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Do, 23. Dezember 2004, 22:44

Gesellschaft::Politik/Recht

EDOS-Projekt will komplexe Software bändigen

Das von sechs Forschungseinrichtungen und vier Open-Source-Firmen gegründete EDOS-Projekt will verteilte Generierung und effektiveres Testen von komplexer Software ermöglichen.

Unter komplexer Software kann man sich beispielsweise eine Linux-Distribution vorstellen, die aus tausenden von einzelnen Paketen besteht, die möglichst reibungslos zusammenarbeiten müssen. Ein solches Produkt vollständig zu testen, erweist sich als praktisch unmöglich. Doch auch das Erstellen solch eines Systems ist mit den heutigen zentralisierten Ansätzen aufwendig und hat Grenzen. Zudem muß dieser Aufwand für jeden Release-Zyklus wiederholt werden.

Um Open-Source-Projekten zu ermöglichen, diese Probleme im Zaum zu halten, haben sechs Forschungseinrichtungen (INRIA, die Universität von Paris 7, die Universität von Tel-Aviv, die Universität von Genf, die Universität von Zürich und CSP Turin) und vier Open-Source-Firmen (Edge-IT, NUXEO, NEXEDI und SOT) das Projekt EDOS aus der Taufe gehoben. Ziel des Projektes, dessen Abkürzung für »Environment for the Development and Distribution of Free Software« steht, ist es, theoretische und technische Lösungen für die genannten Probleme zu schaffen. Die Europäische Kommission fördert das Projekt mit 2,2 Mio. Euro, das gesamte Projekt-Budget beträgt 3,4 Mio. Euro bei 30 Monaten Laufzeit. Die Resultate werden nicht nur freien Projekten, sondern jedem großen und modularen Projekt, von Nutzen sein.

Das Projekt plant zwei Applikationen, die das Erstellen und Testen solcher Projekte mehr automatisieren sollen. Die erste Applikation wendet sich dem Erstellen der Software zu. Dies soll mit dem Programm verteilt und mit Peer-to-Peer-Technologien möglich werden. Nach Ansicht der EDOS-Initiatoren wird dies die Effizienz stark verbessern, da Geschwindigkeit und Speicher der Rechnersysteme weiter exponentiell steigen werden, ebenso die Netzbandbreite. Auch das Problem der Abhängigkeiten zwischen einzelnen Softwarepaketen soll gelöst werden. Dazu soll das Arsenal der formalen Methoden der theoretischen Informatik herangezogen werden. In Frankreich, wo einige der Teilnehmer angesiedelt sind, soll dieses Forschungsgebiet besonders stark sein.

Die zweite Applikation wird ein Test-Framework bereitstellen, möglichst umfangreiche Tests automatisiert ablaufen zu lassen. Die meisten freien Softwareprojekte verfügen über kein adäquates Test-Framework, auch nicht für Regressionstests. Doch je größer die zu testende Applikation, desto mehr Aufwand muß ins Testen gesteckt werden. Hier will EDOS mit einem von jeder konkreten Programmiersprache unabhängigen Framework erreichen, daß das Schreiben von Testmodulen sehr viel einfacher wird. Die Qualität der Software soll sich dadurch wesentlich verbessern.

Die aus dem Projekt resultierende Software soll unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden. Fortschritte in der Theorie werden in den relevanten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

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