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Di, 21. Dezember 2004, 23:02

Software::Kernel

Geheimnis hinter versuchtem Kernel-Kauf aufgedeckt

Vor einigen Wochen hatte Jeff Merkey 50.000 US-Dollar dafür angeboten, dass eine Version des Linux-Kernels unter eine Lizenz gestellt wird, die ihm eine kommerzielle Nutzung erlaubt.

Nach vielen Diskussionen, Gerüchten und verschiedenen Berechnungen, was der Linux-Kernel nun wirklich wert wäre, meldet sich Jeff Merkey mit einer Stellungnahme zurück.

In einer Mail an die Linux-Kernel-Mailingliste (LKML) schreibt er, dass, nachdem sein Angebot ausgelaufen sei, er nun wie angekündigt die Gründe hinter dem Angebot aufdecken wolle. Das Geheimnis hinter seinem »GPL Buyout« im Nachhinein zu lüften, hatte er bereits in seinem Angebot versprochen.

Merkey möchte so viel Linux-Kernel-Code als möglich in ein anderes Open-Source-Betriebssystem einfließen lassen, welches unter www.gadugi.org gefunden werden kann. Dieses Projekt wird von der Cherokee Nation gehostet und unterliegt den US-amerikanischen Gesetzen.

Das Projekt möchte den Linux-Kernel mit dem Open-Source NetWare-Projekt vereinen, um ein neues Betriebssystem zu entwickeln. An dem Vorhaben, eine freie Version von Novell Netware nachzubauen, hatte Merkey vor einigen Jahren gearbeitet, was bereits damals für viel Diskussionsstoff auf der Kernel-Mailingliste sorgte. Zudem wollte er eine Implementierung des Netware-Dateisystems (NWFS) für Linux schaffen. Die Arbeit wurde letztlich durch Drohungen von Novell gestoppt, Merkey zu verklagen. Im September 2002 wurde Timpanogas aufgelöst und die Rechte an NWFS gingen an die Canopy Group, die bald darauf auch als Investor von SCO in Erscheinung trat.

Merkeys damalige Firma Timpanogas unterstützte auch die Entwicklung der NTFS-Implementierung für Linux, was durch Androhung rechtlicher Schritte durch Microsoft offenbar ebenfalls gestoppt wurde - doch die NTFS-Implementierung von Linux überlebte, auch wenn sie bis heute nicht komplett ist.

Doch zurück zu Merkeys Offerte. In seiner Mail lädt Merkey interessierte Teilnehmer ein, an dem Projekt als Entwickler teilzunehmen. Gerüchten, dass er mit SCO oder gar Microsoft kooperiere und auf deren Geheiß den Ankauf angezettelt hätte, weist er entschieden zurück. Ihm sei daran gelegen, ein neues Lizenz-Modell für Open-Source-Software (OSS) zu entwickeln. Die Cherokee Nation verwendet eine eigene Lizenz, mit der sie die Entwicklung von OSS unterstützen möchte, gleichzeitig aber nicht abhängig von ausländischen Gesetzesansprüchen ist, sondern diesbezüglich ihre Souveränität wahren kann.

Ein Entwurf der Cherokee Nation Public License soll noch vor Ende des Jahres auf gadugi.org veröffentlicht werden. (Manuel Schneider/hjb)

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