genehmigung abzuringen, ihre Firmware frei zu verteilen.

Dem OpenBSD-Projekt geht es nicht darum, daß die Hersteller ihre Firmware unter eine freie bzw. Open-Source-Lizenz stellen. Ihm genügt die Möglichkeit, das binäre Firmware-Image vertreiben zu können. In letzter Zeit hat sich OpenBSD speziell auf Chipsätze für Wireless LAN konzentriert. Immerhin wurde bereits erreicht, daß Symbol, Atmel und Zydas ihre Firmware zur Verfügung stellen. Intel und Conexant sind offenbar noch in der Diskussion mit OpenBSD. Lediglich Texas Instruments äußerte sich bisher nicht. Mit einer Kampagne aus Telefonanrufen und Briefen soll auch TI zum Einlenken bewegt werden. Ein Interview mit Theo de Raadt, Chefentwickler von OpenBSD, beleuchtet die Hintergründe.

Die Grenze zwischen Hard- und Software ist fließend. Heutzutage werden immer mehr Funktionen von der Hardware in Software verschoben, da dies flexibler ist, eine kürzere Entwicklungszeit ermöglicht, einen Flash-Chip einspart und somit den Herstellern Geld spart oder Marktvorteile verschafft.

Sofern diese Software in dem betreffenden Gerät in Flash-Speicher liegt, ergibt sich kein nennenswerter Unterschied zu reinen Hardware-Lösungen. Das Gerät funktioniert, wenn man es einschaltet. Doch um ein paar Cent zu sparen, gehen die Hersteller dazu über, den Flash-Speicher durch RAM zu ersetzen, das bei jedem Neustart mit der Firmware geladen werden muß. Dazu muß die Firmware als Datei vorliegen, die vom Treiber an das Gerät gesandt wird. Um diese Datei mit dem Betriebssystem, z.B. mit dem Linux-Kernel ausliefern zu können, muß sie vom Hersteller entsprechend lizensiert sein. Genau dies versucht das OpenBSD-Projekt zu erreichen. Eine weitergehende, mehr auf der Linie der FSF liegende Forderung ist es, daß im Kernel nur Firmware mitgeliefert werden sollte, die der GPL unterliegt, also auch im Quellcode vorliegt.

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