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Mo, 8. November 2004, 11:26

Unternehmen

Red Hat muß wachsen

Der Analyst Peter White stellt Überlegungen zu der aktuellen Situation und den Planungen von Red Hat an, die auf weitere Firmenkäufe in naher Zukunft hindeuten.

Das »winzige Red Hat«, so der Titel der Analyse, ist nach White ganz darauf ausgerichtet, in nächster Zeit weitere Firmen aufzukaufen. Nahezu sichere Anzeichen dafür sind, daß das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar auf dem Konto bereitliegen hat, daß es erst kürzlich Netscape Enterprise Solutions aufgekauft hat, daß es einen neuen Manager eingestellt hat, der von Cisco kommt, und einen neuen Finanzchef, der früher in viel größeren Firmen zuhause war. Was Red Hat kaufen wird, ist zwar noch nicht bekannt, es wird aber mit Sicherheit etwas sein, das in das Spektrum des im Linux-Bereich wohl marktführenden Red Hat Enterprise Linux paßt.

Nach Einschätzung von White ist Red Hat bereits jetzt profitabel und das Geschäft wird weiter zunehmen und sich auch sehr stark auf den Desktop ausdehnen. Erste Schritte dahin sind bereits getan: Auf einer Investoren-Konferenz im letzten Monat konnte Red Hat-Geschäftsführer Matt Szulik zwei große Geschäftsabschlüsse verkünden, darunter einen, der über 10.000 Linux-Desktoplizenzen umfaßt - der größte Deal für Red Hat bisher.

Es sieht danach aus, als wolle sich Red Hat durch weitere Firmenkäufe vergrößern. Die Frage ist, ob es genug Firmen gibt, die zu kaufen Sinn macht. Für diese Maßnahmen hat sich Red Hat jedenfalls schon einmal mit Edward Kozel verstärkt, der in den Vorstand aufgenommen wurde. Er kommt von der Beraterfirma Integrated Finance und scheint ein Spezialist für Firmenübernahmen zu sein.

Das nötige Kleingeld für die Shopping-Tour hat sich Red Hat durch Wandelanleihen in Höhe von 600 Millionen USD aufgestockt. Geplant war lediglich, Einnahmen von 500 Millionen zu erzielen, doch aufgrund der hohen Nachfrage gab das Unternehmen zusätzliche Wandelanleihen aus.

Der Kauf von Netscape Enterprise Solutions war sicherlich eine Reaktion auf Novell, das mit eDirectory einen eigenen Verzeichnisdienst für Linux anbietet. Mit OpenLDAP hatte Red Hat dem wenig entgegenzusetzen, doch der LDAP-Server von Netscape zusammen mit der Zertifikatsverwaltung könnte an die Funktionalität von eDirectory heranreichen. Außerdem wird diese Software in den nächsten sechs bis acht Monaten in die Red Hat-Produkte integriert und bald unter eine freie Lizenz gestellt.

Der Verzeichnisdienst ist auch ein Muß für den Firmen-Desktopmarkt. Zusammen mit dem vor einem Jahr eingekauften GFS und dem Applikationsserver kann Red Hat den Kunden nun etwas Vergleichbares zu Novell, Sun und Microsoft anbieten. Und der Desktopmarkt dürfte das eigentliche Ziel von Red Hat sein, da dieser Markt auch um einiges größer als der Servermarkt ist.

Die Investoren und Aktionäre von Red Hat sollten mit dieser Entwicklung zufrieden sein. Red Hat scheint Marktführer im Linux-Servermarkt zu sein, ist auf Wachstumskurs und hat Partnerschaften mit zahlreichen wichtigen Softwarefirmen wie beispielsweise Oracle, IBM, BMC, CA, EMC/Legato, Veritas, BEA, SAP, Peoplesoft und Network Appliance und Hardwarefirmen wie Dell, HP, Fujitsu, NEC, Hitachi und IBM.

Der Erfolg von Red Hat könnte nach Meinung von White letzlich Microsoft dazu zwingen, Anbieter im Linux-Markt zu werden, um keine Marktanteile zu verlieren. Sowohl Red Hat als auch Novell, beide mit einer runden Milliarde auf dem Sparbuch, müssen sich vergrößern, bevor Microsoft den Markt betritt.

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