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Mi, 5. Oktober 2005, 17:41

Zum Stand des Open-Graphics-Projekts

Mit einem längeren Beitrag für KernelTrap.org bringt sich das in der Welt der freien Software mit einiger Spannung erwartete Open-Graphics-Projekt in Erinnerung.
Von ThomasS

Seit Oktober 2004 hat eine Gruppe von Mitarbeitern der Firma SourceTech um den Initiator Timothy Miller herum sich zum Ziel gesetzt, eine Architektur zur Entwicklung von Grafikchips zu entwickeln, deren Spezifikationen zur Entwicklung von 3D-fähigen quelloffenen Grafiktreibern frei verfügbar sein sollen. Lange Zeit war der Linux-Nutzer Miller von der mangelnden Unterstützung von Open Source durch die Hersteller von Grafikkarten und -chips enttäuscht, so dass er als Designer FPGA/ASIC-basierter Grafikchips und Programmierer selbst durch Gründung des Open-Graphics-Projekts initiativ wurde.

Mit viel Schwung hatte Miller das Projekt in Angriff genommen und versuchte zunächst, seinen eher traditionell ausgerichteten Arbeitgeber SourceTech davon zu überzeugen, dass die Entwicklung einer Plattform für FOSS-Grafikprodukte ein noch weitgehend zu erschließender Zukunftsmarkt sei. Etwa zeitgleich eröffneten sich seinem Arbeitgeber aber neue Absatzchancen, so dass alle zur Verfügung stehenden Ingenieure der Firma für die Verbesserung der eigenen Kernprodukte abgezogen wurden. Rückblickend stellt er fest, dass es ihm nicht gelungen sei, seinen Arbeitgeber von dem möglichen Gewinn eines solchen Schrittes zu überzeugen. Nach einiger Diskussion mit dem Management entschieden sich Howard Parkin, Andy Fong und Timothy Miller, die Sache auf eigene Rechnung in die Hand zu nehmen und überarbeiteten ihr ursprüngliches Geschäftsmodell.

Aus diesen Bemühungen hinaus gründen die Initiatoren des Projekts nun die Firma Traversal Technology (TRV), die sich dem Vertrieb von Produkten rund um das Projekt widmen soll. Die Entwicklung von auf TRV-ASIC-Chips basierenden Grafikkarten (OGC) erwies sich allerdings als sehr kostenintensiv, sodass man nach einen Entwicklungsmodell Ausschau halten musste, das die Kosten der Weiterentwicklung selbst trägt. Gegenwärtig arbeitet man im Projekt noch an der Fertigstellung der grundlegenden Test- und Entwicklungsplattform Open Graphics Development (OGD), einem Grafikboard, das sich nach Miller durch seine flexible Reprogrammierbarkeit als unverzichtbar für Entwicklung von OGCs erwiesen hat. Sobald die Arbeit an OGD abgeschlossen sein wird, ist es zur Deckung der bisherigen Projektkosten für einen Preis von ca. 550-600 US-Dollar für Hardware-Designer zu kaufen. Das Projekt hat sich, auch wegen der Wirtschaftlichkeit von OGC, ehrgeizige zeitliche Pläne zur Vollendung gesetzt. Der Verfügbarkeit einer offenen Grafikkarte stehen allerdings noch einige gravierende Probleme entgegen, die Miller unter anderem auch in der fehlenden Investitionssumme von geschätzten 2 Mio. USD für die Herstellung einer lauffähigen ASIC- basierten OGC sieht. Hier hofft man nach Fertigstellung der OGD einiges Geld zu verdienen, um Banken und andere Kreditgeber von der wirtschaftlichen Attraktivität eines solchen Unternehmens überzeugen zu können.

Da die formal noch nicht gegründete Firma Traversal Technology gegenwärtig noch keine Einnahmen zu verzeichnen hat, sucht das Projekt Sponsoren für Aufbau und Pflege einer anspruchsvollen Website, von der aus auch Vorbestellungen für OGD usw. zur Förderung der weiteren Entwicklung für potentielle Kunden und Interessierte zugänglich gemacht werden können. Während man sich für die Beendigung der Arbeiten an OGD bis November/Dezember 2005 Zeit lassen will, soll, nach Millers optimistischer Schätzung, eine erste Open-Source-Grafikkarte 2006 erscheinen. Seine Vision formuliert er so: »Mit etwas Glück werden wir 2006 die erste auf einer vollständig offenen Architektur basierenden Grafikkarte sehen, die einfach und problemlos mit freier und offener Software zusammenarbeiten wird.«

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