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Mo, 18. Juli 2005, 21:57

Gesellschaft::Politik/Recht

System V Shared Memory in GNU/Hurd implementiert

Nachdem die Entwickler des Kernels von GNU/Hurd im Mai dieses Jahres eine Unterstützung von POSIX-Semaphoren für libpthread in den Kernel implementiert haben, folgt nun dieser Tage eine neue Implementierung von System V Shared Memory.

Portierte GNOME-Umgebung auf GNU/Hurd

Michael Banck

Portierte GNOME-Umgebung auf GNU/Hurd

Nein, fertig ist GNU/Hurd noch nicht, aber lebendig und dem Anschein nach aktiver denn je. Während manch eine Distribution von GNU/Hurd wie zum Beispiel Gentoo GNU/Hurd und Bee GNU/Hurd faktisch zum Erliegen gekommen sind, präsentiert sich die Debian-Variante immer funktionsreicher. Erklärbar ist dies vor allem durch eine bessere Koordination der Teams sowie durch einen Zuwachs an weiteren Entwicklern.

Michael Banck, Projektleiter des Debian GNU/Hurd-Ports, beschreibt den Status der Distribution zwar immer noch als »fernab des Debian-Systems«, aber »in der Summe aktuell und benutzbar«. Banck bezieht sich dabei nicht nur auf auf die letzten Änderungen des Systems wie der Implementierung von POSIX-Semaphoren für libpthread, sondern auf die Bedienmeilensteine. Bereits zuvor konnten die Programmierer eine erfolgreiche Portierung von GNOME und KDE auf GNU/Hurd vermelden. Hinzu kommt dieser Tage eine neue Implementierung von System V Shared Memory, einer der wohl am meisten vermissten POSIX-Funktionalitäten in GNU/Hurd.

Die Neuerung, die auf früheren Patches von Neal Walfield basiert, wird eine Reihe Verbesserungen mit sich bringen. Neben der Möglichkeit, weitere Anwendungen auf GNU/Hurd portieren zu können, wird der neue Patch auch bereits portierten Programmen zu neuen Höhenflügen verhelfen. Als Beispiel kann hier mplayer genannt werden, der bis vor kurzem zwar auf GNU/Hurd gestartet werden konnte, aber nicht gerade durch seine Geschwindigkeit glänzte.

Debian GNU/Hurd ist ein GNU/Hurd-System, das den Hurd-Kernel verwendet. Hurd selbst ist genau genommen nur eine Sammlung von Programmen (»Translatoren«) und Bibliotheken, die auf einem Microkernel laufen, um eine Unix-ähnliche Umgebung zu bieten. Der eigentliche Kern des Systems enthält im direkten Vergleich zu einem Linux-Kernel nur wenige Funktionen. Es bildet einen Abstraktionslayer für die Hardware und ermöglicht alle weitere Funktionalität direkt im User-Space auszuführen. Wer das System um weitere Funktionen erweitern möchte, braucht nicht den kompletten Kern zu übersetzen. Der GNU/Hurd-Kernel besteht aus etlichen voneinander unabhängigen Komponenten, Servern, die auf die Funktionalität des zugrundeliegenden Microkernels zurückgreifen. Interessant ist die Tatsache, dass ein Fehler in einem Hurd-Server nicht das komplette System gefährdet, da er über keinen vollständigen Zugang zum System verfügt.

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