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Mo, 25. April 2005, 10:06

Software::Netzwerk

Samba-Entwickler bezieht Stellung zu Vorwürfen

Andrew Tridgell, Entwickler von Samba, hat das zu BitKeeper (BK) kompatible Tool SourcePuller als Open Source veröffentlicht.
Von ThomasS

In der letzten Woche hatte es bereits eine hitzige Debatte um das Reverse-Engineering von BitKeeper-Protokollen gegeben. Die Bemühungen Tridgells hatte scharfe Reaktionen von BitMover und Linus Tovalds ausgelöst. BitMover hatte daraufhin letzte Woche Montag die offene Version von BitKeeper für freie Entwickler des Linuxkernels zurückgezogen. Unter anderem hatte Linux-Vater Torvalds dem Samba-Entwickler eine unverständliche destruktive Handlungsweise vorgeworfen. Torvalds sah es als gegeben, dass Tridgell, anstatt ein eigenes konkurrenzfähiges offenes Source-Code-Management (SCM) zu schreiben, mit seinem Reverse-Engineering den Geschäftsinteressen BitMovers schade.

Tridgell hat nun auf die Vorwürfe reagiert. In der README zu SourcePuller erklärt er die Hintergründe seiner Aktion. Zum einen sei die Lizenz der offenen BK-Version ein Problem für freie Entwickler gewesen. Dies hatte gelegentlich zu der frustrierenden Situation geführt, dass freie Entwickler nicht auf ein BK-Repository zugreifen konnten und daher den Umweg über ein Gateway nehmen mussten, wobei durch die notwendige Konversion von einem zum anderen Format Informationen verloren gingen.

Der zweite Grund SourcePuller zu schreiben ist für Tridgell mit der Hoffnung verbunden, dass die nun verfügbare Bibliothek von Routinen für Autoren von SCM-Tools genutzt werden, um mit BitKeeper kompatible offene Clients zu entwickeln. Diese Clients sollen lokale BitKeeper-Repositories manipulieren und ohne Informationsverlust mit BitKeeper-Servern kommunizieren können. Allgemein, so Tridgell weiter, ist SourcSourcePuller als interoperables Tool für Situationen gedacht, in denen Entwickler BK nicht nutzen können und doch Zugriff auf den Quellcode in BitKeeper-Repositories brauchen. Generell verfügt SourcePuller aber nicht annähernd über die gleichen Kernfunktionalitäten wie BitKeeper und ist daher auch nicht als vollwertiger Ersatz zu betrachten.

Die Tatsache, dass BitMover die offene BK-Version zurückzog, hat Tridgell selbst überrascht und war von ihm nie beabsichtigt. Vielmehr hatte er die Hoffnung, dass die freien Clients mit dem kommerziellen BK koexistieren könnten und freie Entwickler aus einer unkomfortablen Lage befreien würden. Grundsätzlich hätte ein offener Client, der auf der Protokoll-Ebene kompatibel sei, den kommerziellen Interessen von BitMover nicht im Wege gestanden. Diese Situation gäbe es auch in anderen Bereichen, ohne dass es zu Problemen kommt. In seinem Kommentar zu BitMovers Reaktion zeigt sich Tridgell etwas enttäuscht darüber, wie seinen Bemühungen charaktierisiert worden sind. Allerdings sehe er auch, dass BitMover unter Druck gestanden habe: "Unter Stress sagen Leute manchmal Dinge, die sie besser nicht gesagt hätten."

Er stellt auch nochmal klar, dass er BK für das Reverse-Engineering nicht verwendet habe. Der entgegengebrachten Skepsis in diesem Punkt begegnet er damit, in dem er auf die öffentliche Verfügbarkeit von Online-Hilfen für BK-Protokolle über Telnet verweist: "Ich denke, dass solche Hilfsdateien für Leute wie mich geschrieben wurden, die neue Clients implementieren wollen."

In seiner Reaktion auf Vorwürfe von Linus Torvalds meint Tridgell, dass Linus natürlich frei in seiner Entscheidung für BitKeeper gewesen ist. Zwar hätte er BitKeeper nicht gewählt, aber Torvalds Entscheidung selbst steht für ihn nicht zur Diskussion. Nun sei Linus aber in der schmerzlichen Situation, ein eigenes SCM-Tool schreiben zu müssen. Tridgell ruft daher alle Beteiligten auf, die Debatte um BitKeeper zu beenden und zu helfen: "Wenn du helfen willst, dann hilf mit Code, nicht mit Kommentaren! Es hat zu diesem Thema bereits genug Flames gegeben."

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