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Fr, 27. Mai 2005, 10:25

Gemeinschaft::Personen

Eben Moglen zur Vergangenheit und Zukunft freier Software

Auf dem Eröffnungspodium der LinuxWorld Summit in New York hat Eben Moglen, Rechtsprofessor an der Columbia University Law School und Aktivist innerhalb der Freien/Offenen Entwicklergemeinschaft (FOSS), sich für das Entwicklungsmodell freier Software stark gemacht.
Von ThomasS

Im Rückblick eigener Erfahrungen mit dem Schreiben von Software sieht er die Software-Industrie heute vor ein grundsätzliches Problem gestellt, der fehlenden Kompatibilität verschiedener Softwaresysteme. Im Jahre 1973, so Moglen, schrieb man Software nach dem Motto: "Schreib es einmal und lass es dann überall laufen". Heutzutage scheint ihm diese Haltung gänzlich aus dem Blick geraten zu sein. In Zeiten, in denen tausende von Microsofts Verkaufsprofis Mengen von Software an Konsumenten und Unternehmen verkaufen, ist die Kompatibilität kurzsichtigen Geschäftsinteressen zum Opfer gefallen. Diesem Trend sich widersetzend sind die Free Software Foundation (FSF) und das von ihm geleitete Software Freedom Law Center angetreten, um sich auf das "goldene Zeitalter" geteilter Software-Entwicklung zurückbesinnen. Moglen ist der Ansicht, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man innerhalb wie außerhalb der Wissenschaften den Fortschritt und Weiterentwicklung durch die Förderung eines freien Austausches von Ideen und Gedanken vorantreibe muss, wie schon von Galileo Galilei vorgeschlagen wurde: "Wir reagieren auf eine länger andauernde, aber doch nur zeitlich vorübergehende Periode, während der Software proprietär gewesen ist, geschlossene Wissenschaft... In der Konsequenz dieses Prozesses wurde schlechte Software zu hohen Preisen produziert. Wir verändern diese Situation und unterstützen die Leute dabei, wohl durchdachte Konzepte miteinander zu teilen."

Moglen ging sogar noch einen Schritt weiter, allerdings ohne Namen zu nennen, und meinte, dass einige etablierte Hersteller sich weigerten, Ideen mit anderen zu teilen, da sie sich selbst wohl bei der Grundlegung eigener Softwareprodukte bei der freien Entwicklergemeinschaft ausgiebig bedient hätten. Mit solchen Produkten würden sie dann auf Kosten ihrer Nutzer Geld machen. Moglen dazu weiter: "Wir beginnen langsam damit, die Umgebung für solche Art von Geschäftemacherei zu ändern, um diese Geschäftsmodelle zu verhindern. Wir denken, dass Teilen bessere Technologie zu geringeren Preisen produziert und Leute in die Lage versetzt, in sozialen oder ökonomischen Aktivitäten erfolgreich zu sein."

Moglen hob die grundlegende Bedeutung zweier verschiedener Lizenz-Modelle innerhalb von FOSS hervor, zum einen die BSD-Lizenz und zum anderen die GPL des GNU-Projekts. Besonders im Hinblick auf die verwirrende Vielfalt verschiedener Open-Source-Lizenzen mahnte der Jurist eine Verringerung der Anzahl derzeitig gültiger Lizenzen an, da sich in dieser Unübersichtlichkeit gewisse rechtliche Risiken für Unternehmen verbergen.

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