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Di, 25. Oktober 2005, 12:59

Neue ISDN-Architektur für Linux

Daniele Orlandi arbeitet an einer neuen ISDN-Architektur für Linux, die das alte System in den zukünftigen Kernel-Versionen ersetzen soll.

Alex Flint/Photocase

Die Implementierung der ISDN-Infrastruktur unter Linux zeichnet sich vor allem durch ihre Vielfalt aus. Was unter bestimmten Umgebungen gewünscht ist, stellt sich allerdings bei einem Subsystem wie der ISDN-Architektur eher als Hindernis dar. Wer eine ISDN-Telefonanlage unter dem freien Betriebssystem installiert hat, weiß ein Lied davon zu singen.

Einen nicht zumutbaren Zustand will auch Daniele Orlandi erkannt haben und arbeitet bereits seit zwei Monaten an einer neuen Implementierung von ISDN unter Linux. Wie der Autor auf seiner Seite schreibt, stören ihn bei der momentanen Lösung vor allem die falsche Implementierung von EuroISDN und die daraus resultierenden Einschränkungen bezüglich einer Zertifizierung. Ferner ist das Design der alten Lösung nur schwer zu durchschauen und zu kompliziert. Kurz gesagt, laut Orlandi braucht Linux eine neue ISDN-Architektur.

Die unter dem Namen Versatile ISDN for Linux, kurz vISDN, vorgestellte GPL-Lösung ist modular aufgebaut und leicht erweiterbar. vISDN unterstützt eine Vielzahl an Anwendungen, die in der Netzwerktechnik genutzt werden. Unter anderem bietet der Autor eine angepasste Variante von Ethereal zum Download an. Eine weitere Neuerung stellt die Möglichkeit dar, den D-Kanal gleichzeitig von mehreren Applikationen zu nutzen. Alle Anwendungen werden in diesem Fall eine separate TEI (Terminal End Identifier) erhalten. Für das Multiplexing sorgt der LAPD-Layer von vISDN. Eine Liste aller Neuerungen kann auf der Seite des Projektes gefunden werden.

vISDN wird nur für die Kernelfamilie 2.6 zur Verfügung stehen. Eine Anpassung an ältere Kernel ist nicht geplant. Ferner unterstützt die Lösung im Moment nur EuroISDN. Unterstützung anderer Standards soll in späteren Versionen kommen. Darf man Orlandi glauben, so wird der Protokoll-Stack offiziell für den europäischen Raum zertifiziert werden.

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