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Di, 17. Mai 2005, 12:44

Bibus 1.0.0 freigegeben

In Verbindung mit OpenOffice erlaubt Bibus, wissenschaftliche Publikationen unter Linux zu erstellen.

Integration von Bibus in die OpenOffice.org-Umgebung

Pierre Martineau

Integration von Bibus in die OpenOffice.org-Umgebung

Ein großes Manko von OpenOffice insbesondere für wissenschaftliches Arbeiten ist das Fehlen eines anwenderfreundlichen Literaturverwaltungsprogrammes. Die entsprechenden rudimentären Funktionen von OpenOffice 1.x stellen allenfalls eine Notlösung dar, die kaum zum Verfassen akademischer Texte einladen - insbesondere wenn man entsprechende kommerzielle Tools wie Endnote gewöhnt ist. Zwar gibt es ein eigenständiges Bibliographie-Projekt für OpenOffice, diese steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

Diese unbefriedigende Situation erkannte auch Pierre Martineau und schrieb das Tool Bibus. Das unter der GPL stehende, in Python (unter Zuhilfenahme von wxWidgets) geschriebene Programm nutzt die Python-UNO-Bridge von OpenOffice 1.x zur Interaktion mit dem Writer und so Teile der OpenOffice-eigenen Literaturverwaltung, verleiht dieser jedoch eine komfortable, eigenständige Benutzeroberfläche. Die eigentliche Literaturdatenbank wird wahlweise von MySQL oder SQLite verwaltet - mit allen damit verbunden Vorzügen. Besonders interessant ist dabei die Möglichkeit einer z.B. abteilungsweiten Literaturdatenbank, wobei jeder Benutzter eigene Einstellungen treffen kann. Die Abfragemöglichkeiten stehen kommerziellen Windows-Tools in kaum etwas nach und erlauben zudem den insbesondere für den biomedizinischen Bereich sehr wichtigen Zugriff auf die PubMed-Datenbank.

Bereits bestehende Datenbanken im Endnote- sowie Refer und RIS-Format können von Bibus importiert werden. Innerhalb des OpenOffice-Textdokumentes können mit der Applikation gewählte Referenzen nun sehr komfortabel eingefügt und entsprechend dem gewünschten Zeitschriftenformat formatiert (und umformatiert) werden. Als praktische Zusatzfunktion bietet Bibus die Möglichkeit, zum Abschluss der Arbeit sämtliche Literatureinträge und Referenzlisten in »echten« Text zu verwandeln. Dadurch werden sämtliche (unsichtbaren) Makroeinträge von Bibus entfernt und die eingefügten Referenzen in normalem Text verwandelt. So können Artikel problemlos auch bei Zeitschriften eingereicht werden, die die Verwendung von makrobasierten Literaturverwaltungstools ablehnen. Bibus unterstützt Unicode und ist derzeit in Französisch, Englisch und Portugiesisch verfügbar.

Die aktuelle Version 1.0.0 steht auf Sourceforge zum Download bereit. Durch die plattformunabhängige Programmierung in Python ist es sowohl unter Windows wie Linux verfügbar. Debian-Nutzer haben es besonders einfach, da Pierre Martineau ein fertiges.deb-Packet anbietet. Unter Windows ist die Installation etwas aufwendiger, da neben Bibus die entsprechenden Python- und wxWidgets-Tools installiert werden müssen.

Auf Email-Nachfrage teilte Pierre Martineau mit, das Bibus wohl auch unter OpenOffice 2.0 ohne größere Änderungen lauffähig sein dürfte, zumindest seien erste Tests ermutigend verlaufen. Sollte das offizielle Bibliographie-Projekt ein konkurrenzfähiges Tool zur Verfügung stellen, möchte er zudem einen Konverter zur Verfügung stellen, um Bibus-Daten in die neue Umgebung zu migrieren. (Stephan Gromer/demon)

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Kommentare (Insgesamt: 11 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: bibus-Installation unter Windows (klaus, Mo, 11. Februar 2008)
Re[2]: BibTeX ?? (tim, Mo, 11. Februar 2008)
bibus-Installation unter Windows (Jules, Di, 30. August 2005)
Re: BibTeX ?? (Stephan, Mi, 18. Mai 2005)
BibTeX ?? (Somebody, Mi, 18. Mai 2005)
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