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Do, 14. Juli 2005, 18:47

Benchmarking mit Interbench

Con Kolivas hat das neue Tool Interbench zur Erfassung von zwei Größen bei Änderungen im Design oder der Systemkonfiguration im Linuxkernel geschrieben, um auch die Diskussionen um den optimalen Desktop unter Linux greifbarer zu machen.
Von ThomasS

Der australische Narkosefacharzt und Kernelentwickler Con Kolivas kündigte das neue Tool Interbench auf der Linux-Kernel-Mailingliste mit den Worten an: "...es gab eine Reihe von Diskussionen wie ein handlicher Desktop unter Linux aussehen könnte. Das bringt uns zu zwei unterschiedlichen, aber eng miteinander verbundenen, wenn auch nur vage definierten Parametern: Reaktivität und Interaktivität."

Unter Reaktivität versteht Kolivas die jeweilige Rate, unter der der Kernel bei gegebener Last unter variierenden Bedingungen mit wenig Verzögerungen arbeitet. Der Parameter Interaktivität beschreibt das Latenzverhalten des Timers (scheduling latency and jitter) in einzelnen Tasks, das für den Nutzer unter verschiedenen Bedingungen sichtbar wird. Eine optimale Reaktivität erlaubt also dem Nutzer, seine Maschine ohne große Verzögerungen bei verschiedenen Lasten zu nutzen, während eine günstige Interaktivität es erlaubt, unverzögerte Audio- oder Videostreams abzuspielen oder das Ziehen eines Fensters über den Desktop ohne sichtbare Verzögerungen.

Das neue Benchmark-Tool emuliert verschiedene Verhalten des Timers bei interaktiven Aufgaben, sowohl für Tasks allein als auch für Tasks in verschiedenen Lastsituationen. Es arbeitet so, dass beim ersten Durchlauf der optimale CPU-Verbrauch getestet wird. Der ermittelte Wert wird in einer Datei auf dem Rechner gespeichert und bei zukünftigen Messungen automatisch berücksichtigt, um bei zukünftigen Emulationen den CPU-Verbrauch konstant zu halten. Einmal gestartet, läuft Interbench als Thread in Echtzeit mit hoher Priorität, von dem ausgehend man dann interaktive Tasks in unterschiedlichen Situationen testen kann.

Kolivas hat Interbench für Messungen in folgenden Situationen gedacht: emulierte Videotasks (auch als Hintergrundtask), X-Loads, Brennen, Schreib- und Lesezugriff auf die Festplatte, Kompilieren mit aufwändigen make -j4 bei laufenden Brenn-, Schreib- und Lesevorgängen im Hintergrund sowie verschiedene Speicherauslastungen (z.B. Swap).

Seinen ersten Wurf hält Kolivas keineswegs für ausgereizt, aber er sieht Interbench v0.20 als Anfang mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten.

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