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Di, 30. November 2004, 00:11

Software::UNIX

UNIX-Copyright geklärt

Die vor zehn Jahren abgeschlossenen Vereinbarungen zwischen den Unix System Labs und Berkeley, sind an die Öffentlichkeit gelangt und machen klar, daß SCO keine Copyright-Ansprüche auf Linux-Code besitzt.

Die 1994 getroffene Vereinbarung legte seinerzeit den Rechtsstreit zwischen den Unix System Labs (Teil von AT&T) und der Berkeley-Universität bei. Die Einzelheiten der Vereinbarung waren jedoch geheim und wurden nicht publiziert.

Nun ist es jemandem aus dem Umfeld der Webseite Groklaw aufgefallen, daß es in Kalifornien ein Gesetz gibt, nach dem solche Dokumente auf Antrag zur Einsicht zur Verfügung gestellt werden müssen. Nach ein wenig Papierkrieg erhielt er das gewünschte Dokument von der Berkeley-Universität.

In dem damaligen Rechtsstreit ging es darum, wer die Rechte an UNIX hatte. In Berkeley war bekanntlich auf Basis des originalen UNIX, das in den Bell Labs entwickelt wurde und im Besitz von AT&T war, das BSD-UNIX entwickelt worden. Die beiden Systeme wurden im Laufe der Zeit immer unterschiedlicher, doch gab es auch einen Code-Austausch. Beide Seiten übernahmen dabei wohl auch Code der anderen und änderten den Copyright-Vermerk, so daß der Code wie ihr eigener Besitz aussah. Als es dann wegen des Copyrights vor Gericht ging, mußten schließlich beide Parteien einsehen, daß sie den Prozeß kaum gewinnen konnten, und sie einigten sich schließlich mit dem jetzt veröffentlichten Dokument.

Das Dokument identifiziert die strittigen Dateien und zielt im Wesentlichen darauf ab, daß man sich gegenseitig die Rechte zu deren Nutzung einräumt und fehlende Copyright-Hinweise nachträgt. Unter anderem wird festgelegt, daß »alles in 4.4 BSD(lite)« frei verfügbar gemacht werden kann und USL keine Ansprüche darauf hat. Auf der anderen Seite versichert USL, nichts gegen die Verwendung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits veröffentlichten Codeteile von USL zu unternehmen.

Dies erklärt auch, warum SCO nur gegen Lizenznehmer wie IBM vorgeht, nicht jedoch gegen Firmen wie Red Hat, mit denen es keine Lizenzvereinbarung hat. In dem Verfahren gegen IBM geht es um einen möglichen Vertragsbruch, nicht um Copyright. SCO, eigentlich die SCO Group, die nach dem Kauf der alten SCO durch Caldera entstanden war, hatte die Rechte an UNIX von Novell erworben (in welchem Umfang, ist allerdings noch strittig). Novell hatte sie durch den Kauf von USL erworben und Unixware entwickelt.

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