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Mo, 13. Juni 2005, 20:05

Software::Distributionen::BSD

Linus Torvalds zu Linux und den BSDs

In einem Gespräch mit Joe Barr von Newsforge hat Linus Torvalds darüber geplaudert, warum ihm Linux besser gefällt als die BSDs.
Von ThomasS

Torvalds machte gleich zu Beginn des Gesprächs klar, dass er derartige Vergleiche eigentlich nicht liebt. Letztlich enden solche Fragestellungen immer mit weiteren Fragen wie: "Besser für was" oder "besser nach welchen Kriterien". Im Vergleich zu den BSDs sei Linux in Bezug auf Hardware-Support (Treiber, Architektur) viel weiter konzipiert. Während man sich bei den BSDs auf spezielle Felder konzentriert, sei Linux eben nicht auf besondere Einsatzfelder begrenzt, obwohl vielen das Entwicklungsmodell viel zu großzügig sei. Er hatte immer das Gefühl, dass es falsch sei, sich bei der Entwicklung auf spezielle Aufgabenfelder zu beschränken. Daher sei Linux für ihn auf Grund der nicht vorhandenen Einschränkungen in einigen Anwendungsbereichen viel besser als die BSDs, wesentlich besser als nur das Übliche: "Es läuft!" In gewohnt schnoddriger Weise stellt er sich selbst die Frage: "Welche Haltung ist besser? Natürlich meine, ich denke nicht in schwarz-weiß Kategorien. Ich bin flexibel, nicht schwarz-weiß!"

Dabei macht der Linux-Vater deutlich, dass ihn besonders die Schwarz-Weiß-Haltung vieler Leute irritiert. Dies macht sich für ihn z.B. in einem idealisierten Anspruch an Perfektion deutlich, der er ein alltagstaugliches "gut genug" entgegenstellt. Es habe sich immer wieder gezeigt, dass sich solche Schwarz-Weiß-Haltungen in der Praxis als zu starr erwiesen haben. So wundert er sich etwa, dass sich OpenBSD ausschließlich auf eine Sache ausrichtet: Sicherheit. Dem hält er entgegen, dass es neben Schwarz und Weiß auch noch Grau gebe, d.h. aus seiner Sicht idealisierter Perfektionismus die Entwicklung und Umsetzung von Ideen einfach zu sehr einschränkt.

Auf die Frage nach einem regelmäßigen Austausch zwischen den BSD- und dem Linux-Projekt konstatiert er viele Diskussionen, hauptsächlich über Treiber. Aber es sei eben sehr viel aufwendiger, über Dinge zu diskutieren und zu gemeinsamen Standpunkten zu kommen, als getrennt in zwei unabhängigen Projekten zu arbeiten. Grundsätzlich schließt Torvalds die Möglichkeit nicht aus, dass Code aus den BSDs in den Kernel einfließen könnte. Allerdings fühlt sich Torvalds hier nicht als der richtige Ansprechpartner, da er die technischen Details der BSDs nicht kenne.

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