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Mo, 4. Juli 2005, 10:34

Sorge um Open Source in Thailand

Ein über drei Jahre laufender Vertrag zwischen der thailändischen Regierung und Microsoft beunruhigt die Open-Source-Szene in Thailand.
Von ThomasS

Ein am letzten Donnerstag abgeschlossener Vertrag zwischen der thailändischen Regierung und Microsoft hat die Open-Source-Anhänger in Thailand aufgeschreckt. Bei dieser Gelegenheit kündigte Microsoft-Gründer Gates ein über drei Jahre laufendes Investitionsprogramm von 4,5 Millionen US-Dollar an, das die Förderung von Webservices im Rahmen des Thailand-Net-Projektes zum Ziel hat. Das Programm sieht unter anderem den Aufbau einer Ausbildungsstruktur, den Unterricht von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) an Schulen und den Aufbau des eGovernment in Thailand vor.

In einer Reaktion auf diesen Vertrag hat Dr. Thaweesak Koanantakool, Direktor des National Electronics and Computer Technology Centre, seine Sorge geäußert, dass die Webservices nicht auf offenen Standards aufgebaut würden. Grundsätzlich hält er die Schaffung eines Standards für das eGovernment für wichtig, allerdings sollten diese Standards eindeutig auf Open Source aufgebaut werden, da alle Beteiligten uneingeschränkte Einsicht in den Quellcode brauchen.

Besondere Sorge macht sich Koanantakool darum, dass Open Source durch das Abkommen marginalisiert und von der Regierung nicht mehr als erwägenswerte Alternative berücksichtigt werden könnte. Ein Sorge, die Seree Chinodom, Präsident der Thailand Open Source Federation (ATOSF) nicht teilen kann. Er verweist auf die Kürze der Laufzeit des Programms und erwartet von der Regierung auch zukünftig eindeutige Unterstützung für Open Source: "Wir erwarten, dass die Regierung auch weiterhin Open Source als ein Mittel zur Förderung des Einsatzes legaler Software unterstützt wird. Die Open-Source-Politik sollte die Entwicklung neuer Software anschieben, um die Thais von bloßen Käufern zu Verkäufern von Software zu machen."

Jüngste Untersuchungen der thailändischen Software-Industrie zeigen, dass Open Source in Thailand einen geschätzten Anteil zwischen 20 bis 30% hält, auf dem Markt für PCs reduziert sich der Anteil auf 1%. Generell ist Windows nach Einschätzung des OSS-Entwicklungsmanagers James Clark vom Technologie-Zentrum Sipa ein wichtiges Betriebssystem, dass auch noch für lange Zeit gebraucht wird. Allerdings mahnt auch er, dass die Regierung bei ihren Entscheidungen besondere Vorsicht walten lassen sollte: "Wir sollten eine Alternative haben oder es könnte sich sehr ungünstig für das Land entwickeln."

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