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Di, 19. April 2005, 13:14

Gesellschaft::Politik/Recht

Australische Regierung veröffentlicht Open-Source-Guide

Die konservative australische Bundesregierung hat einen Open-Source-Guide herausgegeben, der für Regierungsstellen die Beschaffung von Informationen erleichtern und die Adaption von Open-Source-Software (OSS) im öffentlichen Sektor fördern soll.
Von ThomasS

Der Guide wurde vom Informationsbüro der australischen Regierung AGIMO verfasst und ist weltweit in seiner Art einzigartig, so der konservative Senator Abetz, der auch Leiter des staatlichen Richtlinien-Projekts AGIMO ist.

Der neue praktische Leitfaden soll staatliche Einrichtungen bei der Planung und Beschaffung von OSS unterstützen, laut Abetz informiert er staatliche IT-Entscheider zu verschiedenen Aspekten des Einsatzes von OSS. Der Themenkatalog erfasst z.B. Informationen zu den TCO und Versicherungsaspekte im Zusammenhang mit dem Open-Source-Modell. Abetz betont, dass der Guide der De-Mystifizierung von OSS in amtlichen Kreisen dienen solle. So sind Open-Source-Geschäftsmodelle mittlerweile zu Mainstream geworden und haben damit auch die erforderlichen Geschäftsverbindungen zwischen Regierungssektor und den entsprechenden Firmen entstehen lassen. Weitere Argumente für die staatliche Initiative sehen Abetz und andere darin, dass durch den Einsatz von OSS Kosten gespart und Abhängigkeiten von einem einzelnen Hersteller verringert werden.

Die Tatsache, dass Open Source in australischen Behörden noch nicht weit verbreitet sei, weise allerdings auch auf einige grundlegende Probleme hin. Zum einen fehle es an verantwortlichen kommerziellen Software-Herstellern gegenüber den Behörden, zum anderen hält Abetz die Frage einer Versicherung gegen mögliche Patentklagen auf Grund des Einsatzes von OSS für ungeklärt. Hier sieht er die OSS-Firmen in der Pflicht, für die gewünschten Sicherheiten zu sorgen, auch wenn sie die Software nicht selbst entwickelt hätten.

Labor-Senator Conroy kritisiert die konservative Bundesregierung für ihre bisherige wankelmütige Haltung, die aus viel Rhetorik aber wenig substanziellen Taten gegen über der Open-Source-Gemeinschaft bestehe. Red Hats Vizepräsident für den pazifischen Raum begrüßte den Schritt der australischen Regierung, verwies aber zugleich darauf, dass Australien im Vergleich mit den USA, Europa oder asiatischen Ländern etwa 18 Monate bis drei Jahre der allgemeinen Entwicklung hinterher hinkt. Als nächsten notwendigen Schritt erwarte man bei Red Hat von der australischen Regierung, dass die generellen Bestimmungen zur Beschaffung und dem Einsatz von Informationstechnologien im öffentlichen Sektor entsprechend angepasst werden. Microsofts Leiter der Abteilung für den öffentlichen Sektor in Australien lobte den Guide, der auch mit tatkräftiger Unterstützung des Softwareriesen entstand, und sieht keinen Handlungsbedarf in dieser Frage.

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Kommentare (Insgesamt: 13 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Bitte? (Elvizz, Mi, 20. April 2005)
Re[3]: Bitte? (XPerte, Mi, 20. April 2005)
Softwarepatente (Markus Fleck-Graffe, Di, 19. April 2005)
Re[3]: Bitte? (Mr. Chauv, Di, 19. April 2005)
Re[2]: Bitte? (SiO2, Di, 19. April 2005)
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