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Fr, 19. November 2004, 00:58

Unternehmen

Kanton Genf will Microsoft loswerden

Der Schweizer Kanton Genf will sich vollständig von proprietärer Software lossagen und in Zukunft nur noch freie Software einsetzen.

Dies berichtet jedenfalls die Online-Ausgabe der Genfer Zeitung Le Matin. Bis zum Jahr 2009, so heißt es in dem Artikel, will der Kanton alle Microsoft-Produkte sowie alle weiteren proprietären Programme abgeschafft haben. Dies habe die Kantonalverwaltung beschlossen. Zum Einsatz kommen sollen stattdessen Programme, die sowohl frei als auch kostenlos sind, auf Basis des Betriebssystems Linux.

Mit diesem Schritt will der Kanton seine Unabhängigkeit in der IT wieder erlangen. Der Beschluß gehe nicht gegen Microsoft, sagte Jean-Marie Leclerc, Generaldirektor für die IT des Kantons. Es drehe sich einfach darum, nicht von einem einzelnen Unternehmen abhängig zu sein. Außerdem sei eine offene Verwaltung nur bei Einsatz von offenen Programmen denkbar. Nur bei freien Programmen könne man Anpassungen nach Belieben vornehmen.

Ein willkommener Nebeneffekt sind für den Kanton die wegfallenden Lizenzkosten. Diese liegen derzeit noch im Millionenbereich pro Jahr.

Noch ist es nicht lange her, daß der Kanton seine Systeme auf Windows XP aufgerüstet und somit Unsummen für diesen Update ausgegeben hat. Diese Investition soll nicht einfach so abgeschrieben werden. Daher ist geplant, die meisten Systeme noch bis 2009 zu nutzen. In der Zwischenzeit werden schon die ersten Schritte mit Open Source unternommen, genug Zeit für deren Erprobung steht ja zur Verfügung.

Während die Umstellung des Kantons Genf nicht viel mehr als ein kleiner Nadelstich ist, dürfte die zunehmende Zahl von Migrationen in der Summe Microsoft durchaus zu denken geben. Schon haben andere Schweizer Verwaltungen Interesse gezeigt, dem Beispiel von Genf zu folgen.

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