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Mo, 19. September 2005, 12:56

Software

Microsoft liefert Open-Source-Software aus

Das Redmonder Unternehmen Microsoft wird in der kommenden Version der Cluster-Edition des Windows Server 2003 auf eine Open-Source-Version des Message-Passing Interface (MPI) setzen.

Mit der Einbindung der MPICH2-Lösung des Argonne National Laboratory und der Universität Chicago wird Microsoft zum ersten Mal offiziell sein Produkt mit einer Open-Source-Lösung aufwerten und vertreiben. »Wir sind wahrscheinlich das erste Team bei Microsoft, das Open-Source-Komponenten einbindet«, so Kyril Faenov, Microsofts Verantwortlicher für High Performance Computing gegenüber dem Magazin eweek. Laut Kyril habe man zwar an eine eigene Lösung gedacht, die Idee aber verworfen. Es wäre extrem teuer und schwierig für Microsoft gewesen, eine eigene Alternativtechnologie zu entwickeln.

Die verwendete MPICH2-Lösung steht unter der BSD-Lizenz und wurde im Juli dieses Jahres in einer stabilen Version 1.0.2p1 freigegeben. Die Software ist für zahlreiche Architekturen, darunter auch Windows, verfügbar.

Microsoft plant den eigenen Code der Community zurückzugeben, auch wenn es die Lizenz nicht vorschreibt. Mindestens die Fehlerbereinigungen werden an die Autoren zurückfließen. Es ist laut Kyril auch »wahrscheinlich«, dass auch die eigenen Verbesserungen an das Projekt übermittelt werden.

Noch vor wenigen Jahren bezeichneten Microsoft-Verantwortlichen Open Source und speziell Linux als Krebsgeschwür und warnten lautstark vor dem herannahenden Software-Kommunismus. Die neue Ankündigung stellt die Überlegungen des Konzerns allerdings in ein pragmatisches Licht. Anstatt gegen die Konkurrenz zu wettern, scheint nun Microsoft an der Community auch partizipieren zu wollen.

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