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Di, 5. April 2005, 00:22

Gesellschaft::Politik/Recht

Vorschau auf Linux Standard Base 3.0

Eine erste Vorschauversion der Linux Standard Base 3.0 (LSB) 3.0 steht bis zum 15. April zum kritischen Betrachten und Kommentieren bereit.

Rund acht Monate sind seit der Freigabe von LSB 2.0 vergangen. Der von der Linux-Gemeinschaft erarbeitete Standard, der mittlerweile als Standardentwurf bei der ISO/IEC eingereicht ist, wird von einer großen Zahl von Distributoren und Software-Herstellern unterstützt, was sich auch in einer wachsenden Zahl von Distributionen niederschlägt, die zu LSB 2.0 konform sind. LSB 2.1 wurde zwischenzeitlich ebenfalls veröffentlicht. LSB 2.1 beseitigt lediglich Fehler und Unklarheiten in LSB 2.0.

Darüber hinaus hatte die Free Standards Group bereits im August 2004 ihre Pläne für LSB 3.0 angekündigt. Demnach sollte die Vorschau Ende des ersten Quartals 2005 zur Verfügung stehen, was mit einer geringen Verzögerung nun auch erreicht wurde. Alle für LSB 3.0 vorgesehenen Features sind enthalten. Da die Spezifikation von LSB 3.0 viele Teilnehmer betreffen wird, ist die Veröffentlichung des Entwurfs bereits jetzt sinnvoll. Bis zum 15. April 2005 können Kommentare dazu eingereicht werden, und die Distributoren können prüfen, wie die LSB 3.0 zu ihren eigenen Vorstellungen paßt.

Nachdem alle Fehler in der Vorschauversion beseitigt sind, will die Free Standards Group einen Release-Kandidaten veröffentlichen, der wiederum für dreißig Tage zum Review bereitstehen wird. Danach wird die offizielle Spezifikation veröffentlicht, was wohl nicht vor Mitte Juli passieren wird.

Die Vorschauversion steht zum Download bereit. Die Unterschiede zu LSB 2.1 sind in mehreren PDF-Dokumenten festgehalten, eines davon mit den allgemeingültigen Festlegungen und die anderen für jeweils eine Architektur wie x86 oder AMD64. Wie die Release Notes erklären, gibt es keine großen technischen Unterschiede zu LSB 2.0. Die wichtigste Änderung ist die Standardisierung auf gcc 3.4 oder neuer, was eine Änderungen im Binärformat der C++-Applikationen bedeutet. Zusätzlich wurden einige nicht empfohlene Schnittstellen aus der Spezifikation entfernt, während einige neue hinzukamen. Dadurch wird die Kompatibilität mit POSIX erhöht, eine Binärkompatibilität zu LSB 2.x gibt es jedoch nicht.

Applikationen, die LSB-konform geschrieben sind, sollen auf jeder LSB-konformen Linux-Distribution ohne Neucompilierung laufen. Alle gebräuchlichen APIs von Linux sind hierin beschrieben. Dies reduziert den Aufwand von Entwicklern erheblich, insbesondere bei kommerzieller Software, die nicht mit dem Quellcode geliefert wird. Es gibt ein Entwicklungspaket zur einfacheren Entwicklung von LSB-konformen Applikationen sowie eine vollständige Testsuite, mit der man die Konformität von Distributionen testen kann.

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