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Mi, 9. Februar 2005, 15:03

Gesellschaft::Politik/Recht

Neuer Musikdienst unter Linux ohne DRM geplant

Der Linspire-Geschäftsführer Michael Robertson hat Pläne, einen neuen Musik-Dienst MP3Tunes ins Leben zu rufen, der Musik auf den Linux-Desktop bringen soll.
Von ThomasS

Das Linspire-OS ist eine kommerzielle Variante der freien Debian-Distribution.

In dem Online-Katalog von MP3Tunes sollen 415.000 Songs des Musikhändlers CD Baby zu finden sein. CD Baby hat die Rechte auf Musikstücke von unabhängigen Künstlern ohne Vertrag oder Künstlern mit einer Erlaubnis ihres Labels für die Verbreitung von eigenen Songs ohne DRM (Digital Rights Managment). CD Baby ist zudem bekannt als künstlerfreundliche Organisation, die die Erlöse des Online-Verkaufs zu 91% den Künstlern zugute kommen lässt.

Die Benutzer dieses Dienstes müssen wie gewohnt ein Abonnement zeichnen und ein spezielles Programm, MP3beamer (20 US-Dollar) als Standalone-Programm, als Bundle Linspire-OS/MP3beamer(79 USD) oder als MP3beamer-Desktop (400 USD) erwerben. Bei dem MP3beamer-Desktop (digital music hub) handelt es sich um einen voll funktionstüchtigen PC, mit dem Benutzer auf gekaufte Songs zugreifen, sie speichern oder auf andere PCs transferieren können. Ebenso soll es mit MP3beamer-Desktop möglich sein, seine Musik in Stereo über kabellose Verbindungen abzuspielen.

Das Besondere an dem Dienst ist, dass er auf mittlerweile weitverbreitete DRM-Technologien verzichten wird. Wenn der Nutzer einen Song für 88 US-Cent oder ein Album für 8,88 USD erworben hat, kann er das Musikstück immer wieder ohne zusätzliche Kosten aus seinem »online locker« herunterladen. Dieses einfache Konzept steht z.B. im Gegensatz zu Apples iTunes ode Napsters ToGo. So gibt es bei iTunes etwa eine Begrenzung der Anzahl von PCs, auf denen ein Stück abspielbar ist. Im Falle von Napsters ToGo werden nach Beendigung eines Abonnements automatisch alle Songs ganz vom Benutzer-PC gelöscht.

Das neue Projekt von Robertson, ehemals Gründer und Initiator von MP3.com, steckt noch in den Kinderschuhen. Zunächst wird MP3Tunes.com ausschließlich Musik von unbekannten Künstlern anbieten können. Ob Robertsons Rechnung aufgeht, dass mit der zunehmenden Größe des Projekts auch andere Labels mit bekannteren Künstlern auf diesen Zug aufspringen werden, bleibt abzuwarten. Das Fehlen jeglicher DRM-Strategie dürfte das Lizensieren von populäreren Songs schwierig werden lassen. Obwohl Robertson gegenwärtig noch keine Verträge oder auch nur die Aussicht auf Verträge mit bekannteren Labels vorweisen kann, ist er guter Dinge: »Die Musik dieser Labels ist sowieso schon im MP3-Format überall im Internet erhältlich. Ich werde darauf einfach ein Preisschild kleben. Ich denke nicht, dass dies eine zu radikale Haltung ist!«


Update: Zum Abonnement, Verwalten und dem Download von Songs auf MP3Tunes ist keine spezielle Client-Software nötig

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