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Mo, 30. Mai 2005, 11:05

Minderheitenschutz für Linux gefordert

Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerk Neue Medien und Mitorganisator des Linuxtages Karlsruhe (22. bis 26. Juni 2005), hat in seinem Gastvortrag auf den Linuxwochen Wien ein Antidiskriminierungsgesetz für Linux gefordert.

Markus Beckedahl bei seinem Vortrag in Wien

linuxwochen.at

Markus Beckedahl bei seinem Vortrag in Wien

Laut Beckedahl soll die Vormachtstellung des Redmonder Konzerns durch ein Antidiskriminierungsgesetz eingeschränkt werden. »Wir haben bei PCs fünf Prozent Linux im Einsatz gegen 95 Prozent von Microsoft. Da ist die Forderung nach einem Minderheitenschutz nur legitim, solange bis man auf gleicher Augenhöhe ist«, so Beckedahl auf den Linuxwochen Wien. »Wir sind daher der Meinung: Bei gleicher Eignung von freier Software muss diese vorgezogen werden - so wie bei der Frauenförderung.«

Mit dieser Forderung will Beckedahl Deutschland wieder in die Pole Position beim Einsatz von Open Source (OS) bringen, denn: »Deutschland ist als Tiger Ende 1999 gesprungen und landet langsam als Bettvorleger. Zusätzlich wäre eine Regulierungsbehörde sinnvoll, um so wie im Telekom- und Energiesektor auch im Softwarebereich eine echte Liberalisierung des Marktes zu erreichen.

Zwar habe Deutschland vor einem Jahr ein Open-Source-Kompetenzzentrum gegründet, die Initiative werde jedoch nur noch »virtuell« von einigen Beamten als »Nebenjob« betrieben, zwei Mitarbeiter, die es betreuten, wurden mittlerweile eingespart. »Das OS-Kompetenzzentrum der Niederlande, das mittlerweile zwei Jahre alt ist, hat derzeit zwölf Mitarbeiter«, lenkt Beckedahl den Blick über die Grenzen.

Beckedahl sieht in Deutschland zwar einige positive Initiativen, doch »im Grunde mangelt es an Strategie. Es gibt viele Maßnahmen, aber kein Gesamtkonzept.« Man habe noch nicht einmal ein richtiges Forum gegründet, kritisiert der Linux-Lobbyist. Als positives Beispiel nennt er Baden Württemberg. Das Land investiert derzeit 20 Mio. Euro, um die Region rund um Stuttgart zur OS-Region auszubauen. Bisher konnten 70 bis 80 Firmen, nicht nur Softwareentwickler, sondern auch Kreativunternehmen, die mit OS-CMS arbeiten, durch dieses Projekt nach Stuttgart gebracht werden. »Da läuft was, aber so etwas müsste es auf Bundesebene geben«, meint Beckedahl. (demon/pte)


Update:(demon, 30.05.05 12:18) Die Folien zum Vortrag (PDF) können ab sofort auf Seite von netzpolitik.org gefunden werden.

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