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Do, 19. Mai 2005, 12:44

Stand und Aussicht des Lightning-Projekts

Mozilla-Entwickler Mike Shaver hat in einem Interview mit Mozilla Sunbird News erste Einblicke in den Status und die Entwicklung der geplanten Kalender-Erweiterung Lightning für den Email-Client Thunderbird gegeben.
Von ThomasS

Das Projekt plant laut Shaver für den kommenden Sommer das erste Release von Lightning 0.8, das vom Funktionsumfang her betrachtet mit iCal vergleichbar sein soll. Bislang sind etwa 80% der geplanten Features von Lightning implementiert, eine vollständige Implementation aller Funktionen erwartet Shaver mit der Freigabe von Version 1.0. Wann dieses erwartet werden darf, hängt für ihn wesentlich von der verfügbaren Zeit ab, die im Augenblick sehr knapp bemessen scheint. Gegenwärtig arbeitet man an ausgewählten "nightly builds", die Testern den Einstieg zur Mitarbeit erleichtern sollen. Eine Funktion zum Datenaustausch mit Handhelds wird es mit der Version 1.0 laut Shaver noch nicht geben, da die Lösung der damit verbundenen technischen Probleme noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Dennoch legt man im Lightening-Projekt besonderen Wert auf Funktionen zur Synchronisation von Daten über einen "shared" Kalender. Zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung wurde großen Wert auf Funktionen zur Synchronisation von Daten bei Design-Entscheidungen gelegt. Mike Shaver zeigt sich daher für die Zukunft dieser Features in Lightning optimistisch.

Auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen Thunderbird und Lightning betont Shaver, dass Lightning als eigenständiges Produkt keine große Zukunft haben wird. Vielmehr mache man sich schon heute Gedanken, wie Lightning besser in Thunderbird integriert werden könne, auch um technisch weniger versierten Nutzern die Installation des Duos so einfach wie möglich zu gestalten. In der Frage nach unterstützten Formaten wird deutlich, dass Lightening heute schon CalDAV als "rich server calendar" unterstützt, was für Shaver durch die guten Kontakte zu Novells Hula-Team oder anderen CalDAV-Anwendern wie Oracle oder Ismet zustande gekommen ist. Ebenso unterstützt Lightning heute schon "remote-ICS", häufig auch als "WebCal" bezeichnet, und einen lokalen Cache zur Verbesserung der Performance. Im Augenblick gibt es noch keine Unterstützung für GroupDAV, was zum Teil mit Einschränkungen des zugrundeliegenden Protokolls und weiteren Inkompatibilitäten mit dem Standard-WebDAV bzw. auch ICS zusammenhängt. Allerdings hat man im Projekt eine "pluggable" Provider-Schnittstelle im Sinn, die die Integration unterschiedlicher Formate als Erweiterungen zukünftig erleichtern soll. Auf diese Weise, so hofft der Entwickler, wird auch Microsofts Exchange oder andere fehlende Formate bald in Form von Erweiterungen in Lightning zur Verfügung stehen.

Bei der Gestaltung der grafischen Bedieneroberfläche, besonders der Nutzerdialoge, hat man im Projekt besonders Wert auf einfache Verwaltung gelegt. In einigen Fällen, deutet Shaver an, hat man auch bestimmte Dialoge in Thunderbird mit der Lightning-Erweiterung korrigiert und dabei das Kunststück einer Harmonisierung der Bedienkonzepte in Lightning und Thunderbird vollbracht. Daher kann man bei der Arbeit mit Thunderbird/Lightning heute schon jederzeit problemlos in der Entwicklerversion zwischen Email- und Kalendermodus wechseln. Mit Agenda findet sich auch eine Funktion, die die zukünftigen Termine des Nutzers in einer leicht verfügbaren Zusammenfassung anzeigen wird. Die verfügbaren Alarmfunktionen von Lightning funktionieren nach Shaver bereits heute in jedem denkbaren Modus ohne Probleme. Weitere geplante Features umfassen unter anderem die Integration von Email und Kalender, sodass etwa Mails vom Nutzer einfach in Tasks transformiert werden können. Langfristig erwartet Shaver, dass Lightning zu einem integralen Bestandteil vom Thunderbird-Projekt wird. Ein starkes Interesse zur Zusammenlegung beider Projekte scheint für beide Seiten gegeben.

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