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Thema: Nessus wird »Closed Source«

38 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Steven am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:00 #
Was wird passieren wenn weitere Apps (die geliebtesten) plötzlich Close-Source werden, gibt es dann Forks, oder wird "linux" dann kommerziell?

Fing es nicht unter Windows früher genauso an? - Nach und nach wurden freie Apps erst Shareware, dann komplett komerziell?

Ich hoffe mal das es dann einen Nessus Fork gibt der OpenSource bleibt ...

  • Score: 3 Von sleipnir am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:05 #
    Das Programm "wird" nicht closed source, sondern es wird kommerziell weiterentwickelt. Es wird also nur die freie Entwicklung eingestellt. 2 Gründe dafür würden mir einfallen: höhere Preise erzielen bei Kunden. Weniger von der Community genervt werden mit bugreports und anfragen wegen features usw :D
    Score: 3 Von lilili am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:06 #
    Nein, das war nicht so. Wenn das Programm interessant genug ist wird es eben einen Fork geben.
    • Score: 3 Von Thorsten Körner am Sa, 8. Oktober 2005 um 02:29 #
      Hallo,

      das fände ich dann schon merkwürdig.
      Erst findet das Projekt keine Unterstützung bei der Community, sondern bemerkt dass hauptsächlich die Mentalität "suche Spitzentool mit Support aber umsonst" greift. Dann sagen die Entwickler, wenn uns keiner Unterstützt sondern immer mehr durch die Arbeit der Entwickler selbst absahnen wollen, dann entwicklen wir eben kommerziell weiter.
      Und plötzlich gibt es dann einen Fork???
      Das würde voraussetzen, dass es doch Entwickler in der Community gibt, die fähig und willens sind, das Projekt zu fördern.
      Warum denn nicht schon vorher???
      Da ist irgendwas faul im Staate Dänemark. :-(

      Viele Grüße
      Thorsten

      • Score: 3 Von Neuer am Sa, 8. Oktober 2005 um 13:53 #
        Hallo,

        ich finde es garnicht ungewöhnlich, daß diejenigen, die das meiste Interesse an der Software haben, sie dann auch entwickeln. Das Nessus-Team war immer an kommerziellen Supportverträgen interessiert und hat jetzt offenbar genug davon, braucht die Community nicht mehr. Das ist nichts verwerfliches, im Gegenteil.

        Damit das klappt, also GPL releasen und später schließen, darf man eigentlich keine (wesentlichen) Beiträge von anderen akzeptieren, weil die sonst Einspruchsrechte bekommen. Das macht z.B. Trolltech mit QT so, jede Verbesserung, die von einem Anderen stammt, sehen sie sich an, und machen sie dann neu nochmal von vorne (was dann relativ einfach sein kann und u.U. besserer Code)

        Jetzt können die weiter entwickeln, die jetzt noch am meisten Interesse an einer Weiterentwicklung des freien Codes haben, das sind dann halt andere Leute, na und?

        Ich frage Dich, warum soll ich entwickeln, was andere schon machen?

        Gruß,
        Kay

    Score: 3 Von hinkel am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:11 #
    Wie würde man sich fühlen, wenn man seine ganze Zeit in eine Arbeit steckt und andere dadurch Geld verdienen?
    Ich kann da sehr gut verstehen das die Gruppe sich so entschieden hat.
    Als alternative denke ich wäre das Programm unter einer Lizenz zu stellen, die verbietet damit Geld zu machen aber trotzdem unter OS steht.
    Dann denke ich ist auch Geld nötig für die ganzen Firmen, die dann illegal damit Geld machen und unter anderem Namen aber gleichen Inhalt die Software anbieten.

    Kurzum: Man muesste sich mal gedanken machen, wie dieses Problem am Besten zu Loesen ist.
    Ob da was vernueftiges rauskommt bezweifle ich allerdings.

    • Score: 3 Von hinkel am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:17 #
      Die Lizenz sollte dahingehend geändert werden, dass sie den Entwicklern schon erlaubt Geld zu verdienen ;)
      • Score: 3 Von blub am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:24 #
        Die GPL verbietet nicht mit Software Geld zu verdienen!
        • Score: 3 Von Smeik am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:31 #
          Die Standardantwort. Nur nützt diese Erlaubnis schlichtweg im Falle von Nessus nichts. Denn es geht ja nicht darum, dass das Nessusteam den Kram verkaufen will (auch wenn es das jetzt tun wird), sondern darum, Dritten die Möglichkeit zu nehmen, Nessus als Basis für eigne Schnellschüsse zu benutzen.
          • Score: 3 Von screne am Fr, 7. Oktober 2005 um 15:12 #
            Da fragt man sich dann aber, warum die Software denn ueberhaupt bisher unter der GPL stand. Dass Konkurrenten die Software als Basis fuer eigene Produkte verwenden koennen, war schliesslich schon vorher bekannt. Fuer mich klingt dieser Schritt wie eine Aufforderung zum Forken.
            • Score: 3 Von nixname am Fr, 7. Oktober 2005 um 17:07 #
              Es gab die Hoffnung, daß sich eine Community für die Software findet. Aber wie man sieht, haben alle nur schmarozen wollen. Denn sonst wäre es nicht so einfach gewesen, die Software unter eine Closed Source Lizenz zu stellen. Damit müssen schließlich _alle_ Entwickler einverstanden sein, die Code beigesteuert haben, der dann unter der CSL steht. Und wenn die Community nur das Produkt nimmt, um kostenlos an ein Tool zu kommen, aber sich nicht an der Entwicklung beteiligt, dann ist es absolut korrekt und verständlich, da ein Riegel vor zu schieben. Wer Lust hat, kann ja die 2er Version weiter entwickeln. Aber dann hätte er sich auch einfach schon vorher in das Projekt einbringen können.
              • Score: 3 Von screne am Fr, 7. Oktober 2005 um 19:12 #
                Immer glauben alle, wer sein Projekt 'befreit', wuerde offene Tueren ein rennen und alle wuerden dankbar auf die Knie fallen und die Software dann nutzen... Ein Trugschluss ist das. IMHO werden ALLE wichtigen freien Projekte zu 99,9% von Leuten benutzt, die sich einen Dreck um freie Software scheren und NICHTS der Community geben ausser bloede Fragen, die mit RTFM beantwortet werden muessen. Der Rest ist dann die Community.

                Sowas kann man schon in kleinem Stil beobachten. Veroeffentlicht ein kleines Programm als freie Software, das einen kleinen, aber feinen Nutzen hat. Wartet, bis das Programm einige 1000 Mal heruntergeladen wurde und vergleicht dann die Anzahl der Reaktionen auf das Programm. Da kommt nicht mal eine Handvoll zusammen, von Code-Beitraegen ganz zu schweigen. Wer damit nicht klarkommt, sollte sich besser aus der FOSS-Community verabschieden und sich diese Enttaeuschung sparen.

                Nur damit es keine Missverstaendnisse gibt: ich habe damit kein Problem (und ja, ich veroeffentliche ab und zu FOSS).

                • Score: 3 Von screne am Fr, 7. Oktober 2005 um 19:19 #
                  PS: OK die Nessus-Entwickler HABEN sich aus der FOSS-Community verabschiedet. Aber die Frage muessen die sich schon gefallen lassen: warum stand die Software dann bisher unter der GPL?

                  Ausserdem gibt es wohl noch andere Moeglichkeiten, die kommerzielle Nutzung freier Software zu beeinflussen, zum Beispiel Doppellizensierung. Bei Qt hat es ja lange genug auch funktioniert, MySQL scheint mit freien Lizenzen auch kein Problem zu haben. Seltsam, oder?

                  • Score: 3 Von fuffy am Fr, 7. Oktober 2005 um 22:41 #
                    So eine Doppellizenzierung bringt nur dann etwas, wenn das endgültige Produkt gegen die genutzte Software gelinkt werden muss, was im Fall von Qt und MySQL der Fall ist.
                    Niemand hindert mich aber daran, eine kommerzielle Anwendung unter der GPL freizugeben. Dann brauche ich nichts an Trolltech oder MySQL AB zu zahlen.
                    Im vorliegenden Fall wurde aber die GPL ausgenutzt. Der virale Effekt greift nämlich erst, wenn GPL-lizenzierter und anderer Code in den gleichen Speicherbereich eingeblendet werden. Das ist hier allerdings nicht der Fall, da keinerlei statisches oder dynamischen Linken notwendig ist.
                    Man kann schließlich auch mit dem IE via HTTP auf einen GPL-lizenzierten Webserver zugreifen ohne gegen das Urheberrecht zu verstoßen.
                  Score: 3 Von Bernd Noetscher am Mo, 10. Oktober 2005 um 10:44 #
                  Deine Aussage kann ich gut nachvolllziehen; war bei meinem Projekt KBasic ganz genauso. Auch hier gab es fast keine Unterstützung. Siehe www.kbasic.org / Open Source
                  • Score: 3 Von Chris am Di, 11. Oktober 2005 um 21:13 #
                    Koennte das nicht auch einfach daran liegen, dass BASIC, in welcher Variante auch immer, ziemlich obsolet ist? Im Gegensatz zu anderen obsoleten Sprachen sind zudem wenig bis gar keine kritischen Anwendungen in BASIC geschrieben.

                    Die Umfrage auf der Seite ist ja nun auch nicht gerade fair. Nur weil ich von BASIC nichts halte, muss ich noch lange kein C++ oder Java-Fan sein. Es gibt aber sicherlich sinnvollere Sprachen als BASIC um Programmieren zu lernen und Scripte zu schreiben um diverse Ablaeufe zu automatisieren.

                    Letztlich denke ich auch, dass obwohl es offensichtlich BASIC-Befuerworter gibt, diese im Open-Source-Umfeld nur schwerlich zu finden sind. Meiner Meinung nach, spricht kbasic im wesentlichen (ehemalige) VB-Programmierer an und solche die auch gern ein Bein in der Linux-Tuer haetten, aber nicht bereit sind eine plattformunabhaengigere Sprache zu nutzen.

                    • Score: 3 Von Smeik am Mi, 12. Oktober 2005 um 11:59 #
                      > dass BASIC, in welcher Variante auch immer, ziemlich obsolet ist?

                      Nur weil es unter Linux kaum eine Rolle spielt, heißt das noch nicht, dass es obsolet ist. Unter Windows hat es nach wie vor eine große Verbreitung.

                      > Im Gegensatz zu anderen obsoleten Sprachen sind zudem wenig bis gar keine kritischen
                      > Anwendungen in BASIC geschrieben.

                      Abgesehen davon, dass da mal wieder Zahlen fehlen, hätt ich gern gewusst, was Du damit aussagen willst? Es gibt ne Menge "unkritische" Anwendungen, auf die man dennoch nicht verzichten will.

                      > Es gibt aber sicherlich sinnvollere Sprachen als BASIC um Programmieren zu lernen und
                      > Scripte zu schreiben um diverse Ablaeufe zu automatisieren.

                      Wie wäre es denn mit ein paar Argumenten?

                      > eine plattformunabhaengigere Sprache zu nutzen.

                      Wie definierst Du denn plattformunabhängig? Im Wortsinne kann man dies Adjektiv wohl auch kaum steigern.

                      • Score: 3 Von Chris am Mi, 12. Oktober 2005 um 15:55 #
                        BASIC spielt nicht nur unter Linux keine Rolle, sondern wird meines Wissens nach ausschliesslich noch im Windows-Bereich verwendet. Ausserdem ist VB von Microsoft selbst als obsolet deklariert und wird nicht mehr weitergefuehrt. Microsoft setzt mittlerweile auf .NET und da dort die verwendete Programmiersprache quasi beliebig ist, empfiehlt Microsoft selbst natuerlich C#.
                        Java oder .NET bzw. Mono ist auch sicherlich sinnvoller als alte VB-Locke mit herumzuschleppen. BASIC an sich ist doch mit Verlaub, toter als tot. Das einzig noch relevante BASIC der letzten Jahre war und ist Visual Basic. Dieses ist nun einmal ein Microsoft-spezifisches Produkt und Hauptvorteil war der einfache Zugriff auf APIs im Windows-Umfeld. Sprich: In einer anderen Umgebung ist bzw. waere VB weit weniger sinnvoll. Selbst wenn es viel kritische Software gaebe, muesste diese hoechstwahrscheinlich immer noch angepasst werden um in einer nicht-Windows-Umgebung einwandfrei zu funktionieren. Dem steht aber entgegen, dass der Grossteil aller Programmierer andere Sprachen beherrscht und nutzt, die zudem von vornherein auf weitgehende Plattformunabhaengigkeit ausgelegt sind.

                        Will man also nicht den gleichen Fehler wie mit Cobol u.a. machen, dann sollte man migrieren bevor die alten Locken zu einem echten Problem werden.

                        Muss ich hier wirklich Argumente anfuehren, warum BASIC ganz klar suboptimal ist, um Programmieren zu erlernen? Ich gebe zu dem nur meine Meinung wieder, deshalb finden sich auch keine Zahlen in dem was ich schreibe. Die meisten bekannten Argumente beziehen sich sicherlich auf klassische BASIC-Dialekte. VB steht immerhin ein sehr einfacher Grund entgegen: Es ist eine Nischen-Sprache die von einer einzigen Firma fuer eine einzige Plattform konzipiert ist.

                        Python und Java, um nur zwei zu nennen, finde ich persoenlich wesentlich sinnvoller. Beide sind zudem weitgehend plattformunabhaengig und bringen grosse Bibliotheken mit, die es auch dem Anfaenger leicht machen, mit wenig Code und Wissen schon viel zu erreichen. Vor allem sind beide Sprachen vergleichsweise unbelastet und sauber.

                        "plattformunabhaengig" definiere ich mindestens als unabhaengig vom Betriebssystem und der verwendeten CPU-Architektur, aber weitergehend auch als unabhaengig von bestimmten APIs und als tatsaechlich verfuegbar. Soll heissen, VB laesst sich sicherlich quasi ueberall implementieren, ist aber tatsaechlich nur unter Windows verfuegbar und vor allem dort sinnvoll.

                        Es ist wohl grammatisch falsch das Wort zu steigern, aber mit einem Zusatz "weitestgehend" erreicht man prinzipiell die gleiche Aussage. Beispielsweise ist C nach wie vor ungeschlagen, was die Portabilitaet angeht. Man muss dann allerdings wirklich wissen, was man tut und sehr sauber programmieren. Zudem sind standardisierte und vor allem portable Bibliotheken rar.

                        Java dagegen ist in der Praxis fuer weit weniger Plattformen verfuegbar, dafuer aber vor allem durch die JDK in den meisten Faellen
                        wohl die sinnvollere Wahl. Schliesslich interessieren in Praxis normalerweise nur eine handvoll Plattformen.

                        Wie auch immer. Ich wollte eigentlich nur anfuehren, dass es mich absolut nicht wundert, wenn das Interesse VB auf Linux zu portieren auf Entwicklerseite zumindest unkommerziell gering ist. Vonseiten der VB-Nutzer besteht sicherlich Interesse, nur sind diese anscheinend nicht in der Lage oder nicht willens hierbei zu helfen. Das heisst noch lange nicht, dass ich etwas dagegen haette, wenn VB auch unter Linux nutzbar waere. Ich denke nur, der Fokus ist laengst woanders.

              Score: 3 Von Chris am Mo, 10. Oktober 2005 um 22:19 #
              Ich denke die Antwort ist ganz einfach: GPL rul0rz!!1

              Ich gehe davon aus, dass ein Grossteil derer, die ihre Software unter die GPL stellen, dies deshalb tun, weil sich nicht mit Lizenz-Kram auseinandersetzen wollen und "alle anderen" auch die GPL nutzen. Die Reaktionen, wenn die Software dann tatsaechlich kommerziell genutzt wird, sind oft sehr harsch. Wenn man wirklich maximale Freiheit fuer seine Sourcen will, sollte man gleich die BSD- bzw. MIT-Lizenz oder gleich "Public Domain" daraus machen.

              Moechte man dagegen kommerziellen Nutzen oder die Nutzung durch unliebsame Subjekte verhindern bzw. die Nutzung sonst irgendwie einschraenken, dann ist die GPL schlichtweg die falsche Lizenz. Es gibt zahlreiche vorgekaute Lizenzen, die man stattdessen verwenden koennte, aber es wird aus Faulheit, Dummheit oder Desinteresse einfach nicht getan. Im Zweifel muss man vielleicht sogar eingene Lizenzbedingungen formulieren.

              Natuerlich darf man sich in letzterem Fall dann nicht wundern, wenn GPL-Evangelisten sich daran stossen und einige die Software ganz meiden. Des Weiteren ist es auch nicht immer unproblematisch von der GPL wieder abzuruecken, wenn es beispielweise signifikante Beitraege von Dritten gab, die entweder nicht mehr erreichbar sind oder sich gegen einen Lizenzwechsel straeuben.

              Also, erstmal sollte man sich darueber klar werden, was man erreichen will und dann die passende Lizenz fuer sich waehlen. Es muss nicht immer GPL sein.

    Score: 3 Von G. W. am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:13 #
    > Was wird passieren wenn weitere Apps (die geliebtesten)
    > plötzlich Close-Source werden, [...]

    Was soll da schon passieren? Erstens bedeutet die Tatsache, dass es hier jetzt einmal passiert ist, nicht, dass es anderswo häufiger oder weniger häufig passieren muss und zweitens passiert dann genau dasselbe (oder eigentlich sogar weniger), als wenn eine Software, egal ob OSS, nicht mehr weiterentwickelt wird, was übrigens sowohl bei OSS als auch bei kommerzieller Software übrigens ständig passiert: Im ungünstigsten Fall muss man halt was anderes suchen und wechseln.

    > [...] gibt es dann Forks [...]

    > [...] oder wird "linux" dann kommerziell?

    Falls Du mit "Linux" den Kernel meinst: Dessen Lizenz kann nicht geändert werden, weil daran sehr viele Leute mitgearbeitet haben und jeder einzelne seine Zustimmung geben müsste, was schlicht und einfach unmöglich ist.

    Falls Du damit die Plattform als Ganzes meinst, verstehe ich die Frage nicht. Nirgendwo steht geschrieben, dass Software für die Linux-Plattform in der Regel, mehrheitlich oder naturgemäß OSS sein soll. Linux kümmert sich um die Hardware, führt ELF-Binaries aus und interessiert sich nicht für die Lizenz der Anwendungsprogramme.

    > Fing es nicht unter Windows früher genauso an? - Nach und
    > nach wurden freie Apps erst Shareware, dann komplett komerziell?

    Nein, natürlich nicht. Wo hast Du das denn her?

    Score: 3 Von pinky am Fr, 7. Oktober 2005 um 15:41 #
    >Was wird passieren wenn weitere Apps (die geliebtesten) plötzlich Close-Source werden, gibt es dann Forks

    je nach Anwendung können forks sehr wahrscheinlich sein.

    >oder wird "linux" dann kommerziell?

    Linux, genauso wie Freie Software ganz allgemein, war schon immer kommerziell!

    >Fing es nicht unter Windows früher genauso an?

    nein, windows war schon immer proprietär.
    Was du wohl meinst ist die Entwicklung anfang der 80er um und mit Unix.

    Score: 3 Von arnd am Fr, 7. Oktober 2005 um 17:00 #
    Unter Windows war Freeware nie besonders verbreitet - im Gegenteil: Frueher war man tatsaechlich gezwungen Nichtfreeware zu benutzen, fuer die meisten Dinge...
    Score: 3 Von Sascha am Fr, 7. Oktober 2005 um 17:35 #
    Fing es nicht unter Windows früher genauso an? - Nach und nach wurden freie Apps erst Shareware, dann komplett komerziell?

    Nein das fing unter Windows nicht genauso an. Zum einen waren diese von Dir genannten Programme am Anfang im Normalfall Freeware und kein Open Source und zum anderen waren es keine Projekte mit dem Umfang wie sie die heutigen, wichtigen Open Source Projekte haben. Nehmen wir mal als Beispiel Linux (ja der Kernel) oder Firefox. An beiden wahren unzählige Entwickler beteiligt, in vielen Fällen ist gar nicht mehr zu 100% bekannt wer was wan geändert oder eingebracht hat. Will man nun die Lizenz ändern müssen entweder alle zustimmen oder man muß den Code der Leute die nicht zustimmen entfernen oder ersetzen. Da jedoch meist Code enthalten ist den man nicht mehr einer Person zuordnen kann wird das Ganze noch wesentlich komplexer. Sprich es gibt keine Lizenzänderung.

    Bei Nessus schaut es jedoch ein wenig anders aus. Die Anwendung und die dazugehörigen Plugins stammen weitgehend von einer Gruppe von Leuten die bei Tenable Network Security arbeiten und für diese Arbeit an Nessus offenbar auch von dort bezahlt werden. Die Community außerhalb dieser Gruppe steuerte jedoch so gut wie nichts bei. Stattdessen haben diverse Unternehmen Nessus genommen und mit einer selbst entwickelten grafischen Oberfläche verkauft. Klar das die Entwickler irgendwann keine Lust mehr haben ein hochwertiges Programm zu verschenken wen nichts groß zurück kommt, noch dazu wen andere damit den dicken Reibach machen. Dazu dürfte dann wohl noch ein gewisser Druck von Tenable Network Security, welche ja offenbar in Konkurrenz zu den anderen oben genannten Unternehmen stehen, kommen.

    Grüße
    Sascha

    • Score: 3 Von Neuer am Sa, 8. Oktober 2005 um 14:05 #
      Hallo,

      soweit ich weiß, hat Mozilla => Firefox seine Lizenz später noch von MPL auf Dual GPL/MPL ändern können und dafür wirklich alle gefragt.

      Mit Copyright-Assignment geht es auch. Die Free Software Foundation etwa verlangt ein Copyright-Assigment, wenn Du etwas zu "tar", "cp" oder "man" oder auch "Hurd" beisteuern willst.

      Deshalb wird GNU (Ausnahme z.B. X11, Linux-Kernel) recht schnell unter GPL3 stehen, allein weil die FSF es so releasen kann.

      Und das steht der Community bevor, in nicht allzu weiter Zeit, wird es Bemühungen geben, "GPL2 only" nach GPL3 zu heben. Der Linux-Kernel hat sich der Kontrolle von Stallman da entzogen, indem die "GPL2 or higher" Bestimmung fallen gelassen wurde. Aber wenn GPL3 Konsensfähig sein sollte, wird es vielleicht große Recherche-Runden geben...

      Kleinere Beiträge verdienen nicht automatisch Copyright übrigens. Insbesondere Autoren von Interfacing und Einzeiler-Fixes haben kein anerkanntes Copyright wegen Trivialität.

      Gruß, Kay

      • Score: 3 Von X10 am Sa, 8. Oktober 2005 um 16:22 #
        X11 hat noch nie unter GPL gestanden. Ein Grund mehr, nicht von GNU/Linux zu sprechen.
        • Score: 3 Von Neuer am So, 9. Oktober 2005 um 01:35 #
          X11 ist nur ein Protokoll, hat nur eine freie Codebasis (mit 2 prominenten Namen/Forks), wozu sollte man das erwähnen?

          Zu Linux gibt es Alternativen, siehe www.debian.org/ports dort finden sich GNU/kFreeBSD, GNU/NetBSD und GNU/Hurd

          Und zu GNU sowieso, siehe Atheos, das auf dem Linux-Kernel basiert, BSD-Systeme, etc.

          Gruß, Kay

          • Score: 3 Von X10 am So, 9. Oktober 2005 um 10:07 #
            > X11 ist nur ein Protokoll

            Jetzt wird hier aber jemand haarspalterisch. Also dann eben X Window. Sag mal, benutzt Du nur die Textkonsole? Was würdest Du denn ohne grafisches System machen? OOo auf ncurses portieren?

            Und X Window ist für die meisten Benutzer wichtiger und augenscheinlicher als ein paar Kommandozeilentools. Nur weil die GNU-Leute ihren Kernel nicht gebacken bekommen, haben Sie den Linuxkernel für sich vereinnahmt.

            > siehe Atheos, das auf dem Linux-Kernel basiert

            So ein Quatsch. Atheos hat mit Linux nichts zu tun.

            > GNU/kFreeBSD, GNU/NetBSD und GNU/Hurd

            Diese Systeme haben bestimmt eine enorme Verbreitung gefunden. ;-)

            • Score: 3 Von Sascha am Mo, 10. Oktober 2005 um 23:06 #
              Nun sagen wir es so. Linux währe ohne GNU nichts und GNU wohl ohne Linux heute nicht so weit. Jedoch ist es äußerst wahrscheinlich das wen Linux nicht die Gunst der frühen Geburt gehabt hätte heue das am weitesten verbreitete OSS-Betriebssystem wohl *BSG heißen würde da sich die GNU Leute auf das damals unter der BSD-Lizenz veröffentlichte erste freien BSD gestürzt und dieses aufgebaut hätten. Ob sich dann die BSD-Landschaft so entwickelt hätte wie wir sie jetzt kennen ist jedoch äußerst fraglich.

              Grüße
              Sascha

              • Score: 3 Von Chris am Mi, 12. Oktober 2005 um 17:04 #
                Vielleicht. Es ist aber fraglich, ob genauso viele Programmierer sich beteiligen wuerden, wenn Linux etc. nicht die GPL nutzten, sondern die BSD-Lizenz. Ich habe den Eindruck, dass den meisten letztere zuwenig restriktiv ist und vielen auch die GPL noch zu frei ist, sobald die Software fuer kommerzielle Zwecke interessant wird. Ansonsten wuesste ich nicht, warum die meisten open-source Projekte die GPL nutzen, ausser das GPL eventuell en vogue ist.
    Score: 3 Von Ralph Miguel am Fr, 7. Oktober 2005 um 21:02 #
    Zitat: "wird "linux" dann kommerziell?"

    Um Gottes Willen! Das hieße ja.... für Software zahlen oder Esel-Kopien zu installieren...

    Ja, Windows war früher Open Source und das Office-Paket war Freeware. Erst seit XP liegen die Quellen nicht mehr offen; auf einmal will Microsoft Geld dafür sehen.

    • Score: 3 Von Roman Laubinger am Mo, 10. Oktober 2005 um 11:13 #
      > Um Gottes Willen! Das hieße ja.... für
      > Software zahlen oder Esel-Kopien zu
      > installieren...

      :-D Für Mandrake und Suse habe ich damals Geld bezahlt... ;-)

      > Ja, Windows war früher Open Source

      Huh? Der Allgemeinheit hat es nicht offengelegen. Auch nicht vor XP.

      > und das Office-Paket war Freeware.

      Welche Version? Für die 97er mußte ich bereits löhnen.

      Tschüß
      Roman

    Score: 3 Von Daniel am Sa, 8. Oktober 2005 um 22:47 #
    Definitiv JA

    auch wenn viele dass hier nicht wahrhaben wollen
    ich drücks mal so aus
    die Studenten die jetzt kostenlos für diverse Open Source Projekte arbeiten wollen in der Zukunft vielleicht einmal ihre Familie ernähren und das geht nicht wenn man sein Wissen in das man durch die UNI sehr viel Geld gesteckt hat herschenkt.
    Daher gibts nur 2 Möglichkeiten:

    1. in einer Firma arbeiten (die einem vielleicht Zeit gibt an freien Projekten zu arbeiten -> sehr selten)
    2. aus seinem Produkt eine Firma gründen und Geld verdienen

    ich weiss jetzt gehts gleich wieder los mit den sinnlosen Diskussionen aber es ist so

    PS: ich bin neutral (Windows/Linux / Mac User)

    ich setze Linux aktiv im Serverbereich ein

    und ich bin dazu bereit für gute Software Geld zu zahlen denn für Essen, Diesel & Benzin zahlt ja auch jeder oder??

    Score: 3 Von nfreimann am Mo, 10. Oktober 2005 um 11:15 #
    in der PCDOS bzw. MSDOS Welt der 80er gab abgesehen vom Source Code von Programmen und Treibern, die man beispielsweise aus kostenpflichtigen Fachzeitschriften abtippen konnte, was man sich gelegentlich durch den Erwerb kostenpflichtiger Disketten ersparen konnte, und den Binaries am Markt gescheiterter veralteter Programme, die man zumeist "frei" auf kostenpflichtigen Disketten erwerben konnte, nichts was dem von Linux&Co her bekannten Open Source und Free Software entspricht. Im Gegenteil waren Programme sehr teuer. Der IBM C Compiler kostete so zwischen 2000 und 2500 DM und eine aus heutiger Sicht lächerliche Textverarbeitung ebenso viel. Ich habe da noch eine Preisliste.

    Auch in der Mainframe Welt gab es nichts was der von Linux&Co her bekannten Open Source und Free Software entspricht. Man kaufte eine Komplettlösung, also Hardware und Systemsoftware und gelegentlich waren da auch Applikationen dabei. Programmentwicklungsumgebungen musste man zumeist für sehr viel Geld extra erwerben. Wir reden hier von Millionen Dollar schweren finanziellen Transaktionen. Der Erwerb von Individualsoftware im Mainframe Bereich bewegte sich normalerweise ebenfalls im Millionen Dollar schweren finanziellen Bereich.

    Es gab niemals ein kostenfreies Softwareparadies, kein kommerziellen Sündenfall, und es wird auch kein kostenfreies messianisches Zeitalter geben. Die dem Erlösungsmessianismus von Marx plump nachäffende entsprechende eschatologische Heilserwartung von Stallmann und Moglen beruht auf Lüge und Erwecken falscher Hoffnungen.

    Wenn Projekte also kommerzielle Wege beschreiten, so hängt das einfach an der profanen Tatsache, dass die Entwickler ihre Rechnungen bezahlen müssen. Nicht jeder hat einen reichen Dadi, nicht jeder darf endlos auf der Uni studieren, und nur sehr wenige werden von UNESCO gefördert.

    Ich wünsche den Entwicklern von Nessus auf dem freien Markt den Erfolg, den ihr hervoragendes Produkt verdient.

Score: 3 Von M:ke am Fr, 7. Oktober 2005 um 13:26 #
Bitte ändern!
Score: 3 Von Random Debian Admin am Fr, 7. Oktober 2005 um 14:37 #
Dann wird es endlich keine Security Audits fuer mehrere tausend Euro geben, die aussschliesslich aus einem ausgedruckten Nessus-Report bestehen.
Score: 3 Von Hilty am So, 9. Oktober 2005 um 19:25 #
Novell hatte sich auch schon lange dadrüber Gedanken gemacht, in welchen Bereichen OpenSource fuktioniert und in welchen nicht oder schlecht. Dadrüber hatte Miguel de Iaza mal in seiem Blog berichtet.

Novell kam dabei zu dem Schluß, daß sogenannte "Fun projects" besonders gut für OpenSource-Projekte geignet sind.
Wenn ein OpenSource-Projekt eine hohe Verbreitung hat, viel Code beigetagen werden muß, es leicht ist den Code zu schreiben (also keine Geaks nötig sind) und es Spaß macht, den Code zu schreibe, dann ist das Projekt gut als OpenSource geeignet. Besser noch, als bei kommerziellen Projekten. Da Firmen zwar professionelle Entwickler haben, aber nicht die Zeit haben, daß diese viel, aber einfachen Code schreiben.

Auf der anderen Seite lassen sich bei Projekten, wo das Programm eine geringe Verbreitung hat und viel KnowHow notwendig ist, nur sehr schwer OpenSource-Entwickler finden.

Diese Erkenntis hat u.a. bei Mono dazu geführt, daß die OpenSource-Community die .net-Klassen entwickelt (vor allem die, wo es Spaß macht sie zu schreiben), jedoch auf der anderen Seite der JustInTime-Compiler von Mono - der unter der LGPL steht - und der C#-Compiler mcs (der unter der GPL steht), komplett von Novell geschrieben wurden. Und das Copyright auch bei Novell liegt.
Gerade beim JustInTimeCompiler, wo es sehr viel Aufwand bedarf, die Performance zu steigern und das KnowHow sehr hoch sein muß, hat sich daher keiner außer der Novell Mitarbeiter gefunden, die dadran arbeiten. Und die, die nicht von Novell waren und doch erfolgreich am JITter arbeiteten, waren nach kurzer Zeit bereits Mitarbeiter bei Novell.

  • Score: 3 Von Kai F. Lahmann am So, 9. Oktober 2005 um 21:57 #
    klingt ganz logisch. Nur kommt noch ein Faktor hinzu: die Bedeutung des Projektes. Dieses merkt man besonders stark bei nicht-Coding-Aufgaben (also i18n, Grafik, Support, Doku), die bei populären Programmen teilweise regelrechte Selbstläufer sind - aber wenn das Programm keine wirkliche Massenmarkt-Relevanz hat, passiert in dieser Richtung wenig bis gar nichts...
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