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Mi, 20. April 2005, 11:37

Software::Büro

OpenOffice.org fehlt es an Entwicklern

Auf dem diesjährigen Jahreskongress von OpenOffice.org (OO) in Canberra monierte Entwickler Ken Foskey eine zu schwache Entwicklerbasis.
Von ThomasS

Hauptsächlich wird das Projekt mit ca. 50 SUN-Entwicklern aus Deutschland und weiteren zehn Programmierern von Novell unterstützt, während freie Entwickler mit vier Personen sehr schwach vertreten sind. Gerade hier sieht Foskey einen Bedarf für das Projekt: "Es wäre gut, wenn mehr Entwickler aus der Community involviert wären".

Foskey betont, dass der Einstieg in die Programmierung von OpenOffice.org keine Geheimwissenschaft ist und empfiehlt möglichen Neulingen das Studium der Codebasis von Ximians OO-Version. Ximians OO entspricht laut Foskey eher den Prinzipien der Open-Source-Programmierung als die 20 Jahre alte ursprüngliche Codebasis der Bürosuite. Zugleich wurden auf dem Kongress auch Klagen darüber laut, dass die monolithische Codebasis von OO nur noch sehr mühsam zu durchdringen und sehr schwer zu kompilieren sei.

Simon Phipps, Chefingenieur bei SUN, kann die beschriebenen Probleme nur bestätigen. Zum Teil hängen die heutigen Probleme für ihn damit zusammen, dass OO ursprünglich für Windows 3.1 und OS/2 entwickelt wurde und heute auf anderen Betriebssystemen wie Linux und Solaris zur Verfügung steht. Im Rückblick stellt er aber fest, dass im Laufe der Jahre viel erreicht worden sei. Zugleich rief Phipps besonders Unternehmen auf, sich an der Weiterentwicklung von OO zu beteiligen. Mit einem Seitenhieb auf den Erzfeind IBM kritisierte Phipps: "Fragen Sie IBM, warum sie Open Office benutzen, aber nicht mitarbeiten"

Etwas gelassener sieht man dem Release der kommenden Version 2.0 im Juni oder Juli 2005 entgegen, die sich offensichtlich großer Beliebtheit erfreut und von den Betatestern "unglaublich" aufgenommen worden ist. Gegenwärtig warte man noch das Feedback anderer Open-Source-Projekte und verschiedener Organisationen ab, bevor die neue Version veröffentlichen wird.

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