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Do, 29. September 2005, 13:00

Software::Kernel

L4 Microkernel Fiasco aktualisiert

Studenten des Lehrstuhls Betriebssysteme der Technischen Universität Dresden stellten nach fast zwei Jahren Arbeit die Version 1.2 des freien L4-Microkernels Fiasco vor.

Fiasco stellt eine Implementierung des L4-Microkernel-APIs dar, welche an der TU Dresden entwickelt wird. Der Kernel selbst enthält, wie es bei Microkerneln üblich ist, weniger Funktionen als ein normaler monolithischer Kernel (wie zum Beispiel der von Linux). Fiasco unterstützt harte Präemption und garantiert, dass eine Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt wird. Dazu wird unter anderem eine »non-blocking«-Synchronisation für Kernel-Objekte benutzt. Eine Vererbung der Prioritäten gewährleistet zudem, dass Prozesse mit einer hohen Priorität nicht von Prozessen mit einer kleinen Priorität geblockt werden können.

Fiasco steht unter der GNU General Public License (GNU GPL) und wurde vollständig in C++ geschrieben. Seine Verwendung findet Fiasco im Moment im DROPS (Dresden Realtime Operating System). Mittels der L4-Implementierung »Fiasco-UX« ist es allerdings auch möglich, Fiasco als Anwendung, ähnlich dem Prinzip von User Mode Linux (UML), unter Linux zu betreiben.

Das neue Release von Fiasco kommt mit einem verbesserten Debuger und der Unterstützung von gcc 4.0. Versionen kleiner als gcc 3.3 werden nicht unterstützt. Ferner bietet das neue Release ein Handling absoluter Timeouts an und kommt mit neuen Erweiterungen. Auf x86-Architekturen wurde darüber hinaus der IO-Schutzmechanismus verbessert und die Unterstützung von 1 GB Speicher eingebunden. Eine Liste aller Änderungen kann auf Seite des Projektes gefunden werden.

Die aktuelle Version von Fiasco kann ab sofort vom Server des Projektes heruntergeladen werden. Zum Compilieren des Kernels werden gcc 3.3 oder höher, eine aktuelle Version der GNU binutils, GNU make und Perl Version 5.6 oder später benötigt. Für die Konfiguration benötigt Fiasco Python Version 2.

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