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Thema: Resolution des EU-Parlaments gegen Softwarepatente gefordert

22 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Andi am Di, 30. August 2005 um 13:35 #
Man sollte sich nicht nur auf die Defensive beschränken, sondern jetzt in die Offensive gehen und das Thema all für alle Zeiten abschließen. Es wurde genug gegen die Patente getan und nun sollte man sich auf eine endgültige Lösung hinzuarbeiten.
  • Score: 3 Von dem Pinguinflüsterer am Di, 30. August 2005 um 14:29 #
    ...ich habe den Glauben an das Gute im Politiker längst verloren. Es wäre schön, wenn mir das Leben beweist, daß ich damit falsch liege...
Score: 3 Von zzyyzzz am Di, 30. August 2005 um 15:43 #
Hier nun auch noch mal, was ich zuvor schon im IRC schrieb:

Der Ex-Siemens-Chef, der sich vor einiger Zeit - als er noch Chef bei Siemens war - sich für Softwarepatente stark gemacht hatte, ist nun der neue Berater von Angela Merkel.
Und ein Großteil der SPD findet ihn ebenfalls gut und meint, daß die CDU-Chefin mit ihm eine gute Wahl getroffen hätte.
Mit dem Ex-Siemens Chef an Merkels Seite, soll laut CDU, Deutschland wieder aus der Krise kommen.

Für welche Interessen er sich an Merkels Seite stark machen wird, dürfte dann wohl auch klar sein. Jedenfalls nicht für kleine und mittelständische Unternehmen.

Trotzdem wurde in der Presse - meiner Meinung nach - hauptsächlich positiv über den Ex-Siemens Chef berichtet.
Und auf Seiten wie Heise und Pro-Linux wird garnicht mehr über ihn berichtet.

  • Score: 3 Von Henry am Di, 30. August 2005 um 17:02 #
    Pro-Linux ist ja keine politische Seite und sollte sich schon aus dem aktuellen Wahlkampf heraushalten. Es sei denn, das Thema betrifft Linuxer und Open-Sourcler direkt. Und da machen mir die Äusserungen von Heinrich von Pierer schon Sorgen.

    Ich falle auch nicht in die allgemeine Jubel-Euphoprie um die Person Paul Kirchhofs ein. Sein Modell "25% für alle und alle Ausnahmen abschaffen" halte ich bestenfalls für populistisch, denn von einem solchen Modell wären Klein-Unternehmer auch negativ betroffen, abgesehen von der folgenden Verteilungs-Ungerechtigkeit.

    Aber Kirchhof und von Pierer sind ja kein unabwendbares Schicksal, noch hat der Wähler das Wort - auch wenn die Umfragen anderes befürchten lassen.

    • Score: 3 Von ac am Di, 30. August 2005 um 17:18 #
      "Pro-Linux ist ja keine politische Seite ..."

      Nein? Ich sehe das anders. SW ist einfach viel zu wichtig um _nicht_ politisch zu sein.
      Und bei FOSS ist das noch extremer. Schliesslich gehts es um "abstrakte" dinge wie "freiheit"
      (zB im sinne von ungehindertem informationsaustausch) und solche dinge sind sehr
      wohl politisch. Keine kontrolle duch SW monopole (und auch patente) sind ebenfalls eine
      sehr politische und soziologische sache.

      Ging es auf PL um den nationalen staubsauger markt wuerde ich dir recht geben aber
      bei SW ist das was anderes.

      AC

      • Score: 3 Von Volker am Di, 30. August 2005 um 17:37 #
        Der ungehinderte Informationsaustausch wäre wirklich mal etwas, was man stärker voranbringen sollte.

        Im Moment wird es ja nurnoch schimmer.
        Allein das Formatgerangel um HDTV finde ich extrem übel.

        Die Hansel sind ja noch nicht mal im Stande ein Bit einzuführen damit ein DVB-S Receiver erkennen kann ob ein Sender auch nutzbar ist.
        Ich hab noch kein Gerät gefunden, das wenn man nur nach unverschlüsselten Sendern suchen lässt, nicht hunderte von sinnlosen Datenkanälen und unbrauchbare Sender (nicht als verschlüsselt gekenzeichnet) mit aufnimmt.

        Wenn man schon nicht in der Lage ist solche trivialen Sachen zu lösen, wie wird dann dieser Schrott in der Zukunft aussehen?

      Score: 3 Von dem Pinguinflüsterer am Di, 30. August 2005 um 19:10 #
      Pro-Linux ist ja keine politische Seite

      Mag ja sein, aber bei der mittlerweile erreichten Bevölkerungsdichte und Komplexität unseres Alltags ist (übertrieben gesagt) nahezu jeder Atemzug politisch, wenn er bewußt ausgeführt wird.

      Einkaufen beim Nonamediscounter oder markenlastigen Supermarkt? Produkte auf Freisein von Kinderarbeit prüfen oder den Geldbeutel schonen? Spargel aus Peru oder vom Nachbarbauern? Busfahren oder den eigenen Wagen nutzen? Ein deutsches, europäïsches oder asiatisches Modell? Krank zur Arbeit schleppen oder doch die eigene Gesundheit in den Vordergrund stellen? FOSS oder Komerzware? Nächsten Rechnerkauf doch erst noch eine Weile verschieben? Rauchen für die Sozialkassen oder lieber aufhören?

      All diese Fragen, Entscheidungen und resultierenden Handlungen beïnhalten zumindestens "politischen Mikrosprengstoff", was spätestens offensichtlich wird, wenn man sich vorstellt, daß zehntausende solcher Entscheidungen gleichzeitig getroffen und umgesetzt dem Gefüge derer, die uns (wohlwollend oder nicht) lenken wollen massiv Zuspruch geben oder heftig Sand ins Getriebe streuen.

      Unpolitisch sind wir erst, wenn wir dem großen Recycling zurückgegeben werden.

      Score: 3 Von nachdenklicher am Di, 30. August 2005 um 21:13 #
      ich bin mir noch nicht sicher, wer bei dem kirchhofschen modell draufzahlt.
      nach den zahlen, die in der faz veroeffentlich wurden, denke ich eher an die,
      die viel haben, denn die koennen mit ihren steuersparmodellen nicht mehr punkten.

      und deshalb wahrscheinlich auch das gerede ueber steuergerechtigkeit der ablehnungsfront.
      oder glaubt ihr wirklich, dass diejenigen wirklich steuergerechtigkeit wollen (haben die
      sich in der vergangenheit fuer steuergerechtigkeit eingesetzt)

      und noch eins finde ich am kirchhofschen modell gut, einmal eingefuehrt koennen sich die politiker nicht mehr eine gruppe aussuchen, welcher sie die naechste steuererhoehung aufzwingen, sie haetten es dann mit allen zu tun.

      • Score: 3 Von Felix Schwarz am Di, 30. August 2005 um 21:57 #
        Auch wenn es ins Politische abgleitet:
        Kirchhoffs Modell wird so nie eingeführt. Die Risiken sind viel zu groß. Das ist wie bei Software: Will man eine große architektonische Änderung machen, wird man vernünftigerweise nicht den ganzen funktionierenden Code wegwerfen, sondern stückchenweise ein Refactoring ansetzen, damit die Risiken klein bleiben.

        Und bei hunderten Milliarden Euro Steueraufkommen ist schon ein Schätzfehler von 1% eine mittlere Katastrohpe. Da macht niemand so eine waghalsige Operation.

        Ansonsten: Ob wir wirklich ein einfaches oder doch lieber ein subjektiv gerechtes Steuersystem wollen, halte ich für eine offene Frage (wobei ich denke, dass die Mehrheit bei "subjektiv gerecht" sein wird).

        fs

        Score: 3 Von dem Pinguinflüsterer am Di, 30. August 2005 um 22:03 #
        und noch eins finde ich am kirchhofschen modell gut, einmal eingefuehrt koennen sich die politiker nicht mehr eine gruppe aussuchen, welcher sie die naechste steuererhoehung aufzwingen, sie haetten es dann mit allen zu tun.

        Reingefallen auf die Propaganda!

        Unter dem vollen Kirchhof-Steuersatz, der zur Maximierung der Irreführung als Flat-Tax bezeichnet wird, damit man an Flatrate denkend von nur exakt einem Steuersatz von z.B. 25% ausgeht, wird es mit der Begründung, geringeren Einkommensbeziehern entgegen zu kommen nach wie vor Stufen von 0% bis zum vollen Wert, der somit sehr variablen Steuer-Flatrate geben.

        Und wer wird die besten Trickser (Juristen, Steuerberater) bezahlen können, um nach wie vor das Einkommen klein zu rechnen?

        Bingo!

        Auf 0% Steuern kommen also die, die wirklich nix haben (denen gönne ich 0% Steuern von ganzem Herzen!) und die die am besten lügen können.

        Das Modell ist Augenwischerei mit riesiger Werbetrommel und nicht gerechter als die bisherige Praxis.

        ...und dann schaue man sich mal Kirchhofs Aussagen zu Familie und Co, insbesondere gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft an, da merkt man dann, aus welchem vergangenen Jahrhundert dieser Herr stammt.

        Bei mir schrillen alle Alarmglocken, wenn ich Kirchhof sehe, höre oder lese...

        Also der erstpräsentierte Quereinsteigerüberraschungsexperte der C*U entpuppt sich als anachronistische Wahl im Familienpolitischen Sinne und wird mit seinem angäblich so progressiven Steuermodell genau das Gegenteil des Behaupteten erreichen.

        Zum Ex-Siemen-Chef bin ich noch dabei, mir ein Bild zu machen, aber die Frage, wie er den Mittelstand verstehen und fördern will steht schon laut winkend und schreiend mitten im Raum.

        • Score: 3 Von ²³ am Mi, 31. August 2005 um 07:33 #
          Dem kann ich nur zustimmen.
          Weiterhin sollte man noch erwähnen, dass gerade die FAZ als neoliberales Propagandablatt bekannt ist und politisch auch gerne mal zum rechten Rand hin abgleitet.
          Außerdem kam gestern ein ganz interessanter plusminus-Beitrag (den ich diesem Magazin eigentlich gar nicht zugetraut hätte), der u.a. auch einen kleinen Teil des ideologischen Hintergrunds des Herrn Kirchhof zeigt.
          Der zugehörige Fernsehbeitrag gibt noch etwas mehr her und wird wohl in den nächsten Tagen noch auf diversen ÖR-Sendern wiederholt werden.
      Score: 3 Von pinky am Di, 30. August 2005 um 22:13 #
      Pro-Linux ist ja keine politische Seite...

      Dazu fällt mir dieses Zitat ein:

      "Geeks like to think that they can ignore politics, you can leave politics alone, but politics won't leave you alone."

      Score: 3 Von oknaj rebew am Mi, 31. August 2005 um 16:53 #
      >"allgemeine Jubel-Euphoprie um die Person Paul Kirchhof"
      ???
      >"wenn die Umfragen anderes befürchten lassen"
      ???

      Troll!

      >Pro-Linux ist ja keine politische Seite und sollte sich schon aus dem aktuellen Wahlkampf heraushalten.
      Es ist ja bereits alles klar wenn Du Super-Held deine politische Meinung hier ablädst.

      Typen wie Dir sollte man die Finger brechen!


      red oknaj

      • Score: 3 Von Ulf Bartelt am Mi, 31. August 2005 um 20:03 #
        Dein Müll ist nicht tragbar weil Androhung körperlicher Konsequenzen auf eine schlichte Meinungsäußerung hin selbst in unserer immer weiter verrohenden Zeit als untragbar gilt.

        Weiter ist es nicht in Ordnung, wie lange Dein Müll hier unwidersprochen bleibt.

    Score: 3 Von G. W. am Di, 30. August 2005 um 17:16 #
    Danke für den Hinweis, ich wollte es auch gerade schreiben. Mit Pierer und Wulff kommen die Patente bestimmt, ganz egal, was diverse unwichtige Parlamentarier in der Vergangenheit gesagt und getan haben - dasselbe haben nämlich alle Parlamentarier gesagt und getan. Besonders erwähnenswert ist, dass Pierer sich als Wegbereiter der "Innovation" sieht. Wenn man sich vor Augen hält, wie innovativ sein Ex-Arbeitgeber tatsächlich ist, nämlich überhaupt nicht, dann ist klar, dass damit nur die Patente gemeint sein können. Es lebe die Vorstandsvorsitzendendemokratur!
    • Score: 3 Von Alefanz am Di, 30. August 2005 um 22:18 #
      Bin diesbezüglich ganz deiner Meinung. Wie hieß es in meiner Tageszeitung:
      "Nun soll er [von Pierer] Merkel dabei beraten, wie deutsche Erfindungen besser vermarktet werden können."
      Deutlicher geht es ja wohl kaum. Und das von einer Partei, die sich anscheinend so für den Mittelstand einsetzt ...

      Närrische Grüße
      Alefanz

Score: 3 Von martin am Di, 30. August 2005 um 21:56 #
Florian Müller ist der Dampfschwaller der Bewegung. Und solcher ja kein schlechter, sehr stark auch auf Selbstinzenierung bedacht. Also bitte Aussagen von Müller nett abdiskontieren.

Er hat eh nichts besonderes in der Tasche. Jetzt wird es ohnehin weiter gehen mit der Lobbyarbeit zu einem swpat-freien Europa. Ob Müller sich mal wieder wichtig macht oder nicht.

  • Score: 3 Von theBohemian am Mi, 31. August 2005 um 02:51 #
    Wenn Müller sich nur wichtig mache, auf Selbstinszenierung aus sei und nichts besonderes in der Tasche habe, dann haben wir ja nichts von ihm zu befürchten.
Score: 3 Von Free Future am Mi, 31. August 2005 um 12:39 #
Ich würde es sehr begrüssen wenn in dieser Hinsich endlich klare Tatsachen geschaffen werden und Patente auf Software endgültig und für alle Zeiten verboten werden.
Score: 3 Von Ex Libris am Mi, 31. August 2005 um 22:05 #
Während Software als solches ohnehin bereits aus dem Ratsvorschlag zur EU Richtlinie ausgeklammert blieb, ist es umso wichtiger, kein Gebiet der modernen Technik von der Patentierbarkeit auszuschliessen. Schon gar nicht softwaregestützte Erfindungen, wo doch in fast allen modernen Produkten heute bereits Software enthalten ist. Im Zusammenhang mit der jeweiligen Funktionalität ist Software ein Stück Technik und es ist nicht einzusehen, dass manche Technikbereiche diskriminiert werden sollen. Schon gar nicht in Zukunftsbranchen wie Automation, Elektrotechnik, Luft- u. Raumfahrt u.v.m. wo viele technische Erfindungen auf Software gestützt sind. Weiters vergisst man dabei ganz, dass Patente auch immer mit Offenlegung einhergehen und damit derivative F&E fördert. Ohne Patente würden die Firmen wohl schnell aus ihren Erfindungen einen "closed shop" machen.
Keine Patente heisst auch keine wirtschaftliche Verwertung von F&E Investitionen im CII Bereich, keine Jobs und vor allem weniger Wettbewerbsfähigkeit zu USA, Asien & Co, die ihre Patentportfolios gerade aufmagazinieren. Hier muss Europa progressiv mitspielen und nicht den Weg der hier propagierten Zwangskollektivierung von erfinderischer Leistung gehen.
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