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Di, 15. Februar 2005, 14:51

Software

Interview mit dem Herausgeber des Free Software Magazins

In einem Interview mit dem Herausgeber des Free Software Magazins (FSM) Tony Mobily werden die Hintergründe und Ziele des neuen Magazins näher beleuchtet.
Von ThomasS

Das Free Software Magazin soll kein weiteres Linux-Magazin werden, es behandelt vorrangig Themen zu GNU/Linux und will auch kein Online-Magazin sein. Es wird seinen Abonnementen monatlich zugeschickt und besteht aus vier Sektionen:

  1. Spezial: Hier gibt es zwei bis drei Artikel zu besonderen Themen
  2. Techworld: wird technische Artikel zu Fallstudien und existierenden Lösungen enthalten
  3. Word world: behandelt die nicht-technischen Aspekte wie etwa Rechtsprechung, Ausblicke auf die Zukunft von GNU/Linux
  4. Fiction world: wird Geschichten zu unserer technisierten Welt und freier Software umfassen

Das FSM befasst sich in verschiedenen Artikeln ausschließlich mit freier Software (FS), frei im Sinne der Free Software Foundation. Das Free Software Magazin zielt besonders auf jene Leserschaft, die sich freier Software verbunden fühlt und soll der weiteren Verbreitung von Ideen der freien Softwarebewegung dienlich sein. Hier steht ganz oben auf der Liste der Ziele, dass die Benutzer von FS die gegebenen Freiheiten der Copyleft nicht als selbstverständlich hinnehmen. Leider, so der Herausgeber, werden z.B. freie Software und Freeware immer noch in einen Topf geworfen. Es ist wichtig, so Mobily, die bisher erreichten, hart erkämpften Freiheiten zu verteidigen und auch weiterhin notwendig, sich für sie kämpferisch einzusetzen.

Auf die Bedeutung des Open-Source-Gedankens im FSM angesprochen, meint Mobily, dass es sich bei offener und freier Software um eine Bewegung mit zwei verschiedenen Lagern handelt. Daher werde der OS-Gedanke in dem Magazin auch Berücksichtigung finden: »Wir kämpfen doch den gleichen Kampf,wenn auch in verschiedenen Lagern und mit unterschiedlichen Methoden«.

Das Geschäftsmodell des Free Software Magazins beruht, wie auch in anderen Bereichen der FS-Welt, auch auf der Freiwilligkeit der Leserschaft und der Autoren. So hofft man, dass sich viele Abonnementen finden, die auch teurere Abonnements zeichnen werden. Gegenwärtig koste das FSM mit 6,95 US-Dollar weitaus mehr als andere Magazine mit vergleichbaren Themenschwerpunkten. Aber letztlich wolle man keine Millionen verdienen und habe man auch einiges zu bieten: einen hohen Standard, zentrale Bedeutung für die freie Software-Community, geplante Entlohnung der beitragenden Autoren nach dem Motto: Gutes Geld für freie Inhalte, Werbemöglichkeiten für Firmen, die freie Software einsetzen.

Perspektivisch geht der FSM-Herausgeber davon aus, dass mit zunehemend zahlenden FS-Firmen für Werbung der derzeitige Subscriptionspreis reduziert werden kann. Obwohl für das FSM-Abo gegenwärtig Gebühren erhoben werden müssen, kann man mit einer zeitlichen Verzögerung von sechs Wochen die letzte Ausgabe des Magazins auch umsonst auf den Seiten des Projektes lesen. Entscheidend ist für Mobily, dass die Artikel des Magazins unter eine freie Lizenz wie GNU Free Documentation License, die Creative Commons License oder eine anderen freien Lizenz veröffentlicht werden. Die Inhalte sollen frei verfügbar bleiben, solange irgendeine Person ihre Verfügbarkeit wünsche.

Dem Ziel einer Entlohnung von Autoren ist man schon ein Stück näher gerückt. Gegenwärtig arbeite man daran, dass die Bezahlung ab der 5. Ausgabe geleistet werden könne. Dies wird möglich durch langsam steigende Abonnementenzahlen, von denen man bis zum 12. März 2005 ca. 300 benötige, um kein Geld zu verlieren. Mit steigender Druckauflage, so hofft der Herausgeber, werden auch die Stückkosten des FSM bald sinken.

Die freie Software-Bewegung braucht eine gewichtige Stimme, diese Rolle will das FSM langfristig ausfüllen. Bis es jedoch so weit ist, ruft Tony Mobily die freie Software-Community zur Unterstützung des FSM auf. Dies kann durch die Zeichnung eines Abonnements geschehen. Eine Lese-Kostprobe der bisherigen zwei FSM-Ausgaben kann man auf den Seiten des Projektes bekommen.

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