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Mi, 2. März 2005, 14:29

Gemeinschaft::Personen

Alan Cox: Torvalds ein schlechter Ingenieur

Kein Geringerer als Alan Cox, einer der wichtigsten Entwickler des Kernels und ein engagierter Programmierer in der Open-Source-Szene, meint, dass Linus Torvalds »ein guter Entwickler, aber ein schrecklicher Ingenieur« sei.

Alan Cox, Hacker und einer der wichtigsten Kernel-Entwickler

Dana Echtner

Alan Cox, Hacker und einer der wichtigsten Kernel-Entwickler

Im Rahmen eines Interviews mit dem Branchenportal ZDNet nahm einer der einflussreichsten Entwickler der Open-Source-Szene, Alan Cox, Stellung zum aktuellen Entwicklungsmodell des Kernels und zur Person Torvalds. Laut Cox plagen die Entwicklung des Kernels diverse kleinere Fehler, an denen vor allem der Vater von Linux, Linus Torvalds, nicht ganz unschuldig sei. »Linus ist ein guter Entwickler, aber ein schrecklicher Ingenieur«, so Cox. »Ich bin mir sicher, dass er mir zustimmen wird«.

Laut Cox ist Torvalds gut im Schreiben von Software, verabscheut aber Fehlerbereinigen und Beta-Tests. Beide Entwickler haben darüber hinaus verschiedene Sichtweisen, wie der Quellcode von Linux auszusehen hat. Während Torvalds seinen Fokus der Entwicklung auf die einfache Handhabung und Pflege des Quellcodes gelegt hat, legt Cox nach eigenen Angaben den Schwerpunkt auf Stabilität und nicht auf das »Hacken« des Codes, damit er funktioniert.

»Linus hat die schlechte Angewohnheit, Sicherheitslücken insgeheim zu korrigieren«, beklagt sich Cox. »Das ist eine schlechte Idee, denn manche Leute lesen diese Patches und sehen diese Lücken«. Es sei dadurch nur eine Frage der Zeit, bis Cracker diese Lücken ausnutzen, ohne dass die Mehrzahl der Entwickler Kenntnis davon erlangt hat. Die normale Vorgehensweise ist, dass Fehler bekannt gegeben werden. Vor allem nach einem Release-Kandidaten erreichen die Entwickler eine Reihe von Fehlermeldungen und Verbesserungen. »Zwei oder drei Tage nach einem Release-Kandidaten haben wir 150 Emails, die denselben Fehler beschreiben«, so der Hacker.

Alan Cox arbeitet seit den Anfängen von Linux an der Kernel-Entwicklung und verfügt über eine langjährige Erfahrung in vielen Linux-Bereichen, vor allem Netz-Layer und SMP-Technik. In seiner beruflichen Laufbahn war Cox zuvor technischer Direktor bei cymru.net und arbeitete unter anderem für Firmen wie NTL, 3Com und Sonix. Mitte 2003 nahm die damalige rechte Hand von Linus Torvalds eine Auszeit und verließ die Linux-Szene. Im Zuge eines MBA-Kurses (Master of Busines Administration) wollte Cox vor allem sein Walisisch perfektionieren. Ende 2004 kehrte er zurück.

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