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Fr, 22. April 2005, 11:08

Software::Desktop::Gnome

GNOME 3 als Fork?

Havoc Pennington, einer der Hauptentwickler des GNOME-Projekts, überlegt in seinem Blog, ob die 3er Entwicklungsreihe von GNOME als mehrjähriger Fork weiter geführt werden sollte.
Von ThomasS

Er argumentiert, dass GNOME 2 in der gegenwärtigen Entwicklung überwiegend von konservativen Erwägungen geleitet ist. Pennington sieht hier vor allem die Kräfte einer fordernden Nutzerbasis, das Streben des GNOME-Projekts nach einem größtmöglichen zukünftigen Nutzerkreis und die Interessen bezahlter Entwickler als Hauptmotive der gegenwärtigen Entwicklung am Werk. Insgesamt ist die Weiterentwicklung des GNOME-Desktops nach Pennington gekennzeichnet von konservativen Traditionalismus: "Wir haben im Augenblick einen ziemlich traditionellen Desktop." Innerhalb dieses Rahmens grundlegende Änderungen durchführen zu wollen, hat dem GNOME-Projekt bislang Aufregungen und Ärger eingebracht, so Pennington unter Verweis auf die Auswirkungen relativ kleiner Modifikationen am Dateiauswahldialog und anderen Features des GNOME-Desktops.

Als Veranschaulichung seiner Überlegungen bedient er sich der Metapher des Versteinerungsprozess von Holz, in dem organische Materie durch Mineralien ersetzt wird. Das Endergebnis dieses Prozesses ist Stein in der Form und Struktur des ursprünglichen Holzstückes. Damals, so Pennington, habe man im Übergang auf GNOME 2 die Struktur des Vorgängers, d. h. Sessions-, Window-, Dateimanager, Kontrollzentrum und Panel genommen und in großen Teilen modifiziert. Durch das Neuschreiben dieser Komponenten hatte man im Ergebnis einen neuen Desktop mit der gleichen Struktur und der gleichen Form, obwohl GNOME 2 wesentlich stabiler ist und auf Hochglanz gebracht wurde.

Weiter gibt er zu bedenken, dass viele aktuelle Applikationen des GNOME-Desktops wie FireFox, OpenOffice.org, Evolution oder Thunderbird sich in Form und Struktur ihrer Benutzung weitestgehend an Vorgaben des Windows-Desktops halten und das Potential des GNOME-Desktops nicht ausschöpfen. Um deren Benutzerbarkeit in Richtung einer Vereinheitlichung und Erweiterung unter dem GNOME-Desktop zu modernisieren, müsste man erst einmal alle Projekte von den angestrebten Modifikationen überzeugen. Letztlich, so Pennington weiter, nütze ein GNOME-Desktop mit vielen Features niemandem etwas, wenn diese nicht auch von den Applikationen genutzt würden.

Eine Fortführung von GNOME 3 als mehrjährigen Fork würde sich für Pennington deshalb empfehlen, weil der Versuch struktureller Änderungen an den aktuellen APIs GNOME 2 destabilisieren und zu nichts grundsätzlich Neuem führen würde. Statt die aktuellen APIs zu ändern, sollten unter GNOME 3 gänzlich neugeschriebene APIs zum Einsatz kommen.

Generell ist er davon überzeugt, dass sich dass Projekt GNOME 3 wirklich nur lohnt, wenn eine grundlegende strukturelle Modernisierung stattfinden wird. Ein gravierendes Problem sieht er vor allem darin, dass sich die Applikationen unter GNOME 3 ändern müssen, aber zugleich alte Programme weiter laufen sollen. Allerdings hält er die Kompatibilität von GNOME 3 zu alten Applikationen für wenig sinnvoll, da sie das neue Potential des Desktops nicht ausschöpfen könnten. Wer den Fork vornehmen und wann dies geschehen soll, ist für Havoc Pennington im Augenblick noch unklar.

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Kommentare (Insgesamt: 89 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: es gab schonmal einen fork (Martin, Sa, 12. Januar 2008)
Re[2]: pruuuust (dabus, Mo, 25. April 2005)
Re: Jau! (stefan3???, So, 24. April 2005)
Re: pruuuust (stefan3???, So, 24. April 2005)
Re[6]: Standard statt "Kraut und Rueben" (XPerte, So, 24. April 2005)
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