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Mi, 8. Juni 2005, 17:30

Software::Web

Neue Webseite zu Softwarepatenten

Jan Kechel hat nach einer längeren persönlichen Auseinandersetzung mit Softwarepatenten eine eigene Website geschaffen, die umfassend zu verschiedenen Aspekten des heftig umstrittenen Themas informieren soll.
Von ThomasS

Die Gefahr einer Einführung von Softwarepatenten in Europa ist zum Greifen nah und hat gerade in letzter Zeit hohe Wellen geschlagen. Jan Kechel hat diese Diskussion aufmerksam verfolgt und hält die Zeit für gekommen, mit einem eigenen Projekt auf diese Bedrohung zu reagieren. Das Ziel seiner Website prevalent.de beschreibt der Initiator so:"Sicherlich seid ihr euch der Gefahr durch Software-Patente für Linux und alle anderen Open-Source-Projekte bewusst! Daher möchte ich hier meine private Web-Seite kurz vorstellen, die es der Linux-Community ermöglicht, wirkungsvoll gegen Patente vorzugehen (...) Hier kann jeder einfach die aktuellen Software-Patente überfliegen, und falls jemand etwas bekannt vorkommt, eine entsprechende Quelle (ein Buch, eine Internetseite, eine Diskussion in einem Forum,...) angeben, die das gleiche Problem wie das Patent beschreibt."

Die Website bietet dem Interessierten eine Reihe von Möglichkeiten, aktuelle Patente zu beurteilen und recherchieren. Erst kürzlich hat der Initiator eine neue Rubrik hinzugefügt, die sich besonders mit dem Stand der Technik auseinandersetzt. Hier sind aufmerksame Zeitgenossen aufgefordert, entsprechende, schon existierende Patente zu identifizieren oder auch zu registrieren. In der Praxis erweist es sich laut Kechel als zunehmend schwierig, gegen bestehende Patente mit Verweis auf "prior art" vorzugehen, müssen doch die verschiedensten, über das Internet verteilte und öffentlich zugängliche Quellen wie Artikel, Webseiten, Programme oder Quellcodes bei der Beurteilung dieser Frage ausgewertet werden. Hier bietet Prevalent.de die Möglichkeit, verfügbare Informationen zentral für die Open-Source-Szene zugänglich zu machen. Ebenso bietet Prevalent seinen Besuchern die Möglichkeit, öffentliche elektronische Daten kostenlos notariell beglaubigen zu lassen, um den Nachweis der Existenz führen zu können. Gerade den letzten Punkt sieht Kechel als einen wertvollen Service für Open-Source-Projekte an, die ihre eigenen Implementationen einfach auf der Seite registrieren lassen können.

Die Idee ist nicht ganz neu, so hat auch schon die Linux und Open-Source-Seite Lxer eine sich noch im Aufbau befindliche Datenbank zu Softwarepatenten eingerichtet. In dieser werden hauptsächlich Patente erfasst, die möglicherweise durch Microsoft im Hinblick auf Open Source verletzt werden, gewissermaßen als Faustpfand gegen die Bedrohung durch Softwarepatente. Grundsätzlich wäre sicherlich eher zu wünschen, dass diese Projekte nicht notwendig werden. Sollte sich die Einführung von Softwarepatenten allerdings nicht abwenden lassen, so scheint dieser Ansatz doch eine mögliche Hilfestellung bei aufkommenden Patent-Streitigkeiten zu bieten. Mit Prevalent existiert nun eine Website, die besonders alle deutschsprachigen Interessierten anspricht.

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