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Di, 5. Juli 2005, 10:25

Open Source, höre die Signale!

In einem offenen Brief an "die" Open-Source-Community haben IT-Entscheider aus verschiedenen Bereichen dazu aufgefordert, sich mehr an den tatsächlichen Bedürfnissen von Nutzern aus dem Unternehmensbereich zu orientieren.
Von ThomasS

Offene Briefe an die OSS-Community haben eine gewisse Tradition, sie stellen offenbar einen bevorzugten Weg zur öffentlichen Kommunikation mit Entwicklern freier Software dar. So, oder ähnlich mag wohl eine diffus umschriebene Gruppe von IT-Entscheidern aus den Bereichen Versicherung, Chipherstellung, Versandhandel, Daten- und Technologie-Zentren gedacht haben, um in einen öffentlichen Austausch mit freien Entwicklern zu treten. Einige Diskussionen in der Vergangenheit zeigen, dass die Frage, an wen solche Wunschlisten zu adressieren sind, nach wie vor umstritten ist.

Der auf Networkworld.com veröffentlichte Brief beginnt mit der Feststellung, dass man die Fortschritte von OSS der letzten Jahre durchaus zu schätzen weiß, namentlich die Verfügbarkeit bzw. Qualität von Applikationservern, Sicherheitslösungen und Datenbanken. Dennoch sehen die Verfasser, dass Open Source einen nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen sollte. Unterstellt wird dabei, dass die Abneigung gegen Microsoft einer der stärksten Motive für die Entwicklung von OSS ist. Die Gruppe wünscht sich, dass OSS noch entschlossener als bisher auf die Bedürfnisse von Unternehmen eingehen sollte, um sich aus traditionellen Herstellerabhängigkeiten lösen zu können. Dazu werden sechs Punkte benannt, von denen sich die Community nach Auffassung der Verfasser leiten lassen sollte:

  • Mehr Support für Unternehmen, d.h. einen 24-stündigen, 7 Tage verfügbaren professionellen Support für die End-Kunden. Als Paradebeispiel werden hier Red Hat und JBoss genannt, die diese Erwartung schon weitgehend erfüllen.
  • bessere Dokumentation. Zwar sehen die Verfasser etwa bei von MySQL, PHP und Apache gute verfügbare Informationen. Gute Dokumentation sollte jedoch für alle OSS-Tools geben, die als hochwertige Online-Hilfe zur Verfügung stehen sollte.
  • mehr Sinn für Verlässlichkeit, d.h. mehr Verantwortung für die eigenen Produkte übernehmen. Konkret befürchten die Verfasser, dass ein OSS-Projekt einfach einschlafen könnte, und einfach eingestellt wird bzw. OSS-Entwickler sich zu sehr ihren künstlerischen Launen auf Kosten der Kunden hingeben könnten. Um solchen Eventualitäten vorzubeugen, schlägt einer der Verfasser vor, dass das Open Source Development Lab (OSDL) eine Aufsichtsfunktion übernehmen könnte. Dies soll die Weiterführung von Verwaisung bedrohter Projekte sicherstellen.
  • Verfügbarkeit auf mehr Plattformen. Hier wird der OSS-Community geraten, von politischem Statement, religiösem Anspruch und vom Microsoft-Bashing Abstand zu nehmen. Vielmehr wollen einige Verfasser mehr OSS für Windows, die nicht von Linux portiert wurde, sondern originär für Windows entwickelt wird.
  • Klares Bekenntnis zur offenen Standards bei Dateiformaten, Protokollen, Compiler, Programmen und Betriebssystemen. Hier drückt sich unter anderem auch die Befürchtung aus, dass gewinnträchtige OSS schnell wieder zu Closed Source werden könnte. Darüber hinaus sollte freier Quellcode so standardisiert sein, dass eigene Entwicklungen längerfristig auf bestehende Infrastrukturen abgestimmt werden können.
  • Mehr Offenheit für Endkunden, hier sehen die Verfasser einen latenten Antikommerzialismus bzw. ein Desinteresse am Werk, was sich auf Konferenzen unter anderem darin äußert, dass sich Entwickler lieber untereinander als mit interessierten Nutzern oder Kunden unterhalten.

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