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Do, 27. Oktober 2005, 13:15

Unternehmen

Open Source - innovativ oder nicht?

Einer Studie von Krzysztof Klincewicz zufolge sind die meisten Open-Source-Projekte nur wenig innovativ, jedoch muß man den Einwand erheben, daß seine Untersuchung nicht repräsentativ ist.

Klincewicz wertete ledglich die 500 aktivsten Projekte auf SourceForge aus. Er selbst ist sich im Klaren darüber, daß es schwierig ist, Innovation genau genug zu messen. Doch seine Studie, die zum Download bereitsteht, scheint auch systematische Fehler zu enthalten. Aus diesem Grund sollte sie, so schreibt Matt Asay auf InfoWorld, nur als lobenswerter erster Versuch gewertet werden.

Die Studie bringt verschiedene Ergebnisse, die aufgrund der kleinen Datenbasis von nur 500 Projekten durchaus verzerrt sein können. Nur fünf Projekte fallen demnach in die Kategorie "Radikale Neuerung", drei weitere stellen eine Innovation im Marketing dar. 56 Projekte stellen eine Modifikation vorhandener Konzepte dar, indem sie neue Technologien einfließen lassen oder eine Portierung auf neue Plattformen vornehmen. Die restlichen 436 Projekte (87,2%) sind nicht innovativ. Es stellt sich natürlich die Frage, warum sie überhaupt innovativ sein sollten, solange sie einen Bedarf stillen.

Wenn die fünf "radikal innovativen" Projekte alles wären, was die Open-Source-Szene zu bieten hat, sähe es in der Tat finster aus, denn diese Projekte wurden alle in den Jahren 1999-2001 gestartet. Doch Klincewicz findet auch, daß innovative Projekte unter den Entwicklern beliebter sind als bloße Nachahmungen. Von den innovativen Projekten seiner Zählung wurden 40% von Firmen gestartet, und 50% der Technologie-Modifikationen (die oben erwähnten 56 Projekte) stammen auf dem akademischen Umfeld. Laut Klincewicz können auch die nicht innovativen Projekte einen positiven Einfluß auf die Innovation haben - in anderen konkurrierenden Projekten, seien es freie oder proprietäre.

Doch Klincewicz könnte auch einen Großteil der innovativen Projekte einfach übersehen haben, da er sich auf SourceForge beschränkte. Viele der aktivsten und fortschrittlichsten Projekte sind nicht auf SourceForge beheimatet oder längst von dort weggezogen. Auch ein Vergleich mit proprietären Programmen wäre interessant, denn die Vermutung liegt nahe, daß der Großteil der Programme aus der proprietären Welt ebenfalls jede Innovation vermissen läßt.

In der Vergangenheit war es für Open-Source-Firmen recht einfach, um ein florierendes freies Projekt ein Geschäftsmodell zu entwickeln. in Zukunft wird das nach Meinung von Matt Asay nur noch funktionieren, wenn es der Firma gelingt, eine Gemeinschaft um ihr Produkt herum aufzubauen. Diese Firmen werden die zukünftigen Innovationen beisteuern, einerseits weil sie es zwangsläufig tun müssen, zum anderen weil sie mehr finanzielle Ressourcen haben als einzelne Entwickler aus der Open-Source-Gemeinschaft.

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