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Sa, 9. April 2005, 22:13

Gesellschaft::Politik/Recht

Was bringt die GPL 3.0?

In einem Gespräch mit Internetnews hat der Geschäftsführer von Sleepycat Software Mike Olson sich über mögliche belastende Nebeneffekte durch Änderungen an der kommenden General Public Licence(GPL) in der Version 3.0 geäußert.
Von ThomasS

Die neue GPL wird sich zwar nicht grundlegend verändern, könnte aber für Firmen wie Google, Yahoo und EBay einige grundlegende Veränderungen bringen. Gemäß der gegenwärtig gültigen Version ist es z.B. möglich, dass ein Hersteller seine GPL-Programme intern modifizieren darf, ohne diese Modifikationen, abweichend vom »quid pro quo« der GPL, an die freie Entwickler-Gemeinde zurückgeben zu müssen. Gerade hier befürchtet Olson den Schwerpunkt der Bestrebungen der FSF zur Änderung der GPL und warnt vor den tragischen Folgen.

Olson gehört selbst zu einem kleinen ausgewähltem Kreis von Personen, die die gegenwärtige GPL 2.0 einer erneuten Prüfung unterziehen und sie in eine zeitgemäßere Form bringen wollen. Die letzte wesentliche Änderung der GPL fand 1991 statt und liegt somit 14 Jahre zurück. Mittlerweile sind viele neue Themen mit weitreichenden Implikationen für die Entwicklung und Distribution freier Software auf die Tagesordnung getreten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Neuanpassung der GPL unter anderem auch Themen wie Trusted Computing, Patentrecht sowie nationale Unterschiede in der Copyright-Rechtsprechung einbezieht. Konkrete Einzelheiten sind bislang nicht zu erfahren, FSF-Anwalt Eben Moglen vertröstet alle drängenden Nachfragen auf die Veröffentlichung einer ersten Diskussionsgrundlage ohne Angabe eines konkreten Zeitpunkts.

Olson will die kommenden Änderungen an der GPL nicht als Ersatz der alten Regelungen, sondern vielmehr als Ergänzung des bisherigen Regelwerks verstanden wissen. Immerhin ändere man die GPL rückwirkend und lasse betroffenen Firmen, die Millionen in ihre auf GPL-Programmen beruhende-IT-Struktur investiert haben, wenig Zeit zur Reaktion.

Die Grundlage für aufziehende Schwierigkeiten sieht Olson vor allem darin, dass Dienstleister auf der Basis von GNU-Software, die selbst keine Software schreiben oder gar verteilen wie Google, von rückwirkenden Änderungen getroffen würden. Diesen Unternehmen bliebe dann entweder alle internen Modifikationen von GPL-Programmen zurückzugeben oder tief in die eigene Brieftasche greifen zu müssen. Gerade im Hinblick darauf, dass Änderungen an der GPL auch einen rückwirkenden Effekt hätten, ist die frühzeitige Einbeziehung aller Parteien an der Revision unverzichtbar. Olson drängt daher auf die Veröffentlichung eines ersten Entwurfes noch Ende diesen Jahres, um in eine breite öffentliche Diskussion eintreten zu können. Unabhängig von allen Detailfragen sieht Olson gerade hierin auch die Hauptherausforderung bei der geplanten Änderung der GPL.

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