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Di, 13. September 2005, 14:35

Gesellschaft::Politik/Recht

Weltbank-Strategiepapier empfiehlt offene Standards

Hochrangige Regierungsvertreter aus dreizehn Nationen, darunter China, Brasilien, Dänemark und Jordanien, haben gemeinsam ein Strategiepapier formuliert, dass die Einführung offener Standards in der Datenspeicherung fordert und fördern soll.

Das Dokument, das der Weltbank am 09. September 2005 vorgelegt wurde, ist eine erste Roadmap für die länderübergreifende Einführung offener Standards unter Berücksichtigung nationaler Verwaltungskontexte. Als offenen Standard definiert der Bericht eine Technologie, die keinem einzelnen Unternehmen gehört und öffentlich verfügbar ist; verbunden mit dem Verweis, dass offene Standards keinesfalls mit Open-Source-Software (OSS) gleichzusetzen sind.

Der Ursprung des vorgelegten Dokuments liegt im Berkman Center for Internet and Society der Harvard Law School, wo offene Standards bereits seit Jahren als wichtiges Thema der Informationsgesellschaft diskutiert und propagiert werden. Laut den Verantwortlichen kann die dauerhafte Unabhängigkeit der staatlichen Verwaltungsapparate von einzelnen Software-Konzernen und der nationale und internationale Austausch von Informationen und Daten, nur mit Hilfe offener und einheitlicher IT-Standards realisiert werden. Wichtig sei nach Aussage der Beteiligten die Entscheidungsfreiheit der einzelnen Staaten, ob sie freie Software oder proprietäre Produkte einsetzen wollen. Denn zugleich macht der Bericht deutlich, dass der Einsatz quelloffener Software allein keineswegs ein »offenes IT-Ökosystem« garantiert.

Fallbeispiele aus einzelnen Staaten, in denen offene Standards bereits in die IT-Strategie integriert sind, illustrieren die im Report formulierten Forderungen. Offene Standards als Effizienz-, Innovations- und wirtschaftlicher Wachstumsfaktor - unter dieser Überschrift werden die Effekte offener Standards für den öffentlichen und privaten Sektor sowie für Endanwender behandelt.

Um ein auf offenen Standards basierendes System zu etablieren, bedarf es laut dem Papier einer langfristig abgestimmten Strategie, die nationalen Bestimmungen und Strukturen genauso Rechnung trägt, wie der generellen technologischen Entwicklung. Der Bericht will jedoch kein Migrationsplan »out of the box« sein, gibt allerdings den interessierten Verantwortlichen nützliche Hilfestellungen bei der Entwicklung nationaler Strategien. (FSPA/demon)

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