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Do, 17. März 2005, 12:44

Unternehmen

Linux für Großunternehmen ungeeignet?

Die Agility Allianz, ein Zusammenschluss verschiedener Branchenschwergewichte wie EDS, Fuji Xerox, Cisco, Microsoft, Sun, Dell und EMC, warnt Großunternehmen vor dem Einsatz von Linux auf Grund von Sicherheitsbedenken, Problemen bei der Skalierbarkeit sowie fehlender zwingender Kostenvorteile.
Von ThomasS

In der Agility Allianz zusammengeschlossene Firmen konkurrieren mit IBM Global Services und HP in den Märkten für Regierungen und Großunternehmen. Die Allianz wurde im Jahr 2004 gegründet. Gestern versammelten sich Vertreter der Allianz im australischen Sydney, um ihren Einflussbereich auf den asiatischen Pazifikraum auszudehnen.

Zum Auftakt sagte Robb Rasmussen, Vizepräsident der EDS Global Alliances, dass die Allianz Linux nicht als geeignetes Betriebssystem betrachte. Linux mangelt es nach Einschätzung von Rasmussen generell an wesentlichen Fähigkeiten, die für Großunternehmen unverzichtbar seien.

In Erinnerung an die Geschichte der Unix-Kriege, sei Linux wie auch Unix zuvor stetig von der Aufspaltung in verschiedene, zueinander inkompatible Implementationen bedroht. Es sieht für Rasmussen so aus, als sei dies auch das drohende Schicksal von Linux. Erst mit dem Sieg von Solaris im Krieg der Unixe sei die Welt wieder in Ordnung, deutete Rasmussen an.

Die besondere Sorge Rasmussens gilt dem möglichen Einsatz von Linux auf Mainframes, so genannten Supercomputern. Hier glaubt man in der Agility Allianz, dass Linux gegenüber den von der Initiative propagierten Betriebssystemen keinen zwingenden Kostenvorteil besitzt und zudem Probleme mit der Skalierbarkeit habe. Ebenso große Zweifel hegt Rasmussen auch gegen die Quelloffenheit von Linux, die zu unschätzbaren Sicherheitsrisiken führen könnte.

In den Chor kritischer Stimmen reiht sich auch Jim Hassell, Sun Microsystems Australien, ein: »Testen Sie Red Hat gegen Solaris 10 auf was auch immer.., wir würden sagen, dass Solaris 10 in Funktionalität und allem anderen weit überlegen ist.«

Der Zeitpunkt der Initiative könnte nicht besser gewählt sein, stemmt sich die Allianz doch nun gegen aktuelle Trends in Japan, Korea und China, eine angepasste asiatische Standarddistribution mit dem Namen AsianLinux für den Einsatz in Behörden auf die Beine zu stellen. Die Signalwirkung eines erfolgreichen AsianLinux könnte durchaus auch ernsthafte Konsequenzen für die Mitglieder der Agility Allianz haben.

Weitaus beunruhigender dürften für die Allianz vermutlich die prognostizierten Wachstumsraten von Linux auf dem weltweit größten, expandierenden Markt China sein.

Die aktuellen Prognosen für die kommenden fünf Jahre deuten an, dass lokale Linux-Unternehmen wie z.B. Red Flag ebenso wie die ausländischen Linux-Hersteller Red Hat oder Novell die Nase vorn haben könnten. Ob sich dieser generelle Trend tatsächlich mit einer einfachen Variation bekanntermaßen falscher Argumente aufhalten lässt, bleibt abzuwarten.

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