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Di, 23. November 2004, 18:43

Software::Distributionen::Debian

Policy Mount für Debian

Zur benutzerfreundlichen Unterstützung auswerfbarer Medien hat die Ubuntu-Linuxdistribution das Werkzeug Policy Mount entwickelt.

Ziel der Entwicklung ist es, Anwendern problemlos das Mounten von Wechselmedien zu ermöglichen, ohne händische Änderungen in der fstab durchzuführen oder root-Rechte anzunehmen. Die bisherige Lösung für Gnome liefert der Hardware Abstraction Layer (HAL), der den Hotplug-Daemon abhört und beim Aktivieren eines Wechseldatenträger-Laufwerkes entsprechende Einträge in der fstab automatisch durchführt, da unprivilegierte Benutzer nur die dort aufgeführten Dateisysteme einbinden dürfen.

Dass dies nicht das Optimum darstellt, ist daraus erkennbar, dass das häufige, automatische Ändern einer grundlegenden Systemdatei ein hohes Risiko in sich birgt: ein Absturz während einer Änderung in einem nicht atomar operierenden Dateisystem könnte die Datei unbemerkt unbrauchbar machen und das System am Booten hindern. Um die Änderungen an der Dateisystemtabelle vorzunehmen, benötigt hal außerdem ausreichende Privilegien, weshalb er oft als root läuft. Der pmount-Entwickler hält es darüber hinaus nicht für richtig, dass Hal als eine Hardwaredatenbank Änderungen an Systemen durchführt.

Für Ubuntu Linux greift Martin Pitt deshalb einen anderen Ansatz auf: die Distribution verwendet zwar immer noch HAL, dieser läuft allerdings mit reduzierten Benutzerrechten und nimmt keinerlei Änderungen am System mehr vor. Um Benutzern den Zugriff auf Wechselmedien zu ermöglichen, schrieb er pmount, das allen Benutzern in einer bestimmten Gruppe das Mounten von Wechselmedien ohne Eintrag in der fstab ermöglicht. Um zwischen festen und wechselbaren Datenträgern zu unterscheiden, greift Policy Mount auf ein neues Feature des Kernels 2.6.8 zurück, welches die Geräteart über das SysFS - ein Pseudodateisystem wie proc - zugänglich macht.

Da Ubuntu Linux auf Debian GNU/Linux basiert, ist eine Portierung seitens des Entwicklers wünschenswert und teilweise bereits im Gange: Policy Mount existiert bereits im Debian-Archiv, die nötigen Änderungen bezüglich udev, welches neue Wechselmedien automatisch der passenden Benutzergruppe zuordnen kann, fehlen allerdings noch. Ohne diese Änderungen hat HAL keinen direkten Zugriff auf die Geräte, was sich beim Identifizieren des Dateisystems als schwierig erweist.

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