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So, 24. April 2005, 11:45

Gemeinschaft::Personen

Andrew Morton zum aktuellen Status des Kernels

Andrew Morton, Kernel-Maintainer und enger Mitstreiter von Linus Torvalds im Linuxkernel-Projekt warnt vor möglicherweise zunehmenden Instabilitäten bei der Weiterentwicklung von Linux.
Von ThomasS

Auf der Linux.conf.au 2005 in Canberra, Australien sagte Morton, dass sich unbemerkt immer weitere Fehler in den Kernel einschleichen. Den Hauptgrund für diesen Trend sieht Morton darin, dass man innerhalb des Projekts nicht auf ausreichende Tests achtet. Insbesondere die mangelndende Anerkennung für Freiwillige, die die neuen Kernel oft zeitaufwendig testen, sieht er als ein Risiko für die zukünftige Stabilität des Kernels. Da die freiwilligen Tester weder ein Dankeschön, Geld oder sonstige Anerkennungen zu erwarten hätten, könne sich dies auf ihre Testbereitschaft und damit letztlich auch auf die Stabilität des Kernels auswirken.

In diesem Zusammenhang kritisierte Morton auch die Organisation des Bugfixings innerhalb des Projekt. Zwar sei das Tool Bugzilla zum Aufspüren von Fehlern durchaus geeignet, da es unter anderem die Kommunikation zwischen einzelnen Entwicklern fördere. Aber es tauge überhaupt nicht als Tool, mit dem man die Community über mögliche Probleme informieren kann. So wie das Tool derzeit in der Kernelentwicklung eingesetzt werde, tauge es allenfalls zur Identifizierung aber kaum zur Behebung von Bugs im Kernel.

Im Rückblick auf die Einführung des neuen Entwicklungsschemas sieht Morton eher die Vor- als die Nachteile überwiegen. Der Wechsel zwischen stabilen und experiemtellen Kernelbuilds hat sich für den Kernel-Maintainer ausgezahlt: "Wir haben am Standard-Kernel große Veränderungen vorgenommen und ihn dabei nicht mehr beschädigt, als er es schon war."

Zurückhaltend kritisierte Morton auch Tovalds' Entscheidung, BitKeeper in das Projekt einzuführen, der er selbst von Anfang an ablehnend gegenüber stand. Insgesamt habe man die Alternativen und Konsequenzen dieser Entscheidung nicht ausreichend bedacht. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass BitKeeper eine gute Technologie ist, hat die Entscheidung auf Grund von verbreiteten Vorbehalten unter vielen Entwicklern zur jetzigen Situation führen müssen. Nach seiner Ansicht hätte man von Anfang an konsequent auf die Entwicklung eines offenen Source-Code-Management-Tools (SCM) setzen müssen. Allgemein wird aber die Bedeutung des Themas SCM überschätzt: "Nur Linus ist direkt von der Bitkeeper-Geschichte betroffen. Und nicht für jedes Open Source-Projekt braucht man ein SCM-Tool."

Der Kernel-Maintainer kritisierte auch die Ansicht von Linus Torvalds, dass das Akzeptieren und die Ablehnung von Patches für den Kernel gleich wichtig seien. Er fürchtet, dass durch diese Policy dem Kernel auf lange Sicht eher Nachteile entstünden. Kernel-Maintainer sollten sich vor allem auf die Integration und Pflege von Patches konzentrieren, statt diese abzulehnen und auch noch stolz darauf zu sein.

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