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Mo, 17. Oktober 2005, 10:43

Unternehmen

Schwierige Migration auf Open Source in Brasilien

Die staatlichen IT-Agentur Sepro soll bis zum Jahresende 70% ihrer Computer migriert haben, Streit gibt es allerdings um die Kosten der umfassenden Migration in Brasilien.
Von ThomasS

Die staatliche IT-Abteilung Sepro für Datenverarbeitung meldet laut Online Magazin Baguete, dass die interne Migration auf Open Source zum Jahresende 2005 größtenteils abgeschlossen sein wird. Dann soll die gesamte Infrastruktur, die Entwicklungsabteilung und letztlich alle Workstations der Behörde überwiegend umgestellt sein. Diese Einrichtung assistiert der brasilianischen Regierung bei der Umsetzung des Erlasses von Mai 2005, der eine Migration auf freie bzw. Open-Source-Software (FOSS) in allen Ämtern des Landes vorsieht. In den ersten drei Monaten von 2005 hatte die Sepro bereits 60% ihrer Systeme auf Open Source umgestellt, bis zum Jahresende soll auf 70% aller Systeme der Agentur nur noch FOSS laufen. Damit liegt die Sepro vor ihrem eigenen Zeitplan bei der Umstellung ihrer 3,237 Rechner.

Nach Aussagen von Projektleiter Deivi Lopes Kuhn bei der Sepro ist das ursprüngliche Ziel einer vollständigen Migration unter anderem auch wegen inter-ministrieller Meinugsverschiedenheiten über die Höhe des notwendigen Budget nicht zu erreichen. Im September 2005 trat Sergio Amadeu da Silveira, ein entschlossener Verfechter der Migration, als Präsident des nationalen IT-Instituts zurück; diese Behörde untersteht dem Büro des brasilianischen Präsidenten direkt. Obwohl es bei der Zielsetzung der Migration keine grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Behörden zu geben scheint, lehnte das Ministerium für Planungen eine Budgetvorlage von Da Silveiras Institut für das gesamte Migrationsprogramm ab. Ursprünglich hatte das IT-Institut Da Silveiras eine Investitionssumme von 200 Millionen Reais (85.4 Millionen USD) veranschlagt. In der eigenen Schätzung kam das brasilianischen Planungsministerium allerdings nur auf eine notwendige Summe von 50 Millionen Reais, um die Migration umzusetzen. Grundsätzlich zeigte sich das nationale Institut zwar einverstanden mit der Zusage von 50 Millionen Reais, verwies aber darauf, dass die Migration dadurch in ihrem Tempo erheblich gebremst würde und zudem auch nur wenige staatliche Behörden erfassen könne.

Im Mai 2005 hatte die brasilianische Regierung ein Dekret beschlossen, dass alle staatlichen Einrichtungen des Landes zum Einsatz von FOSS verpflichtet. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Behörden und Ämter nur noch FOSS einsetzen, außer der Einsatz von proprietärer Software ist nachweislich unvermeidbar.

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