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Fr, 17. Dezember 2004, 18:05

Hardware

Leibniz-Rechenzentrum bekommt einen neuen Supercomputer

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) in München will im Zuge der Modernisierung, Erweiterung und Vereinheitlichung seiner System-Infrastruktur in den oberen Ebenen seiner angebotenen Leistungspyramide einen neuen Supercomputer beschaffen.

Wie SGI bekannt gab, wurde das Unternehmen beauftragt, einen neuen nationalen (Deutschlandweit genutzten) Höchstleistungsrechner sowie den Hauptteil des neuen Landes-Hochleistungsrechners zu liefern. Beide Lösungen basieren auf der skalierenden ccNUMA-Systemarchitektur SGI NUMAflex, auf 64-Bit-Linux und den neuesten Intel-Itanium-Prozessoren.

Als zukünftige LRZ-Spitzenplattform wird SGI in mehreren Ausbaustufen ein SGI Altix-Nachfolgesystem mit 6,656 Itanium-Prozessorkernen, einem 40 Terabyte großen, einheitlich nutzbaren Arbeitsspeicher sowie 660 Terabyte Plattenspeicher installieren. Das System soll Anfang 2006 unter dem Namen HLRB-II (»Höchstleistungsrechner in Bayern«) in Betrieb gehen und dann die derzeitige Top-Plattform des LRZ ablösen - ein Hitachi-SR8000-System, auf dem heute mehr als 200 Projekte von Forschern und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland laufen. Bei einer theoretischen Spitzenleistung von letztlich 69 Teraflops wird das SGI-System die 30-fache Leistung des Vorgängers bieten und sich an die vorderen Plätze der Top-500-Liste der Supercomputer schieben.

Der HLRB-II wird in dem neuen Rechenzentrumsgebäude eingerichtet, welches des LRZ im Campus in München/Garching bezieht. Wenn das System komplett ausgebaut ist, wird es aus über hundert Racks bestehen, dicht bepackt mit Prozessoren, Memory und Festplatten, an die 100 Tonnen wiegen und eine Standfläche von etwa 250 Quadratmeter einnehmen. Die Leistungsaufnahme für Betrieb und Lüftung wird auf knapp 1 MegaWatt taxiert. Wasserkühlung ist nicht erforderlich, das System wird auf einem 2m hohen Unterboden stehen, der für hohen Luftdurchsatz ausgelegt ist.

Die Installation der Produktionsmaschine wird sich in zwei Stufen vollziehen, so dass einerseits der Hitachi-Rechner im Mai 2006 nach über sechs Jahren Laufzeit plangemäß abgeschaltet werden kann, andererseits dem HLRB-II weitere nachfolgende Technologie-Innovationen zugute kommen. SGI stattet die Produktionsmaschine mit Dual-Core-Prozessor-Technologie der kommenden Itanium-Generation aus, bei der Intel auf einem Chip zwei Prozessorkerne integriert. Entsprechend Intels Roadmap für die Verfügbarkeit kommender Varianten soll der LRZ-Höchstleistungsrechner, nach Aufrüstung und Upgrade auf die letzte Ausbaustufe 2007, letztlich ein System sein, das mehrere tausend gleiche, modernste Itanium-Chips mit Doppel-Prozessorkernen umfasst.

In der ersten Ausbaustufe Anfang 2006 wird der HLRB-II mit 5120 Itanium-Prozessor-Kernen zunächst eine theoretische Peakleistung von 33 Teraflops bieten, verglichen mit den augenblicklichen 2 Teraflops der Hitachi-Maschine. Vorab, Mitte 2005, installiert SGI am LRZ ein Test- und Migrationssystem - mit 64 Itanium2-Prozessoren, 256 GB Arbeitsspeicher und 6 TB Plattenkapazität. Es wird dem LRZ dazu dienen, zusammen mit den Nutzern ihre Linux-Programme zu portieren, Codes für die SGI-Plattform zu optimieren und zu skalieren.

Das LRZ ist eines der drei Höchstleistungsrechenzentren in Deutschland. Bei der Neubeschaffung ihrer Spitzenplattform wechseln sich die Zentren heute reihum ab, wodurch den Nutzern in kurzen Abständen von nur zwei Jahren immer wieder Top-Innovationen zur Verfügung stehen. Das Anwendungsspektrum der »Kunden«, die auf dem HLRB-II Höchstleistung abfragen werden, ist umfangreich: Eingesetzt wird der neue Rechner vor allem für die Simulation komplexer Systeme und Prozesse in der Physik, Materialforschung, Strömungsmechanik (Computational Fluid Dynamics, CFD), Astrophysik, Chemie sowie in den Geo- und Biowissenschaften. Die Top-Ressource wird nur nutzen können, wer für sein Projekt die positive Begutachtung eines Expertengremiums erhält.

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Kommentare (Insgesamt: 24 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Warum eigentlich intel? (CE, So, 19. Dezember 2004)
Re[3]: hmmm (Thomas, So, 19. Dezember 2004)
Re: 1 MW (Hansi Glaser, So, 19. Dezember 2004)
Re: Warum eigentlich intel? (Papa Schlumpf, So, 19. Dezember 2004)
Re[3]: hmmm (Papa Schlumpf, So, 19. Dezember 2004)
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