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Mi, 23. März 2005, 13:18

Software::Entwicklung

Mono, eine Brücke zwischen freier und proprietärer Welt

In einem Interview mit O'Reillys freiem Autor Howard Wen auf Ondotnet hat Miguel de Icaza die Hintergründe, zukünftige Entwicklungen und die Rolle von Mono in der Open-Source-Welt erläutert.
Von ThomasS

Kaum ein Projekt hat die Open-Source-Gemeinschaft so beschäftigt wie Mono, das an Microsofts.NET anschließt und eine Brücke zwischen freier und proprietärer Software-Welt zu bauen versucht. Mono ersetzt ein Teil von Microsofts.NET Initiative, das virtuelle.NET Framework, wird aber unabhängig von Microsoft entwickelt. Allein dieser Umstand hat in der Vergangenheit heftige Diskussionen über mögliche Angriffspunkte in der Form drohender Patentklagen durch Microsoft ausgelöst. Zudem ist es nach wie vor umstritten, inwieweit die Mono-Initiative die Open-Source-Gemeinschaft in eine gefährliche Nähe zu Microsofts Monopolbestrebungen, Stichwort Passport-Dienst bringen könnte.

Allen vorgebrachten Bedenken zum Trotz betont De Icaza, Mitbegründer von Ximian und derzeitiger Novell-Angestellter, dass Mono in erster Linie dazu diene, freien Programmierern bessere Werkzeuge zur Entwicklung von Software bereitzustellen. Jeder vom Mono-Projekt produzierter Quellcode kann in allen anderen freien Projekten ohne Vorbehalte genutzt werden, da sowohl der Compiler als auch das virtuelle.NET-Framework oder die Klassenbibliotheken für Linux unter GPL, LGPL und MIT-X11 lizenziert sind.

Die Überzeugungskraft von Mono besteht für de Icaza unter anderem darin, dass C# als Komponenten-basierte Programmiersprache gegenüber traditionellen Programmiersprachen durch starke Typisierung, leichte Integration von nativen Bibliotheken und Garbage Collection in Form eines automatischen Speichermanagements das Leben von Programmierern erleichtert. Software unter Mono zu entwickeln vereinfacht nach Icaza gleichermaßen die Fehlersuche und das mit weniger Fehlern behaftetes Schreiben von Programmen.

Gegenwärtig besteht Mono aus den Komponenten des virtuellen Frameworks, der Sprache C#, dem Mono/Linux/Gnome Entwicklung-Stack wie z.B. den GUI Entwicklungswerkzeugen für Gtk# oder den Mozilla-Bibliotheken, dem vereinfachten XML-Sprachschema RelaxNG, einem zusätzlichen Sicherheits-Stack, Unterstützung für quelloffene und proprietäre Datenbanksysteme, den UNIX Integrationsbibliotheken und einem Kompatiblitäts-Stack von Bibliotheken wie ADO.NET(Datenbanken) oder ASP.NET (SOAP, WebForms), die eine Brücke zu Microsofts proprietärem.NET schlagen.

Die Planung für die nächste Mono-Version sieht Verbesserungen bei den Windows.Forms APIs, neue C# Spezifikationen, erweiterte Unterstützung für die 64bit Architekturen Solaris bzw. SPARC v9, weitere Ports für S390, AMD64 sowie weitere Spielarten des PowerPCs und ein Upgrade des.NET-Frameworks vor.

Besonderen Wert legt de Icaza auf die Feststellung, dass Mono weitere und neue Entwickler anlocken wird. Das Mono-Projekt legt den Grundstein dafür, dass Entwickler mit.NET-Erfahrungen auf unkomplizierte Weise ihre Software nach Linux portieren können und die Akzeptanz von Linux auf eine breitere Basis stellen.

Grundlegende Bedenken oder Sorgen wegen der Verletzung von Microsoft-Patenten und den sich daraus möglicherweise ergebenden Schwierigkeiten hegt de Icaza nicht. Hier verfahre man im Mono-Projekt wie in jedem anderen freien Projekt auch. Sollte Patentansprüche von Microsoft erhoben werden, schaue man zunächst, ob diese Ansprüche einen realen Hintergrund haben. Schließlich verletzte jedes Stück Software die Patente eines anderen, wichtig sei es sich über den Schweregrad im Klaren zu werden. Wenn man dann keinen Hinweis auf »prior art« findet, wird man eine alternative Implementation schreiben. Sollte auch dies fehlschlagen, dann wird der beanstandete Quellcode aus Mono entfernt.

Gerade die letzte Option könnte eine Entfernung von bedeutsamer Funktionalität aus Mono zur Folge haben. Sollte dieser Fall eintreten, dann wird das Mono-Projekt alternative Bibliotheken zur Kompilierung von Programmen empfehlen oder Tools bereitsstellen, die bislang unter Mono geschriebenen Code konvertieren. Allerdings ist das Mono-Projekt bis heute laut de Icaza noch nicht mit gültigen Patentansprüchen konfrontiert gewesen.

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